Für Arbeit und Aufschwung
IG Metall fordert gemeinsame Initiative

Der Industriestandort Deutschland braucht neue Strategien, um aus der Krise zu kommen. Für die IG Metall ist klar: Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften müssen jetzt zusammen eine Zukunftsoffensive starten.


26. Januar 202626. 1. 2026


„Wir müssen neue Wege beschreiten, damit der Industriestandort Deutschland wieder dahin kommt, wo er hingehört: an die Spitze. Wir brauchen Mut im Wandel, statt immer mehr Verunsicherung“, betont Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, auf der Jahrespressekonferenz der IG Metall in Frankfurt.

Aktuell sind die Zeiten schwierig, besonders in der Automobil-, Zulieferer- und Grundstoffindustrie. Die deutsche Industrie droht zwischen US-Zöllen und subventionierten Importen aus China zerrieben zu werden. 140 000 Arbeitsplätze sind in der Industrie 2025 abgebaut worden. Doch die Zahlen hätten noch deutlich höher ausfallen können.  

„Die IG Metall, ihre Betriebsräte und die Beschäftigten haben geliefert. Ohne uns wäre es in der deutschen Industrie schon jetzt zappenduster. Die Beschäftigten in unseren Bereichen verzichten auf Milliardenbeträge, auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, arbeiten länger für weniger. Im Gegenzug ist es uns gelungen, zehntausende Arbeitsplätze zu sichern und Investitionszusagen für deutsche Standorte zu vereinbaren“, erklärt Benner.


IG Metall fordert Initiative für Arbeit und Aufschwung

Jetzt geht es für die IG Metall darum, nach vorne zu gehen. Für Benner ist klar: „Wir brauchen neue Strategien.“ Die IG Metall fordert daher eine Initiative für Arbeit und Aufschwung mit Fokus auf Innovation, Investition und Industrie – und legt dafür ein klares Programm vor. 

„Bei der Initiative für Arbeit und Aufschwung geht es nicht einfach um einen weiteren runden Tisch oder die nächste gemeinsame Erklärung“, betont Jürgen Kerner. Der Zweite Vorsitzende der IG Metall verdeutlicht, um was es jetzt gehen muss: „Es geht um konkrete Arbeit im Maschinenraum der Industrie: in den einzelnen Branchen und vor Ort in den Regionen.“

Die von der IG Metall geforderte Initiative für Arbeit und Aufschwung beinhaltet diese Punkte:

  1. Deindustrialisierung stoppen: Die IG Metall fordert ein klares Bekenntnis gegen Verlagerungen, Standortschließungen und Kündigungen. Sollte der Kahlschlag nicht aufhören, wird die Gewerkschaft auf Konflikt schalten.
  2. Klares Bekenntnis zur Industrialisierung neuer Technologien: Neue Technologien und Produkte müssen in Deutschland entwickelt und gefertigt werden. 
  3. Stärkung lokaler Wertschöpfung bei Investitionen und Vergaben: Die Resilienz der Lieferketten muss verbessert werden. Die Verbindung zwischen lokaler Wertschöpfung und Investitionsförderungen muss gestärkt werden. Bei öffentlichen Aufträgen muss ein wesentlicher verpflichtender lokaler Wertschöpfungsanteil gelten. Unternehmen mit Tarifbindung müssen bevorzugt werden.  
  4. Europäische Industriepolitik mit klaren Wertschöpfungsregeln: Auf europäischer Ebene dürfen Ansiedlungen außereuropäischer Unternehmen nur gefördert werden, wenn wesentliche verbindliche Wertschöpfungsanteile in Deutschland und Europa entstehen. Ebenso muss der Umbau bestehender Standorte genauso gefördert werden wie Neuinvestitionen in EU-Förderregionen. Fördergelder dürfen nicht für Standortverlagerungen genutzt werden.
  5. Zusammenarbeit auf betrieblicher Ebene bietet die IG Metall bei folgenden drei Punkten an: 
  • Stärkung der Produktivität durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz: Digitalisierung und KI bieten Chancen. Mit Prozessvereinbarungen zwischen Betriebsräten und Arbeitgebern will die IG Metall die Einführung von KI beschleunigen.
  • Mehr Tempo in Entscheidungsprozessen – ohne Abbau von Schutzrechten: Es braucht Entlastung durch die Politik. Aber auch die Entscheidungswege in den Unternehmen müssen deutlich kürzer und Prozesse schneller werden. Die rote Linie zieht die IG Metall beim Arbeits- und Gesundheitsschutz.
  • Offensive Gesundheitspolitik: Die Verdächtigung erkrankter Beschäftigter muss umgehend beendet werden. Im Rahmen einer „Offensive Gesundheitspolitik“ will die IG Metall in den Betrieben Arbeitsbedingungen, Unternehmenskulturen und Strategiedefizite thematisieren und zielgerichtete Maßnahmen entwickeln.
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