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Tarifrunde Textil Ost 2019
Tarifverhandlungen in der ostdeutschen Textilindustrie gestartet

Die Tarifverhandlungen in der Textilindustrie Ost sind gestartet. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Entgelt, mehr Geld für die Altersteilzeit – und die schrittweise Verkürzung der Arbeitszeit von 40 auf 37 Stunden. Die Arbeitgeber lehnen ab und haben zudem die Übernahme der Azubis gekündigt.


Sechs Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung, mehr Urlaubsgeld, eine Fortführung der Altersteilzeit, mit höherer Aufzahlung – und der Einstieg in die Verkürzung der Arbeitszeit von derzeit 40 auf 37 Stunden in der Woche, wie im Westen. Mit diesen Forderungen ging die IG Metall gestern in die erste Verhandlungsrunde für die ostdeutsche Textilindustrie.


IG Metall will Angleichung an den Westen

Ziel der IG Metall ist es, im Osten die gleichen Arbeitsbedingungen wie in der westdeutschen Textilindustrie herzustellen. Große Unterschiede gibt es nicht nur bei der Arbeitszeit – die ostdeutschen Beschäftigten arbeiten drei Stunden länger in der Woche – sondern auch beim Geld: Ein Facharbeiter in der ostdeutschen Textilindustrie verdient etwa über 2000 Euro im Jahr weniger als ein Facharbeiter in Berlin. „Die Zeit ist reif für eine Angleichung. Das ist für uns eine Frage der Gerechtigkeit“, erklärt der Verhandlungsführer der IG Metall, Manfred Menningen. „Diese Tarifrunde werden wir nur mit weniger Arbeitszeit und mehr Entgelt für die Beschäftigten beenden.“


Arbeitgeber kündigen Übernahme der Ausgebildeten

Die Arbeitgeber lehnten die Forderungen der IG Metall ab – und machten keinerlei Angebot. Zudem kündigten sie überraschend den Tarifvertrag zur Übernahme der Auszubildenden. Die IG Metall fordert, dass die Übernahme wieder in Kraft gesetzt wird.

„Mit der Kündigung der verbindlichen Übernahme der Ausgebildeten sägen sich die Arbeitgeber den eigenen Ast ihrer Zukunft ab“, kritisiert Bodo Grzonka, der beim IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen für die Textil-Tarifrunde verantwortlich ist. „Die Bewerberzahlen sinken, die Betriebe suchen dringend Fachkräfte und gleichzeitig nehmen die Arbeitgeber die Bleibeperspektive für den Nachwuchs. Das ist schlicht unbegreiflich.“

Am 20. März wollen die Arbeitgeber der IG Metall ihr erstes Angebot schriftlich übermitteln. Die nächste Tarifverhandlung ist für Anfang April geplant. Die sogenannte Friedenspflicht endet am 30. April. Ab dem 1. Mai sind dann Warnstreiks zulässig.

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