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Warnstreik bei Bosch und Bosch Rexroth

Mit Trommeln und Ölfässern in den Warnstreik

12.01.2018 Ι Seit dieser Woche rollt die Warnstreikwelle in der Metall- und Elektroindustrie. Über 250.000 Beschäftigte haben sich bisher daran beteiligt. Bei Bosch und Bosch Rexroth in Homburg/Saar waren es 2000. In seiner Rede vor den Warnstreikenden in Homburg forderte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, die Arbeitgeber dazu auf, ihre Blockadehaltung endlich aufzugeben.

Die IG Metall hat zum Warnstreik aufgerufen. Die ersten Trommelschläge sind schon zu hören, vom Werksgelände von Bosch Rexroth in Homburg an der Saar. Dazu kommen Regieanweisungen vom Megafon: "zum Tor". "Ihr seid auch eingeladen, kommt raus". "Trommler nach vorne". Und dann kommen sie raus: 2000 Beschäftigte von Bosch und Bosch Rexroth, vorneweg wie durchgesagt die Trommler, einige von ihnen schieben rote Ölfässern mit IG Metall-Logo, auf die sie im Takt mit dem Hammer einschlagen. Dahinter ein riesiges Transparent über die gesamte Breite des Demozugs. Und dann die Leute.
 


Draußen auf dem Parkplatz hat die IG Metall Homburg-Saarpfalz an diesem Mittwoch eine Bühne aufgebaut. Der Wecker auf der Bühne klingelt über die Soundanlage, aus der Housemusic-Beats wummern. Eine Sirene heult. Als erster Redner spricht der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, zu den Beschäftigten.


Die IG Metall fordert 6 Prozent mehr Geld. "Etwa 13 Milliarden Euro haben die börsennotierten Metall- und Elektrounternehmen im Geschäftsjahr 2016 als Dividende an ihre Aktionäre ausgeschüttet - und sicher ist: 2017 war das das noch mal deutlich mehr", erklärt Hofmann. "Ein Prozent mehr Entgelt kostet die Unternehmen gerade mal 1,4 Milliarden Euro. Das Geld ist in den Geldbeuteln der Beschäftigten besser aufgehoben als bei Finanzspekulanten."


Wer seine Arbeitszeit anpassen will, muss beim Chef betteln

Neben mehr Geld fordert die IG Metall auch Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Bis auf 28 Stunden sollen Beschäftigte ihre Arbeitszeit reduzieren können, bis zu zwei Jahre lang. Wer kürzer arbeitet, um Kinder zu betreuen, Angehörige zu pflegen oder wer in belastenden Arbeitszeiten wie Schicht arbeitet, soll dazu einen Zuschuss erhalten.


Es geht vor allem darum, dass nicht immer nur die Arbeitgeber bestimmen, wann gearbeitet wird, immer flexibler, länger, rund um die Uhr, auch am Wochenende, sondern dass endlich auch die Beschäftigte mehr Flexibilität für sich bekommen und mehr selbst bestimmen können.


Das ist auch bei Bosch Rexroth in Homburg, wo ein Großteil Schicht arbeitet, ein Riesen-Thema. "Ihr kommt fast jedes Wochenende rein, wenn Arbeit da ist, da gibt es kein Wenn und kein Aber", kritisiert der Betriebsratsvorsitzende Oliver Simon in seiner Rede. "Aber wenn Ihr was habt, wo Ihr mal Zeit braucht, dann geht's nicht."


Die Beschäftigten sehen das genauso. "Wir sind ein hochgradiger Schichtbetrieb, die Belegschaft wird älter, viele müssen ihre Eltern pflegen. Für uns ist es wichtig, dass wir unsere Arbeitszeit anpassen können", meint ein IG Metall-Vertrauensmann mit einer großen Trommel vor dem Bauch. "Aber wenn wir das wollen, müssen wir immer fragen und betteln. Wir brauchen da endlich einen verbindlichen Anspruch."

 

Arbeitgebern sollen ihre Blockadehaltung aufgeben

"Mit der IG Metall wird es einen Tarifabschluss nur mit allen drei Komponenten geben", macht Hofmann in seiner Rede klar. "Eine ordentliche Entgelterhöhung. Eine Wahloption, die Arbeitszeit befristet zu reduzieren. Und Zuschüsse, die die Arbeitszeitreduzierung bei Kindererziehung, in Pflegesituationen und für die Gesundheit auch für alle möglich machen.


Die Arbeitgeber sollten die anstehende dritte Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie zu nutzen, um ihre Blockadehaltung aufzugeben."


Nach einer Stunde ist der Warnstreik erst mal wieder vorbei. Ralf Reinstädtler, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Homburg-Saarpfalz verabschiedet die Beschäftigten. "Legt Euch aber schon mal warme Sachen ins Auto. Das wird vermutlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir für unsere Forderungen vors Tor gehen müssen."

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