Tarifrunde Textile Dienste 2020
IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld für Textile Dienste

5 Prozent mehr Geld, mindestens plus 100 Euro im Monat, eine bessere Altersteilzeit und weitere Angleichung Ost-West. Diese Forderung hat der IG Metall-Vorstand für die Textilen Dienste beschlossen und folgt damit dem Votum der Tarifkommissionen. Am 6. Februar starten die Verhandlungen.


Die Tarifforderung für Textile Dienste steht: 5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 100 Euro – mit einer Laufzeit von 12 Monaten. Der Vorstand der IG Metall folgt damit der Forderungsempfehlung der gewählten Tarifkommissionen. Die Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband intex starten am 6. Februar in Frankfurt am Main.


Bessere Altersteilzeit und Angleichung Ost

Neben mehr Geld fordern wir für die Beschäftigten in den Textilen Dienstleistungen zudem, den Tarifvertrag zur Förderung der Altersteilzeit mit besseren Konditionen weiterzuführen. So soll etwa die Quote der Beschäftigten, die in Altersteilzeit gehen können, erhöht werden sowie die Aufstockung des Entgelts in der Altersteilzeit durch den Arbeitgeber.

„5 Prozent mehr sind realistisch. Unsere Auslastung ist gut, es sind genug Aufträge da. Das haben unsere Chefs auch auf der Betriebsversammlung gesagt. Außerdem haben wir bei uns im Betrieb viele ältere Beschäftigte, die gerne in Altresteilzeit gehen würden, aber es nicht können, weil die Quote zu niedrig ist“, sagt Sandra Schneider, Betriebsrätin bei Wulff Textil Service in Kiel.

Das bestätigt auch ihr Kollege Stefan Hamperl, Gesamtbetriebsrat bei MEWA und Mitglied der Verhandlungskommission: „Uns ist wichtig, dass wir die Beschäftigten gesund in Rente bekommen. Bei uns im Betrieb etwa haben wir einen hohen Altersdurchschnitt. Daher brauchen wir entsprechend weiter Altersteilzeit mit verbesserten Konditionen“, erklärt Hamperl. „Auf der anderen Seite müssen junge Beschäftigte nachkommen. Dafür müssen wir unsere Branche attraktiv machen. Daher ist es uns wichtig, dass die Ausbildungsvergütungen überproportional steigen.“

Die IG Metall will außerdem die Flächentarifverträge im Osten weiter an den Westen angleichen – mit einem festen Zeitplan.


Gute wirtschaftliche Lage

Zu den Textilen Dienstleistungen zählen hauptsächlich Großwäschereien. Rund 45 Prozent ihrer Umsätze erzielt die Branche mit der Reinigung von Berufskleidung. Fast zwei Drittel der Kundenunternehmen in der Metallindustrie. Das zweitwichtigste Kundensegment ist mit 22 Prozent der Umsätze die Gesundheits- und Pflegebranche, zu der etwa Krankenhäuser gehören.

Die wirtschaftliche Situation der Branche ist gut. Auftragslage und Beschäftigung sind stabil. Die Betriebe suchen händeringend Fachkräfte.

Die Laufzeit der bisherigen Tarifverträge endet am 29. Februar. Danach sind Warnstreiks zulässig.


Tarifinformation Textile Dienste 02/2020 (PDF)

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