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© Konzernbetriebsrat thyssenkrupp

Betriebsrätepreis 2016: Internationales Rahmenabkommen bei Thyssen-Krupp

Soziale Standards und Arbeitnehmerrechte sichern - weltweit

09.08.2016 Ι Andere Länder, andere Sitten - dieses Sprichwort gilt oft auch für soziale Standards und Rechte von Beschäftigten im Betrieb. Der Kozernbetriebsrat von Thyssen-Krupp wollte das nicht länger hinnehmen - und beschreitet mit einem internationalen Rahmenabkommen und einem Meldesystem neue Wege.

Die Frage nach den Beweggründen ist schnell geklärt, eigentlich war sie klar: Weltweit arbeiten knapp 155 000 Beschäftigte beim Essener Industriekonzern Thyssen-Krupp. Da es aber keinen Weltbetriebsrat im Unternehmen gibt, gelten die Rechte der Mitbestimmung nicht für alle Beschäftigten gleichermaßen. "Das wollten und das konnten wir nicht zulassen", sagt der Konzernbetriebsratsvorsitzende Willi Segerath (Foto). "Uns ging es darum, soziale Standards und grundlegende Arbeitnehmerrechte für alle Beschäftigten des Konzerns zu sichern, egal wo sie arbeiten." Mit dem Internationalen Rahmenabkommen und dem damit verbundenen Meldesystem, mit dem der Konzernbetriebsrat für den Betriebsrätepreis nominiert ist, ist das gelungen.

Das Abkommen wurde zwischen Konzernbetriebsrat, Konzern, der IG Metall und dem internationalen Gewerkschaftsbund IndustriALL Global Union geschlossen. Thyssen-Krupp verpflichtet sich, an allen Standorten weltweit die Prinzipien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu beachten. Die Vereinbarung nimmt Bezug auf die grundlegenden Arbeitnehmerrechte, die in den einschlägigen internationalen Konventionen enthalten sind. Dazu gehören ein Diskriminierungsverbot und der Grundsatz der Gleichbehandlung, dasVerbot von Zwangs- und Kinderarbeit, die Gewährleistung von Gesundheit und Sicherheit bei der Beschäftigung sowie die Tarif- und Vereinigungsfreiheit. Alle Beschäftigten haben Anspruch auf angemessene Vergütung. Die im jeweiligen Land geltenden festgelegten maximalen Arbeitszeiten sind einzuhalten, ebenso wie die Vorschriften zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

"Das Besondere an dem Abkommen ist, dass Beschäftigte über ein Meldesystem die Möglichkeit haben, Verstöße direkt an uns weiterzugeben", sagt Willi Segerath. Mit dem Abkommen erhält der Internationale Ausschuss, in dem auch der Konzernbetriebsrat vertreten ist, nun die Möglichkeit, einen gemeldeten Fall direkt vor Ort zu betrachten und gezielt mit betroffenen und verantwortlichen Menschen zu sprechen, um Lösungen zu finden. "Wir wollen alle Beschäftigten ermutigen, von dem Meldesystem Gebrauch zu machen", sagt Willi Segerath. "Nur wenn wir über die Verstöße Bescheid wissen, können wir reagieren."

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