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1.mai2017

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Tag der Arbeit 2017

Sicherheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung

01.05.2017 Ι Mehrere Landtagswahlen und die Bundestagswahl im Herbst: Klar, dass der "Tag der Arbeit" ganz im Zeichen des "Superwahljahrs 2017" stand. Eine wesentliche Forderung der Beschäftigten an die Politik: Auch im Zeitalter der Digitalisierung sicher, gerecht und selbstbestimmt leben und arbeiten.

Unter dem Motto "Wir sind viele. Wir sind eins." haben heute Gewerkschaften im ganzen Land die Themen stark gemacht, die die Politik angehen muss, damit es sozialer und gerechter zugeht. So auch die IG Metall: Wie wollen wir arbeiten? Wie wollen wir leben? Im Wahljahr 2017 kommt es auf die Wünsche und Bedürfnisse der Beschäftigten an. Wir haben deshalb im ganzen Land die Menschen befragt - zu politischen Themen und zu ihrer persönlichen Arbeitssituation. Weit über 680.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben sich beteiligt. Die Ergebnisse der Befragung unter dem Titel "Politik für alle - sicher, gerecht und selbstbestimmt" sind eindeutig - die Politik muss handeln. In diesem Zeichen stand auch der heutige "Tag der Arbeit".


Ergebnisse der größten Beschäftigtenbefragung

So sagte heute Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, in Stuttgart vor tausenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern: "Es gibt keinen Menschen 4.0, der rund um die Uhr funktioniert und in Abhängigkeit von den jeweiligen Markterfordernissen beliebig flexibel ist. Auch im Zeitalter der Digitalisierung wollen die Beschäftigten sicher, gerecht und selbstbestimmt leben und arbeiten." Eine neue Arbeitsmarktpolitik, bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben und sichere Renten sind die wesentlichen Forderungen der Beschäftigten an die Politik. Zu diesem Ergebnis kommt die bislang größte Beschäftigtenbefragung Deutschlands.
 


"Die gewaltige Beteiligung zeigt: Die Beschäftigten wollen mit ihren Wünschen, Sorgen und Forderungen gehört werden. Und sie vertrauen auf die IG Metall. Sie wissen, dass wir nicht nur hinhören, sondern auch handeln und ihre Anliegen umsetzen. Klar ist aber auch: Wer im September gewählt werden will, kommt an den Ergebnissen unserer Befragung nicht vorbei", sagte Hofmann.


Sichere Jobs und bessere Bildungschancen

Über 93 Prozent der Befragten fordern Sicherheit und berufliche Perspektiven in der Arbeitswelt von morgen. "Sichere Jobs und bessere Bildungschancen für alle sind die Schlüssel zu guter Arbeit 4.0. Denn nur wer keine Angst um die Zukunft haben muss, kann gut und kreativ arbeiten", sagte der IG Metall-Vorsitzende. "Die Umbrüche in der Arbeitsgesellschaft dürfen deshalb nicht zum Abbau von Schutzrechten missbraucht werden. Dies gilt gerade für das Arbeitszeitgesetz", warnte Hofmann und richtete sich damit an Politik und Arbeitgeber. "Über 96 Prozent der Befragten wollen auch in Zukunft ein Arbeitszeitgesetz, das der Arbeitszeit Grenzen setzt. Dazu gehört auch das Recht auf Abschalten durch gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten."


Europa: Herausforderungen gemeinsam meistern

Mit Sorge verwies der Gewerkschafter auf den zunehmenden Rechtspopulismus in Europa und in Deutschland. "Das Projekt der europäischen Integration steht auf dem Spiel. Die bevorstehenden Herausforderungen können nur gemeinsam getreu dem 1. Mai-Motto ,Wir sind viele. Wir sind eins' von allen Europäern gemeistert werden", sagte Hofmann. "Ein starkes Europa, nicht der Rückzug in nationale Grenzen bietet die Chance in der globalisierten Welt, die Werte von Solidarität, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu leben. Wir müssen überzeugende Antworten für die Sorgen der Menschen formulieren. Es liegt mit an uns, ob rechtspopulistische Parolen Gehör finden. Hier hat die Gewerkschaftsbewegung eine große Verantwortung."

Dies gelte umso mehr angesichts der Umbrüche in der Arbeitswelt. "Die Digitalisierung von Produkten und Prozessen eröffnet in allen Branchen enorme Rationalisierungspotentiale. Dass diese Produktivitätsgewinne in gute Arbeit und neue Beschäftigung in Deutschland und Europa investiert werden und sich nicht alleine in den Renditen der Unternehmen wieder-finden, ist eine gesellschaftliche und gewerkschaftliche Herausforderung", sagte Hofmann.


Mehr Gerechtigkeit im Steuersystem

Dies setze auch einen handlungsfähigen Staat voraus, der in Bildung, notwendige Infrastruktur und gute Arbeit im öffentlichen Sektor investiert. "Wir brauchen eine Wende in der Finanzpolitik. Dabei geht es um mehr Gerechtigkeit im Steuersystem durch stärkere Belastung sehr hoher Einkommen, Vermögen und Erbschaften, aber auch eine mutige Haushaltspolitik. Deutschland braucht Investitionen in die Zukunft", sagte der IG Metall-Vorsitzende.

Auch in anderen Städten machten heute Vorstandsmitglieder der IG Metall die Interessen der Beschäftigten stark:

"IG Metall gestaltet Zukunft der Arbeit mit" - Jürgen Kerner in Emden
"Gerechtigkeitslücke ist bittere Realität" - Hans-Jürgen Urban in Wolfsburg
"Gesicht zeigen für Demokratie und Zivilcourage" - Wolfgang Lemb in Gera
"Perspektiven für alle in der Arbeit von morgen" - Irene Schulz in Mönchengladbach
"Ohne Gewerkschaft sähe das Land anders aus" - Ralf Kutzner in Bochum

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Werner Bachmeier
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