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Rente

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Altersvorsorge

Mehrheit will gesetzliche Rente stärken

24.02.2017 Ι Fast zwei Drittel der Menschen in Deutschland wollen die gesetzliche Rente stärken - und wären auch bereit, dafür höhere Beiträge zu zahlen. Die Bürger stellen allerdings eine Bedingung.

Die Frage ist ein bisschen sperrig. Aber es ist eine Frage, an der sich die Zukunft der Altersversorgung in Deutschland entscheiden dürfte. Sie lautet:

"Für eine höhere gesetzliche Rente, die meinen Lebensstandard im Alter annähernd sichert, wäre ich grundsätzlich auch mit höheren Rentenbeiträgen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer einverstanden. Stimmen Sie dieser Aussage zu?

Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend, weil sie die Richtung für die künftige Rentenpolitik vorgibt: Soll die Leistung der gesetzlichen Rente immer weiter sinken, damit die Beiträge möglichst niedrig bleiben - und damit die Kosten für die Arbeitgeber?

Oder entscheidet sich das Land für eine Rente, die einen halbwegs sorgenfreien Ruhestand ermöglicht. Was auch bedeuten würde: Beschäftigte und Arbeitgeber teilen sich die Kosten der Altersvorsorge; heute müssen allein die Arbeitnehmer immer größere Rentenlöcher mit unsicherer Privatvorsorge stopfen.

Die IG Metall wollte die Meinung der Bevölkerung wissen und hat eine repräsentative Umfrage in Auftrag geben.
 

Bekenntnis zur Rente

Ergebnis: 61 Prozent der Befragten stimmten der genannten Aussage zu. Sie würden also lieber mehr Geld in die gesetzliche Rentenversicherung stecken, als in private Rentenversicherungen, Aktienfonds oder schlecht verzinste Sparpläne.

Auffällig dabei: Die Zustimmung ist bei den 18 bis 34-Jährigen besonders hoch. 68 Prozent von ihnen wollen die Rentenversicherung stärken.

Das Umfrageergebnis widerspricht einer oft verbreiteten Behauptung: Immer wieder inszenieren sich Arbeitgeber-Verbände als Rächer der jungen Generation, indem sie auch moderat steigende Rentenbeiträge verteufeln.

Ihr Argument: Die arbeitende Bevölkerung dürfe nicht zu stark belastet werden. Tatsächlich ist diese Belastung längst da - durch den Zwang zur privaten Vorsorge. Hinter der Arbeitgeber-Behauptungen steckt ein dürftig bemänteltes Eigeninteresse: Sie wollen sich um einen höheren Arbeitgeber-Anteil zur Rentenversicherung drücken.
 

Hans-Jürgen Urban, als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall für Sozialpolitik zuständig, hält diese Strategie für perfide: "Es sind doch gerade die Jungen, die den Preis für die Leistungskürzungen bei der gesetzliche Renten zahlen und hinter immer größeren Renten-Lücken an unsicheren Kapitalmärkten hinterhersparen sollen."

Eine klare Absage erteilen die Befragten auch der Idee, das Rentenalter über 67 Jahre hinaus zu erhöhen. 74 Prozent aller Erwerbstätigen halten es für nicht realistisch, ihre Arbeit bis ins hohe Alter ausüben zu können. Bei den Arbeitern sind es sogar 93 Prozent.

"Die Jüngeren sollen zukünftig auch noch bis ins hohe Alter arbeiten, bis 70, 73 oder noch länger. Das geht an der Realität in den Betrieben vorbei", sagt Urban. Wer die Regelaltersgrenze weiter hochtreibe, kürze dadurch die Renten.

 Für eine solidarische Rentenpolitik: Aktion der IG Metall vor der INSM-Zentrale in Berlin:


Zu der Umfrage:
Für die Renten-Umfrage wurden 1032 Bürger telefonisch befragt. Bei der Stichprobe handelt es sich um eine repräsentative Zufallsauswahl. Befragt wurden ausschließlich Wahlberechtigte in Deutschland ab 18 Jahren.

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Werner Bachmeier
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