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Ratgeber Probezeit

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Ratgeber Probezeit

Zeit zum Beschnuppern

04.04.2018 Ι In vielen Arbeitsverträgen ist eine Probezeit vereinbart. Wir erläutern, wie lange sie maximal dauern darf, ob der Arbeitgeber in dieser Zeit ohne Grund kündigen kann und welche Rechte Beschäftigte haben.

Die meisten Jobs beginnen mit einer Probezeit. Für einen begrenzten Zeitraum zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses bestehen für beide Parteien erleichterte Kündigungsmöglichkeiten. Aber Achtung: Die Probezeit wird häufig mit der sechsmonatigen Wartezeit aus dem Kündigungsschutzgesetz verwechselt. Nach dem Gesetz beginnt der Kündigungsschutz erst nach Ablauf von sechs Monaten. Zuvor kann der Arbeitgeber tatsächlich ohne einen besonderen Grund kündigen.

 

Eignungsprüfung

Die Probezeit dagegen muss vertraglich vereinbart werden, entweder im Arbeits- oder im Tarifvertrag. In dieser Zeit sollen beide Seiten darüber Klarheit finden, ob sich der Arbeitnehmer für die ihm übertragene Aufgabe eignet und umgekehrt er diese dauerhaft ausführen will. Wenn dies nicht der Fall ist, können beide Seiten mit einer verkürzten Frist kündigen. In der Regel beträgt die Frist zwei Wochen. Der Kündigende braucht keinen festen Kündigungstermin einzuhalten, das Arbeitsverhältnis kann jederzeit auslaufen.

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz ermöglicht es auch, dass ein Arbeitsverhältnis zur Erprobung befristet wird. Dieses endet dann nach der Probezeit, wenn kein weiterer Arbeitsvertrag geschlossen wird. Eine solche Befristung muss ausdrücklich und unmissverständlich vereinbart sein. In den allermeisten Fällen wird das Probearbeitsverhältnis aber für die erste Zeit eines regulären Vertrags vereinbart.

 

Maximale Dauer

Die Länge der Probezeit kann zwischen den Parteien grundsätzlich individuell vereinbart werden. Ausnahme: In einem Tarifvertrag ist eine bestimmte Dauer festgelegt. Üblich sind drei Monate. Darüber hinaus kann eine längere Probezeit vereinbart werden.

Je anspruchsvoller die Tätigkeit, umso schwerer ist es, die Eignung zu beurteilen und desto länger kann die Probezeit dauern. Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts ist eine bis zu sechsmonatige Probezeit rechtmäßig, eine längere Dauer jedoch kaum zu rechtfertigen. Zudem gilt ab dem siebten Monat eine gesetzliche Kündigungsfrist von mindestens einem Monat sowie der volle Kündigungsschutz.

Ausbildungsverhältnisse beginnen zwingend mit einer Probezeit zwischen einem bis vier Monate. Nur in dieser Zeit können Ausbilder oder Azubis ordentlich kündigen, danach nur noch außerordentlich. Nach dem Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie Metall- und Elektroindustrie dauert die Probezeit für Auszubildende maximal drei Monate. Außerdem ist eine Kündigung in der Probezeit nur zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats möglich.

Bei allen anderen Arbeitsverträgen müssen die Parteien die Probezeit ausdrücklich vereinbaren. Gibt es keine Vereinbarung, gilt auch keine Probezeit.

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