Daimlerwerk Wörth wird zukunftsfest
Elektro- und Wasserstoff-LKW werden in Wörth gebaut

Elektro- und Wasserstoff-LKW werden künftig im Daimlerwerk in der Südpfalz gebaut – nicht in Osteuropa. IG Metall, Betriebsrat und Beschäftigte haben ein Zukunftspaket erstritten, das Investitionen in die neuen Technologien, Qualifizierung und damit Arbeitsplätze sichert.


10 000 Beschäftigte haben es in den vergangenen Wochen den Daimler-Konzernlenkern deutlich gemacht: „Ich will auch in Zukunft einen sicheren Job.“ Doch der Konzern hatte ganz andere Pläne: Sparprogramm, statt Investitionen. Hohe Einsparungen zu Lasten der Beschäftigten sollten her, Boni gestrichen, das tarifliche Zusatzgeld ausgesetzt werden.

Und vor allem: Die Konzernchefs liebäugelten mit der Idee, die LKW der Zukunft in Osteuropa zu bauen. Doch IG Metall, Betriebsrat und Beschäftigte wehrten sich und kämpften für die Zukunft des Standorts Wörth. Mit Erfolg: Nach mehreren Monaten der harten Verhandlungen und des Drucks, den die Beschäftigten verschiedener Standorte gegenüber dem Management aufbauten, konnten sie der Abreitgeberseite ein Zukunftspaket abringen. Dieses sichert die Serienproduktion der künftigen Elektro- und Wasserstoff-LKW in der Südpfalz und damit die Arbeitsplätze der 10 000 Beschäftigten.

Ralf Köhler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Landau, zeigt sich zufrieden: „Der Einsatz hat sich gelohnt. Wir waren und sind bereit, unsere Zukunft selbst mitzugestalten und hierfür Verantwortung zu übernehmen. Vielen Dank an das Verhandlungsteam und alle Gewerkschaftsmitglieder, die dieses prima Ergebnis ermöglicht haben. Das macht aber auch deutlich, dass es für alle künftigen betrieblichen und tariflichen Auseinandersetzung immer eine gut organisierte und handlungsfähige Belegschaft mit einer starken IG Metall braucht.“


Investitionen lassen Standort wachsen

In dem „Zukunftsvertrag 2030“ ist festgeschrieben, dass die künftigen LKW in Wörth gefertigt werden. Dazu gehört sowohl die Weiterentwicklung des heutigen Verbrenners, wie auch die Serienproduktion der Wasserstoff- und Elektro-LKW. Die wesentliche Voraussetzung dafür ist − neben den Investitionen − natürlich die Qualifizierung der Beschäftigten am Standort, die ebenfalls im Vertrag festgeschrieben ist.

Mit den Zukunftsprodukten sind die Arbeitsplätze nicht nur gesichert – es wird sogar mehr Beschäftigte brauchen. Aktuell laufen Vorbereitungen für den Wechsel von einem Zwei- auf ein befristetes Drei-Schicht Modell, das im 4. Quartal 2021 starten soll. In diesem Zuge werden etwa 1500 weitere Beschäftigte, vorwiegend über fair geregelte Leiharbeit, eingestellt. Überschreiten sie in Wörth die Leiharbeitsquote von acht Prozent über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten, dann werden zehn Prozent der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis der Daimler Truck AG übernommen. Und auch die Ausbildungszahlen werden erhöht: von jährlich 88 auf 100.

Die Angriffe von der Konzernleitung auf den Tarifvertrag konnten zudem abgewehrt werden. Es ist nun sogar so, dass es mehr Selbstbestimmung beim tariflichen Zusatzgeld geben wird. Alle direkten Beschäftigten können das tarifliche Zusatzgeld von 27,5 Prozent (T-ZUG A) grundsätzlich in sechs freie Tage umwandeln. Anspruchsberechtigte nach Tarifvertrag können weiterhin T-Zug A in acht freie Tage umwandeln.

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