Ratgeber: Reisen in Corona-Zeiten
Herbsturlaub im Ausland: Das musst Du jetzt beachten

Weltweit ist die Infektionslage nach wie vor sehr dynamisch. Dennoch ist ein Herbsturlaub in diesem Jahr wieder an deutlich mehr Orten möglich als noch 2020. Hier erfährst Du, was Du bei Rückkehr aus dem Auslandsurlaub beachten musst.

23. Juni 202123. 6. 2021 |
Aktualisiert am 14. Oktober 202114. 10. 2021


Anfang Oktober sind in vielen Bundesländern die Herbstferien gestartet. Auch wenn ein Urlaub dieses Jahr im Herbst an deutlich mehr Auslandsorten möglich ist als im vergangenen Jahr, bleiben Reisen ins Ausland kompliziert. Denn viele Restaurants, Hotels und Länder planen den schrittweisen Übergang von den derzeitigen 3G- zur 2G-Regel.

Aber auch bei der Rückreise nach Deutschland gilt es einiges zu beachten. Der Grund: Seit 1. August 2021 müssen grundsätzlich alle Einreisenden ab dem 12. Lebensjahr einen Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorlegen können – egal von wo und mit welchem Verkehrsmittel sie einreisen. Diese sogenannte Nachweispflicht gilt unabhängig davon, ob Urlauberinnen und Urlauber sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Und bei Einreisen aus einem Virusvariantengebiet besteht seit August selbst für Geimpfte und Genesene eine Test- und Quarantänepflicht.

Geplant sind stichprobenartige Kontrollen auch im grenzüberschreitenden Auto- und Bahnverkehr. Ausnahmen gelten weiterhin für Grenzpendlerinnen und -pendler.
 

Was gilt bei Einreise aus dem Ausland?

Wer nach Deutschland einreist und mindestens 12 Jahre alt ist, muss seit dem 1. August verpflichtend auf eine Coronainfektion getestet sein (PCR- oder Antigentest). Wer geimpft oder genesen ist, kann darauf bei entsprechendem Nachweis verzichten. Wer unter 12 Jahre alt ist, braucht keinen Test.

Das negative Testergebnis darf bei einem PCR-Test maximal 72 Stunden, bei einem Antigen-Test maximal 48 Stunden alt sein. Für Hochrisiko- und Virusvariantengebiete gelten erweiterte Regelungen. So müssen alle Einreisenden aus einem Virusvariantengebiet ein aktuelles negatives Testergebnis vorlegen können (PCR-Test maximal 72 Stunden oder Antigentest maximal 24 Stunden alt). Das gilt auch für Geimpfte oder Genesene. Der Nachweis muss zur Kontrolle durch den Beförderer oder bei Einreise auf Anforderung durch die Bundespolizei oder die zuständige Behörde vorgelegt werden können.
 

Was sind Hochinzidenz- und was Virusvariantengebiete?

Mit dem Inkrafttreten der neuen Einreiseverordnung zum 1. August entfällt die Kategorie der „einfachen“ Risikogebiete. Künftig wird unter dem Oberbegriff „Risikogebiet“ nur noch zwischen Hochinzidenz- und Virusvariantengebiet unterschieden. Die aktuellen Listen der betroffenen Länder finden sich auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts. Als Hochinzidengebiet gelten aktuell zum Beispiel Montenegro, Slowenien, Türkei und Tunesien. Als Virusvariantengebiet sind derzeit keine Staaten und Regionen eingestuft.
 

Was bedeutet digitale Einreiseanmeldung?

Damit die Gesundheitsämter die Einhaltung der Quarantäne kontrollieren können, ist vor dem Grenzübertritt eine digitale Einreiseanmeldung auszufüllen. Darum müssen Urlauberinnen und Urlauber, die sich in den letzten zehn Tagen vor Einreise in einem Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet aufgehalten haben, vor Ankunft in Deutschland digital auf www.einreiseanmeldung.de ihre Reise- und Kontaktdaten angeben. Zudem muss man dort die Nachweise über Tests, Genesung oder Impfungen hochladen. Nach erfolgreicher Anmeldung erhalten Reisende eine Bestätigung, die sie mit sich führen müssen.  Die Pflicht zur digitalen Anmeldung gilt nur bei der Einreise aus einem definierten Risikogebiet.

Unser Tipp: In dem Portal lässt sich auch prüfen, ob man sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat und welche Pflichten Einreisende haben.

 

Was muss ich beachten, wenn ich aus einem Hochrisikogebiet einreise?

Für Einreisende, die sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem Hochrisikogebiet aufgehalten haben, gilt:

  • Jeder muss sich vor seiner Einreise nach Deutschland elektronisch über die digitale Einreiseanmeldung registrieren.
  • Zudem bedarf es bei der Einreise eines aktuell negativen Testergebnisses (PCR maximal 72 Stunden oder Antigentest maximal 48 Stunden) – es sei denn, man ist genesen oder geimpft. Kinder unter 12 Jahren benötigen keinen Test.
  • Grundsätzlich muss sich jeder nach der Einreise unverzüglich auf eigene Kosten für einen Zeitraum von mindestens zehn Tagen in Quarantäne begeben. Wer genesen oder vollständig geimpft ist, muss den entsprechenden Nachweis im digitalen Einreiseportal der Bundesregierung hochladen. Die Quarantäne kann dann mit dem Zeitpunkt der Übermittlung beendet werden.
  • Für alle anderen gilt: Die Quarantäne kann frühestens nach dem fünften Tag durch eine negative Testung vorzeitig beendet werden.
  • Kinder unter 12 Jahren sind zwar von der Testpflicht ausgenommen, jedoch nicht von der Quarantänepflicht. Sie können die Quarantäne frühestens fünf Tage nach Einreise beenden – auch ohne Test.
     

Was muss ich beachten, wenn ich aus einem Virusvariantengebiet einreise?

Für Einreisende, die sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem Virusvariantengebiet aufgehalten haben, gilt:

  • Jeder muss sich vor seiner Einreise nach Deutschland elektronisch über die digitale Einreiseanmeldung registrieren.
  • Zudem bedarf es bei der Einreise immer eines aktuell negativen Testergebnisses (PCR maximal 72 Stunden oder Antigentest maximal 24 Stunden), ein Impf- oder ein Genesenennachweis reicht nicht aus. Die Testpflicht bei Einreise besteht nicht für unter 12-Jährige.
  • Alle – auch Genesene oder Geimpfte – müssen eine strikte 14-tägige Quarantäne einhalten – eine „Freitestungsmöglichkeit“ besteht hier vor dem Hintergrund der besonderen Gefährlichkeit der Virusvarianten nicht.
  • Eine Verkürzung der 14-tägigen Quarantäne ist möglich, wenn das jeweilige Urlaubsland während der Quarantäne vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet heruntergestuft wird.
  • Wer über einen vollständigen Impfschutz verfügt, kann die Quarantäne mit Übersendung des Impfnachweises beenden, wenn das Robert Koch-Institut festgestellt hat, dass dieser Impfstoff gegen die Virusvariante im Urlaubsgebiet wirksam ist. Ein solcher Nachweis setzt jedoch eine entsprechende Feststellung der Wirksamkeit durch das Robert Koch-Institut voraus, die es aktuell noch für keine Virusvariante gibt.
     

News rund um Corona und Reisen

Die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts werden laufend aktualisiert. Die Infos gibt es auch über die App „Sicher Reisen“. Wer will, kann sich per Push-Nachricht informieren lassen, falls sich die Reisehinweise für das Land ändern, in dem man sich gerade aufhält.

Hinweise über Reisebeschränkungen innerhalb der EU gibt es in 24 Sprachen auf der Plattform „Re-open EU“. Zudem finden sich dort Hinweise, ob das Zielland das EU-Zertifikat für den digitalen Impfnachweis nutzt. Die Infos gibt es auch in der gleichnamigen App.

Wer einen Urlaub in Deutschland plant und wissen will, welche Einschränkungen in den Bundesländern gelten, sollte den Tourismus-Wegweiser des Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes kennen. In 34 Rubriken wird die aktuelle Lage im Bundesland Deiner Wahl erläutert. Ein einfacher Klick auf das jeweilige Bundesland gibt erste Antworten.

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