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Handlungskonzept Stahl
Wichtiges Signal in Richtung grüner Stahl

Die Stahlindustrie steckt in der Krise. Mit einem „Handlungskonzept Stahl“ legt die Bundesregierung nun ihr industriepolitisches Programm für die Branche vor. Chancengleichheit soll geschaffen, die Umstellung auf klimafreundliche Produktion möglich werden.


Für die Stahlindustrie in Deutschland waren es bereits vor der Corona-Krise keine leichten Zeiten. Jetzt, inmitten der Pandemie, sieht sich die Branche mit enormen Herausforderungen konfrontiert: Aktuell bricht die Stahlnachfrage in der EU dramatisch ein.

Zudem leidet die Branche deutschlandweit unter Wettbewerbsverzerrungen durch Konkurrenz mit Importen, die nicht unter denselben CO2- und Umweltauflagen produziert werden müssen wie der in Deutschland produzierte Stahl.

Die aktuelle Krise und die damit verbundene Unterauslastung vieler Betriebe kann zu massiven Finanzproblemen und Liquiditätsschwierigkeiten führen. Aus diesem Grund ist eine enge Begleitung der heimischen Stahlindustrie durch Bund und Länder unerlässlich.


Kein Widerspruch: Klimaschutz und wettbewerbsfähige Industrie

Mit dem nun vom Bundeskabinett beschlossenem „Handlungskonzept Stahl“ ist ein Schritt in die richtige Richtung getan. Das Konzept, das federführend vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zusammen mit der Stahlindustrie und der IG Metall erarbeitet wurde, will aufzeigen, dass Klimaschutz und eine wettbewerbsfähige Industrie keine Widersprüche sind.

Ziel ist es, eine wirkliche Chancengleichheit auf dem globalen Stahlmarkt zu schaffen. Die Bundesregierung wird sich deshalb bei der EU Kommission dafür einsetzen, dass Schutzmaßnahmen vor subventionierten Billigstahl vor allem aus Asien beibehalten werden.

Weiterhin, so führt das Konzept aus, soll eine Umstellung auf eine klimafreundliche Stahlproduktion ermöglicht und die Chance genutzt werden, Vorreiter innovativer Klimaschutztechnologien zu werden.


Grundlage für Transformation der Stahlindustrie

„Aus Sicht der Beschäftigten setzt das Handlungskonzept ein wichtiges Signal in Richtung grüner Stahl“, betont Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall und für die Stahlindustrie zuständiges geschäftsführendes Vorstandsmitglied. „Die Bundesregierung hat damit eine gute Grundlage geschaffen, die Transformation der Stahlindustrie zu fördern.“

Die Transformation der Stahlindustrie ist voll im Gange, die ersten Schritte hin zu einer klimaneutralen Produktion laufen bereits. Klar ist: Sollen die Hersteller Stahl klimaneutral produzieren, muss die Politik den Umbau finanziell unterstützen.

„Wir bekennen uns eindeutig und ausdrücklich zur notwendigen Reduktion des CO2-Ausstoßes und fordern eine Umstellung der Stahlproduktion von kohlenstoffbasierter Herstellung zu einer klimaneutralen Produktion“, sagt Heiko Reese, Stahlexperte der IG Metall. Dazu sei die Förderung von Forschung und Erprobung neuer Technologien und Produktionsmethoden genauso erforderlich wie der Ausbau der erneuerbaren Energien, die für die Herstellung von grünem Wasserstoff und somit von klimaneutralem Stahl benötigt werden.

 

Förderung ist notwendig

Das „Handlungskonzept Stahl“ sieht weiterhin vor, dass mit den sieben Milliarden Euro, die die Bundesregierung für ihre Wasserstoffstrategie zur Verfügung stellt, nun der Weg hin zum grünen Stahl freigemacht werden soll. Zusätzlich werden auf EU-Ebene ein so genanntes „IPCEI-Projekt“ gestartet. IPCEI-Projekte haben das Ziel, mittels Anschubfinanzierungen Technologien oder ganze Industrien aufzubauen, für die es derzeit noch keinen Markt gibt.

Alles Schritte in die richtige Richtung. Allerdings müssen nun rasch weitere Schritte folgen: Bis 2050 soll die Produktion von Stahl klimaneutral sein. Für die dafür nötige Umrüstung auf Wasserstoff sind Investitionen in Höhe von 30 Milliarden Euro nötig. Ein riesiger Betrag – zum Vergleich: Der Gesamtumsatz der Stahlindustrie beläuft sich auf rund 39 Milliarden Euro.

„Wir brauchen dringend eine starke Förderung von Investitionen“, sagt Heiko Reese. Jürgen Kerner betont: „Nur, wenn der Weg zur klimaneutralen Stahlindustrie konsequent beschritten wird, sichert dies die 85 000 Arbeitsplätze in der Stahlindustrie und viele weitere entlang der Wertschöpfungskette.“ Kerner fordert: „Aus dem Handlungskonzept Stahl müssen nun schnell konkrete Förderprogramme und eine praktische Umsetzung erwachsen.“

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