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Streik bei Voith in Sonthofen
Voith-Beschäftigte kämpfen gegen Schließung

Seit sechs Tagen sind die Beschäftigten von Voith in Sonthofen im Streik. Sie kämpfen gegen die Schließung und für einen Sozialtarifvertrag. Dazu haben sie sich Aktionen überlegt, die trotz Corona gehen: Protestkundgebungen mit Abstand und Werksblockaden mit Autos.


Sie kämpfen gegen die Schließung ihres 500 Jahre alten Werks. Die rund 500 Beschäftigten des Spezialgetriebeherstellers Voith Turbo in Sonthofen/Allgäu sind seit sechs Tagen im Streik für einen Sozialtarifvertrag. Seit letzte Woche Donnerstag 10 Uhr steht das Werk.

Streikaktionen mit Abstand

„Normale“ Streikaktionen, Kundgebungen und Demos sind wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Daher haben sich die IG Metall Allgäu und die Voith-Beschäftigten Corona-konforme Aktionsformen überlegt.

Für eine Protestaktion am hinteren Werkstor markierten sie mit Sprühkreide feste Abstände, an die sich die Teilnehmenden exakt hielten. Mit ihren Autos blockierten die Streikenden gleich zwei Mal die Zufahrt zum Werk.

Für einen Sozialtarifvertrag – Streikende bei Voith in Sonthofen. Foto: privat


Trotz guter Zahlen: Unternehmensleitung will Werk schließen

Die IG Metall Allgäu hat ihre Mitglieder bei Voith in Sonthofen zum Streik aufgerufen, weil monatelange Verhandlungen und drei Warnstreiks keine Fortschritte gebracht haben. Im Herbst 2019 hatte die Unternehmensleitung angekündigt, das Traditionswerk in Sonthofen schließen zu wollen. Trotz schwarzer Zahlen soll die Produktion an andere Standorte verlagert werden, um Kosten zu sparen. Ein Alternativkonzept der IG Metall zur Fortführung des Werks lehnte die Werkleitung ab. In der Urabstimmung Mitte April stimmten schließlich 98 Prozent der IG Metall-Mitglieder im Betrieb für Streik.

Bislang gibt sich die Unternehmensleitung eisern. „Sie wiederholen immer wieder, ihr Plan sei gut durchdacht – und dass unser Streik nichts bringt“, berichtet die Betriebsratsvorsitzende Birgit Dolde. „Sie drohen damit, dass unser Produkt jederzeit auch an anderen Standorten fertigen lassen können. Das bezweifeln wir. Unsere Spezialgetriebe wiegen teilweise über 40 Tonnen. Wir produzieren fast ausschließlich in Einzelfertigung und mit hoher Präzision. Dafür ist jahrzehntelanges Know-How nötig.“


IG Metall gesprächsbereit – Aiwanger will vermitteln

Die IG Metall ist dennoch weiter gesprächsbereit – und begrüßt das Angebot des bayerischen Wirtschaftsministers Aiwanger, im Konflikt bei Voith in Sonthofen zu vermitteln.

„Für Gespräche zum Erhalt der Arbeitsplätze stehen unsere Türen offen“, betont Carlos Gil von der IG Metall Allgäu – und macht zugleich klar: „Die 500 Beschäftigten identifizieren sich außerordentlich mit ihrer Arbeit und ihrem Werk. Sie werden so lange streiken, wie es nötig ist, um ihre Ziele zu erreichen.“

Die Betriebsratsvorsitzende Birgit Dolde hat keine Zweifel, dass die Streikenden bei Voith in Sonthofen durchhalten. „Die Leute halten seit sechs Monaten zusammen. Wir sind nicht nur Kollegen. Wir sind Freunde und Familie – und das seit Jahrzehnten.“


Voith-Beschäftigte gehen in den Streik – trotz Corona

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