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25 Jahre Internationale Wochen gegen Rassismus
„Jeder hat die gleichen Rechte – egal woher man kommt!“

Rassismus ist leider ein altes Problem unserer Gesellschaft. Neu ist, dass Hass und Menschenfeindlichkeit zunehmend ungeniert und öffentlich ausgelebt werden. Gut, dass es auch einen Gegentrend gibt, der zum Beispiel bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus sichtbar wird.


Heute starten die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Bundesweit engagieren sich Zehntausende Menschen mit rund 3 500 Veranstaltungen gegen Hass und Ausgrenzung. Auch viele Metallerinnen und Metaller sind dabei. Höhepunkt dieser Wochen ist der Internationale Tag gegen Rassismus am 21. März.

Diesen März jähren sich die Wochen gegen Rassismus zum 25. Mal. Im März 1995 wurden die Aktion ins Leben gerufen. Drei Jahre zuvor war die Familie von Irina Mann nach Deutschland eingewandert. Hier wollte die Familie ein neues Leben beginnen. Doch in der schwäbischen Provinz in den 90ern war das gar nicht so einfach. Das neue Leben von Irina Mann begann mit einer Enttäuschung.

Die damals 16-Jährige bewirbt sich nach ihrem Schulabschluss für eine kaufmännische Ausbildung. Das ist schwieriger als gedacht, wie sie schnell feststellt: Trotz vieler Bewerbungen bekommt sie nur Absagen. Nicht etwa wegen schlechter Noten, vergeigter Einstellungstests oder mangelnder Deutschkenntnisse. Was die potenziellen Arbeitgeber stört: „Sie sprechen ja gar kein Schwäbisch!“ Irina war anders, irgendwie fremd, und das reichte schon, um sie in den Augen mancher suspekt erscheinen zu lassen. Ein Schlüsselerlebnis für die junge Frau.


 

Die Betriebsrätin und Metallerin Irina Mann engagiert sich gegen Rassismus und Diskriminierung. (Foto: privat)


Engagiert gegen Rassimus und Diskriminierung

Heute – eine Ausbildung, ein Studium und viele erfolgreiche Berufsjahre später – steht Irina fest im Leben. Inzwischen ist es ihr Beruf, sich für die Belange ihrer Kolleginnen und Kollegen einzusetzen, dafür zu sorgen, dass die Anliegen der Belegschaft, aber auch die Rechte Einzelner nicht unter die Räder geraten: Irina Mann ist freigestellte Betriebsrätin bei Siemens in Berlin. Die Erfahrung aus der schwäbischen Provinz Mitte der 90er Jahre prägt sie bis heute.

Rassismus und Diskriminierung sind oft laut, gewalttägig und tödlich, wie in den vergangenen Wochen wieder auf schreckliche Weise klar wurde. „Rassismus macht sich manchmal aber auch schleichend breit und tritt fast unauffällig auf“, weiß Irina Mann. Gerade in der Arbeitswelt. „Es ist wie eine gläserne Wand“. Diese Wand will Irina Mann einreißen. Dafür setzt sie sich ein, als Betriebsrätin und als ehrenamtliche Gewerkschafterin bei der IG Metall. Und sie ist nicht allein.


Mund aufmachen, nicht kuschen!

Der Einsatz für Integration und der Kampf gegen Rassismus sind für die IG Metall ein zentrales Anliegen. Mehr als 500 000 IG Metall-Mitglieder haben einen Migrationshintergrund; das ist etwa jeder fünfte. Bei den Betriebsratsmitgliedern ist es sogar jeder vierte. Daneben sind viele Metallerinnen und Metaller bundesweit in Migrationsausschüssen der IG Metall aktiv. Sie machen sich vor Ort für Integration stark und sorgen dafür, dass die Anliegen von Migrantinnen und Migranten in der täglichen Arbeit der IG Metall nicht zu kurz kommen.

In Berlin ist auch Irina Mann in diesem Gremium engagiert. ‚Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern setzt sie sich zum Beispiel dafür ein, die Ausbildungschancen für junge Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. „Viele Migranten leben nach dem Motto: Bloß nicht auffallen. Bei der Arbeit gilt: Lieber schlucken und schweigen“, weiß Irina Mann. Ihre Botschaft als Metallerin: „Ihr dürft den Mund aufmachen und für Eure Bedürfnisse kämpfen! Jede Arbeitnehmerin, jeder Arbeitnehmer hat das Recht menschenwürdig behandelt zu werden. Alle haben die gleichen Rechte – egal woher man kommt.“


Die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2020 stehen unter dem Motto „Gesicht zeigen – Stimme erheben“. Vom 16. bis 29. März sind bundesweit Hunderte Veranstaltungen geplant, darunter Konzerte, Lesungen, Sportevents und Aktionen. Organisiert werden die Events von über 70 Kooperationspartnern und Unterstützern, darunter Kommunen, Religionsgemeinschaften, Sportvereine und Gewerkschaften. Metallerinnen und Metaller beteiligen sich mit rund 50 eigenen, teils öffentlichen, teils betrieblichen Veranstaltungen.

Aufgrund der Corona-Epidemie müssen einige Veranstaltungen – teils auch kurzfristig – abgesagt werden.

stiftung-gegen-rassismus.de/veranstaltungskalender

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