Union Busting
Skandal um „Straftat“ bei Tesla - IG Metall klagt

Eklat bei Tesla kurz vor der Betriebsratswahl: Ein IG Metall-Sekretär wird der Polizei übergeben, sein PC beschlagnahmt. Er soll beim Betriebsrat aufgezeichnet haben. Die IG Metall spricht von einer Schmutzkampagne – und verklagt Tesla. 116 Beschäftigte kandidieren auf der Liste der IG Metall.


19. Februar 202619. 2. 2026


Etwas Dreck bleibt immer hängen. Und beim Elektroautobauer Tesla in Grünheide bei Berlin fliegt kurz vor der Betriebsratswahl gewaltig Dreck. Ein Sekretär der IG Metall wird vom Werkschutz aus der Betriebsratssitzung heraus in einen Raum geführt und dort dann der Polizei übergeben – wegen einer angeblichen „Straftat“, wie der Werkleiter kurz danach an die Belegschaft schreibt. Die Behauptung: Der IG Metall-Sekretär habe die Betriebsratssitzung illegal auf seinem Computer aufgezeichnet. 

Die IG Metall hält das für ein dreistes Vorgehen, das kurz vor der Wahl einen Skandal produzieren soll. Der IG Metall-Sekretär hatte schließlich noch vor Ort angeboten, die Vorwürfe zu entkräften. Doch dazu wurde ihm keine Gelegenheit gegeben.

Der Laptop des IG Metall-Sekretärs wurde von der Polizei beschlagnahmt – und soll nun ausgewertet werden. Die IG Metall hat der Polizei maximale Kooperation zugesichert. Aber ob die Beweissicherung bis zur Betriebsratswahl am 2. bis 4. März beendet sein wird und damit die Anschuldigungen entkräftet werden, ist fraglich.


116 Beschäftigte kandidieren auf der IG Metall-Liste

Tesla und Firmenchef Elon Musk sind dafür bekannt, Gewerkschaften heraushalten zu wollen. Doch in Grünheide ist nun nach vier Jahren ein neuer Tiefpunkt erreicht. Die IG Metall stellt nun ebenfalls Strafanzeige.

„Mit beispielloser Aggressivität attackiert das Tesla-Management Mitbestimmung und Gewerkschaften in der Gigafactory“, kritisiert Jan Otto, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Damit darf der Konzern nicht durchkommen. Bei der Betriebsratswahl in Grünheide geht es daher auch darum, die Demokratie im Betrieb zu sichern.“

Mit 116 Kandidatinnen und Kandidaten tritt die Gruppe „IG Metall – Tesla Workers GFBB“ als größte Liste bei der Betriebsratswahl an – gegen 10 gegnerische Listen. Vier Jahre nach Start der Produktion müssen Bezahlung, Arbeitsbedingungen und die Behandlung der Beschäftigten endlich besser werden. Und anders als früher trauen sich immer mehr Beschäftigte, sich zur IG Metall zu bekennen – etwa indem sie T-Shirts der IG Metall in der Werkshalle tragen.

„Weil sich hier was ändern muss“

Video der Liste 1 - IG Metall Tesla Workers zur Betriebsratswahl 2026

IG Metall-Liste fordert bessere Arbeitsbedingungen

„Wir verlangen eine faire Betriebsratswahl, bei der nicht die Geschäftsführung mit Schmutzkampagnen von der inhaltlichen Auseinandersetzung ablenkt“, fordert Betriebsrätin Laura Arndt, die auf der Liste IG Metall – Tesla Workers GFBB kandidiert. „Es muss sich etwas ändern in der Gigafactory. Dafür treten wir an. Auch bei Tesla müssen Arbeitsbedingungen möglich sein, mit denen die Kolleginnen und Kollegen gesund das Rentenalter erreichen können. Wir stehen für eine Entlastung vom übermäßigen Arbeitsdruck durch zusätzliche Pausen und zusätzliches Personal, für Weihnachtsgeld, mehr frei planbaren Urlaub, einen Spätschichtzuschlag und noch einiges mehr.“

Neben besserer Bezahlung (nach Informationen der IG Metall verdient der Großteil der Beschäftigten deutlich weniger als bei tarifgebundenen Autobauern) und den Arbeitsbedingungen (unter anderem gilt bei Tesla eine 38-Stunden-Woche) wollen die Metallerinnen und Metallern bei Tesla vor allem mehr Respekt für die Beschäftigten.

„Die Kolleginnen und Kollegen verlangen zu Recht, dass sie als Menschen respektiert werden. Sie wollen nicht länger von oben herab behandelt werden, wie Maschinen, die man austauscht, wenn sie nicht mehr wie gewollt funktionieren“, Philipp Schwartz, Betriebsratsmitglied und Kandidat auf der Liste IG Metall – Tesla Workers GFBB. „Sie wollen nicht länger der Willkür der Tesla-Führungskultur ausgeliefert sein. Besonders bekommen diejenigen diese Willkür zu spüren, die krank werden, ganz egal, ob es von der Arbeit kommt oder nicht. Dieser Druck muss aufhören und das sehen die Kolleginnen und Kollegen genauso.“

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