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Streik bei Riva/HES in Trier und Horath
Management schwänzt Tarifverhandlung

Am Montag sollte Tarifverhandlung in Frankfurt sein – doch das Management von Riva/HES blieb fern. Die Beschäftigten waren eigens mit Bussen zu einem Streik-Camp nach Frankfurt gekommen. Heute geht’s weiter zur Aufsichtsratssitzung nach Henningsdorf.


Nach vier Wochen Streik bei Riva/HES in Trier und Horath ist immer noch keine Lösung in Sicht: Das Management hat gestern die Tarifverhandlung in Frankfurt platzen lassen.

„Das wundert uns überhaupt nicht“, meint Georg Rentmeister, Betriebsratsvorsitzender von Riva/HES in Horath und Mitglied der Verhandlungskommission der IG Metall. „Wir kennen das: Seit einem halben Jahr werden wir hingehalten. Wir machen Termine, sie lassen sie platzen.“

Die rund 150 Beschäftigten des Betonmattenherstellers Riva/HES fordern einen Tarifvertrag. Ihre Löhne liegen 20 bis 30 Prozent unter dem Metall-Tarif.

Streik-Camp vor dem Verhandlungshotel

Die Streikenden waren gestern in Bussen nach Frankfurt am Main gekommen, um mit einem Streik-Camp vor dem Verhandlungsort, dem Hotel Méridien, Druck für eine Lösung zu machen. Viele Beschäftigte aus Frankfurter Betrieben waren zum Solidaritätsbesuch vorbeigekommen.

Die Verhandlungskommission der IG Metall hat einen Entwurf für einen Tarifvertrag mitgebracht. Daraus wurde aber nichts. „Die Arbeitgeber haben die Verhandlung platzen lassen. Das ist ein skandalöses Verhalten“, kritisiert die Zweite Vorsitzende der IG Metall, Christiane Benner, in ihrer Ansprache an die Riva/HES-Beschäftigten im Streik-Camp.
 

„Wir wissen, dass die IG Metall hinter uns steht“

Entmutigen lassen sie sich dadurch nicht. „Die Leute stehen voll hinter dem Streik, weil sie wissen, dass die gesamte IG Metall hinter uns steht“, erklärt Melissa Gilbert, Betriebsrätin in Trier und Mitglied der Verhandlungskommission.

Nach zwei Stunden Streik-Camp geht es für die Riva/HES-Beschäftigten wieder nach Hause. Aber sie werden auf jeden Fall den Kampf für ihren Tarifvertrag weiter in die Welt tragen. Seit Beginn des Streiks sind sie permanent unterwegs. Sie haben in Trier vor der Porta Nigra demonstriert, waren vor dem Landtag in Mainz, vor dem italienischen Generalkonsulat in Frankfurt – die Konzernmutter Riva hat ihre Zentrale im italienischen Mailand – vor der Riva-Deutschlandzentrale im 750 Kilometer von zu Hause entfernten Henningsdorf und bei der IG Metall-Großkundgebung „#FairWandel“ in Berlin.

Heute geht es weiter – wieder nach Henningsdorf, zur Aufsichtsratssitzung von Riva/HES. Dort werden sie von ihren Kolleginnen und Kollegen von Riva/BES (Brandenburger Elektrostahlwerke) unterstützt, die in einen Solidaritätsstreik treten. Sie fordern die volle Übernahme des Stahl-Tarifabschlusses Ost.

„Wir werden in Henningsdorf wieder richtig Gas geben“, kündigt IG Metall-Verhandlungsführer Uwe Zabel an. Um halb Vier fahren die Busse in Trier ab.


Weitere Nachrichten, Hintergründe, Fotos und Videos gibt es auf Internetseite zum Streik bei Riva/HES: igmetall-riva.de

Spenden an die Streikenden:

KAB-Diözesanverband Trier
IBAN: DE83 3706 0193 3002 3590 21 bei der PAX-Bank Trier, BIC: GENODED1PAX.
Verwendungszweck: Soli-Konto Hennigsdorfer

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