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Metall-Tarifrunde 2020
Tarifkommissionen beschließen Verhandlungen zu Zukunftspaket

Die IG Metall soll zügig mit den Arbeitgebern über ein Zukunftspaket für sichere Arbeitsplätze in der Metall- und Elektroindustrie verhandeln. Das beschlossen die Tarifkommissionen der IG Metall und konkretisierten die Verhandlungsziele. Bis Ostern sollen Lösungen stehen.


Ein Zukunftspaket zur Sicherung von Arbeitsplätzen jetzt und in Zukunft soll das zentrale Ziel für die Tarifverhandlungen der IG Metall mit den Metallarbeitgebern sein. Dafür haben sich die Tarifkommissionen der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie am Donnerstag mit großer Mehrheit ausgesprochen.

Mit dem Zukunftspaket will die IG Metall die tiefgreifende Transformation der Betriebe durch Digitalisierung und die Klima- und Energiewende sozial und fair gestalten – und gute Arbeit jetzt und für die Zukunft sichern.
 

In ihren Diskussionen haben die gewählten Tarifkommissionen die Ziele für die Verhandlungen weiter konkretisiert:

  • Eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen zur Stärkung der Kaufkraft
  • Auf Verlangen der IG Metall sollen in den einzelnen Betrieben Zukunftstarifverträge verhandelt werden, die Investitionen, Qualifizierung und Arbeitsplätze sichern
  • Unterauslastung soll durch kürzere Arbeitszeiten vorrangig ohne Absenkung der Entgelte erfolgen, etwa durch Abbau von Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit mit Aufzahlung
  • Alle Beschäftigten sollen Anspruch auf eine berufliche Qualifizierung mit staatlicher Förderung erhalten
  • Mehr Beschäftigte sollen in Altersteilzeit gehen können, entsprechend der demografischen Entwicklung
  • Vereinbarung von tariflichen Regelungen für dual Studierende
  • Ein Nachhaltigkeits-Bonus für IG Metall-Mitglieder – etwa für Bus und Bahn, E-Bikes, Öko-Strom oder zum Laden von Elektroautos
  • Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung

Arbeitgeber sollen auf einseitige Maßnahmen verzichten

Die Tarifkommissionen betonten noch einmal ihre Forderungen, dass die Arbeitgeber während der Verhandlungen auf einseitige Maßnahmen zu Personalabbau, Verlagerung und Schließungen verzichten.

Die digitale und ökologische Transformation mit neuen Schlüsseltechnologien, Wertschöpfungsketten, Produkten und Geschäftsmodellen führt dazu, dass sich die Unternehmen wesentlich verändern. Die IG Metall will, dass der Wandel fair und gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet wird.


Beschäftigte brauchen tarifliche Regeln zur Sicherung von Jobs

Die Zeit drängt. Das wurde in den Diskussionen in den Tarifkommissionen deutlich. „Seit letztem Jahr wird bei uns Personal abgebaut. Ein Großteil der Leiharbeiter ist bereits abgemeldet“, berichtet Yavuz Büyükdag, Betriebsrat bei Deutz in Köln und Tarifkommissionsmitglied in Nordrhein-Westfalen. „Wir brauchen Mechanismen und Regeln gegen Personalabbau. Denn wir brauchen unser gut qualifiziertes Personal für die Zukunft.“

Die Betriebsräte und IG Metall-Vertrauensleute machten klar, dass sie verbindliche tarifliche Regelungen zur Sicherung von Beschäftigung, Investitionen in neue Technik und Produkte sowie zur Qualifizierung der Beschäftigten brauchen.

„Die Beschäftigten brauchen Sicherheit – und zwar jetzt“, erklärt Ute Berbüsse, Betriebsratsvorsitzende von LMT Fette in Schwarzenbek und Mitglied der Tarifkommission Küste. „Ende Januar hat uns der Arbeitgeber informiert, dass Stellen abgebaut werden sollen. Betriebliche Zukunftstarifverträge im Rahmen eines Zukunftspakets können in dieser Situation für uns ein sehr hilfreiches Instrument sein. Wir brauchen schnell Vereinbarungen zu Investitionen und Standort- und Beschäftigungssicherung.“

In den nächsten Wochen geht es darum, die Ziele in den Tarifverhandlungen durchzusetzen. Die Diskussionen dazu in den Betrieben und Tarifkommissionen laufen. Aktionen sind in Vorbereitung.

Die Tarifkommissionen erwarten Lösungen bis Ostern. Sollte es bis dahin keine Ergebnisse geben, soll es eine normale Tarifbewegung geben. Am 28. April läuft die Friedenspflicht aus. Danach sind Warnstreiks möglich.

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