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IG Metall und AI fordern Freilassung von Gewerkschaftern
Schutzlos ausgeliefert

Corona hält die Welt und unseren Alltag im Griff. Die IG Metall will zum 1. Mai den Blick auch über unsere Grenzen hinaus richten – auf verfolgte Gewerkschafter*innen und prekär Beschäftigte in anderen Ländern.


Das Recht, Gewerkschaften zu bilden und ihnen beizutreten, ist in internationalen Menschenrechtsabkommen festgeschrieben. Trotzdem: Wer sich gewerkschaftlich engagiert, sich für faire Löhne und gerechte Arbeitsbedingungen einsetzt, lebt in vielen Ländern gefährlich. „Die Corona-Pandemie hat Menschen- und Gewerkschaftsrechte weltweit weiter unter Druck gesetzt“, sagt IG Metall- Vorstandsmitglied und Hauptkassierer Jürgen Kerner mit Blick auf den 1. Mai. An diesem Freitag wird es auf der Online-Kundgebung des DGB auch um die Arbeitsbedingungen und Menschenrechte in anderen Ländern gehen.

Konkret geht es um Freiheit für:


Zusammen mit Amnesty International kämpft die IG Metall für ihre Freilassung. Jeder kann sich mit Online-Petitionen oder E-Mail-Aktionen für sie einsetzen. „Durch Corona hat sich ihre Lage von Gewerkschaftern in Gefängnissen weiter verschärft“, erklärt Jürgen Kerner. „Sie sind auf den Kontakt mit ihren Angehörigen angewiesen, die ihnen normalerweise Essen, Kleider und Medikamente bringen. Jetzt ist diese Verbindung zur Außenwelt abgeschnitten.“ Es dürfen wegen Corona auch keine Kundgebungen mehr stattfinden, mit denen Unterstützer gegen die schlechten Haftbedingungen protestieren.


Corona-Pandemie verschärft die weltweite Situation von Arbeitern

Im Iran verschärft das Coronavirus die ohnehin verheerende Lage hunderttausender Gefangener. Die Situation in den Haftanstalten ist gekennzeichnet durch Überfüllung, fehlende Betten, schlechte Belüftung, begrenztes Warmwasser, unzureichende Lebensmittelversorgung und einen Mangel an Medikamenten sowie Ungeziefer. Unter derartigen Haftbedingungen können sich Infektionskrankheiten sehr schnell ausbreiten. Im Evin-Gefängnis, wo auch Ismail Abdi und Jafar Azimzadeh festgehalten werden, begannen mehrere Gefangene einen Hungerstreik.

Inmitten der Ausbreitung des Coronavirus sind Tausende Textilarbeiterinnen in Ägypten davon bedroht, ihre Arbeit zu verlieren, ihr Einkommen gekürzt zu bekommen, oder ohne Schutzausrüstung arbeiten zu müssen. Besonders prekär ist die Situation in den Sonderwirtschaftszonen Port Said und Ismailia. Recherchen von Amnesty International belegen die beengten und überbelegten Produktionsstätten, wo die Beschäftigten keine angemessene Schutzausrüstung haben und auf eigene Kosten Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhe beschaffen müssen. Die Corona-Krise darf nicht dazu führen, dass Arbeiterinnen von Entlassung bedroht werden und dass unabhängige Gewerkschaftsarbeit in Ägypten weiter eingeschränkt wird und sich die ohnehin schon asymmetrischen Machtverhältnisse zwischen den gering bezahlten Beschäftigten und den Arbeitgebern weiter verfestigen.


Besorgniserregende Zustände in Katar

Besorgniserregend ist auch die Situation von Arbeitsmigranten in Katar. Die lagerartigen Massenunterkünfte zur Unterbringung von ausländischen Arbeitskräften sind ständig überfüllt und es mangelt dort an Wasser und Sanitärversorgung. Die Menschen können sich grundsätzlich schlechter vor dem Virus schützen. In den völlig überfüllten Unterkünften können sie keinerlei Abstand zueinander halten. Im Industriegebiet von Doha sind große Gruppen ausländischer Arbeitskräfte in sehr schlechten Unterkünften untergebracht. Sie schlafen in Stockbetten in überfüllten Räumen, es gibt nur unzureichende Sanitäranlagen und zum Teil weder Strom noch fließendes Wasser.

„Angesichts der schreienden Ungerechtigkeiten in diesen und anderen Regionen dieser Welt müssen wir Gewerkschaften Missstände anprangern“, sagt Jürgen Kerner. Er rief dazu auf, sich an den Online-Petitionen zum Schutz von Beschäftigten und zur Freilassung von gewaltlosen politischen Gefangenen zu beteiligen. „Das ist unsere Verpflichtung als Gewerkschafter, jetzt zum 1. Mai und darüber hinaus.“

 


Mehr zum Netzwerk von IG Metall und Amnesty International und der Möglichkeit sich an den Aktionen zu beteiligen unter: www.amnesty.de/gewerkschaft


Wer sich am Netzwerk von IG Metall und Amnesty International zur Unterstützung von verfolgten Gewerkschafter*innen teilnehmen will, schreibt einfach eine Mail an amnesty@igmetall.de

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