Aktion gegen Amazon
Für gerechte und faire Arbeitsplätze bei Amazon

Der Versandhändler Amazon steht immer wieder in der Kritik. Die IG Metall unterstützt zum „Black Friday“ Aktionen von ver.di und Amnesty International für bessere Bedingungen für Beschäftigte, erklärt IG Metall-Hauptkassierer Jürgen Kerner.


Jürgen, die IG Metall unterstützt zum „Black Friday“ Aktionen von ver.di und Amnesty International zu Amazon. Warum?

Jürgen Kerner: Amazon ist einer der größten Profiteure der Corona-Krise. Der Konzern hat seine Gewinne in diesem Jahr verdreifacht. Die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten sind dagegen kaum zumutbar. Amazon behindert die Zusammenarbeit mit Gewerkschaften. Gleichzeitig tut der Konzern zu wenig für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.


Warum prangert das die IG Metall gerade jetzt an?

Morgen ist der sogenannte Black Friday. An dem Tag boomt der Online-Handel durch die Jagd auf Schnäppchen. Amazon verdient da prächtig mit. Wir wollen beitragen, die Schattenseite von Amazon zu beleuchten. Daher unterstützen wir die Aktionen von ver.di und Amnesty International. Unsere Mitglieder sind auch Verbraucher*innen. Sie sollen nicht vergessen, wie Amazon mit seinen Beschäftigten umgeht und dass die Arbeitsbedingungen schlecht sind.


Wie kann man sich beteiligen?

Jeder, der die Beschäftigten des Unternehmens in ihrem Kampf für bessere Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen unterstützen will, kann eine E-Mail an Jeff Bezos schreiben, den Gründer von Amazon, auf Englisch oder Deutsch. Die E-Mail soll ab morgen, dem Black Friday bis spätestens bis zum 31. Dezember 2020 versandt werden.  Die Adresse lautet: jeff@amazon.com


Was ist Sinn der E-Mail?

Jeff Bezos hat einmal geäußert, dass er Beschwerde-Mails persönlich liest. Ich würde mich freuen, wenn er in den nächsten Wochen sehr viel Lesestoff hat: viele Mails, die die Beschäftigten von Amazon unterstützen, die gute Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einfordern. Und Mails, die Jeff Bezos nachdrücklich auffordern, Gewerkschaftsaktivitäten nicht länger zu behindern. Arbeitnehmer*innenrechte sind Menschenrechte.


Was soll erreicht werden?

Das Unternehmen soll sich zu nachhaltigen Verbesserungen bezüglich Gesundheits- und Sicherheitsstandards, Gehältern sowie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verpflichten. Außerdem darf es keine unterschiedlichen Schutzstandards geben für Festangestellte und diejenigen, die als Zeit- und Leiharbeitnehmer*innen sowie als Fahrer*innen für den Konzern arbeiten.


Was fordern die Gewerkschaften von Amazon im Hinblick auf den Umgang Corona?

Ich verweise auf die Forderungen von ver.di. Schaut Euch die Website an. Die Beschäftigten müssen vom Unternehmen eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erhalten, egal ob sie wegen einer Corona-Infektion oder einer anderen Krankheit nicht arbeiten können. Die Corona-„Gefahrenzulage“ muss für die gesamte Dauer der Pandemie und an allen Standorten weltweit gezahlt werden.


Die Aktion zum Black Friday ist von Amnesty International angestoßen worden.

Richtig. Mit Amnesty International bauen wir ein Netzwerk zur Unterstützung von verfolgten Gewerkschafter*innen auf. Bei Amnesty International in Deutschland hat sich eine ehrenamtliche Koordinierungsgruppe Gewerkschaften gegründet. Mit dieser arbeiten wir als IG Metall eng zusammen. Jedes Mitglied einer DGB-Gewerkschaft kann sich beteiligen und helfen. Je mehr mitmachen, umso besser. Das ist ganz praktische gelebte Solidarität.

 



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