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Tradition und Innovation
Die Branchen der IG Metall

Mit den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen aus verschiedenen Branchen gestalten wir Innovationen, um unseren Mitgliedern eine erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen.


Mobilitätsbranchen

Als Mobilitätsbranchen werden die Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrtindustrie, Bahnindustrie, und der Schiffs- und Bootsbau bezeichnet. Für diese Branchen gelten in der Regel die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie.

Die Automobilindustrie bildet mit über 830 000 Beschäftigten (2018) ein Herzstück der deutschen Industrie. Die Branche ist derzeit besonders stark vom Transformationsprozess betroffen: Digitalisierung, neue globale Wertschöpfungsketten, die Entwicklung neuer Antriebe sowie der ökologische Wandel stellen die exportorientierte Branche vor neue Herausforderungen.

Die Bahnindustrie gehört mit 52 500 direkt Beschäftigten in Deutschland und einem Umsatz von rund 11 Milliarden Euro (Verband der Bahnindustrie für das Gesamtjahr 2017) zum industriellen Kern Deutschlands. Zur Bahnindustrie gehören die Hersteller von Schienenfahrzeugen, Firmen der Leit- und Sicherungstechnik, der Infrastruktur sowie die mit ihnen verbundenen Zulieferer und Dienstleister. Durch die geplante Verkehrswende können sich besonders für diese Branche neue Chancen eröffnen.

Die Luft- und Raumfahrtbranche gilt mit ihren 109 500 Beschäftigten als eine der Schlüsselindustrien in Deutschland. Sie ist geprägt durch ein dominierendes europäisches OEM-Unternehmen und eine Vielzahl von mittelständischen Zulieferern. Die Auftragslage ist gut bis sehr gut. Die Tendenz zu globalen Wertschöpfungsketten sowie Digitalisierungs- und Automatisierungsprozesse stellen Belegschaften und Unternehmen jedoch vor große Herausforderungen.

Schätzungen von Experten gehen für den Schiffs-und Bootsbau samt Zulieferbetrieben insgesamt von einem jährlichen Umsatz von etwa 18 Milliarden Euro aus (Stand 2018). 70 bis 80 Prozent der Wertschöpfung entfällt auf die Zulieferbetriebe. Während vor allem der Kreuzfahrt- und Yachtschiffbau für Arbeit sorgen, gibt es im Marineschiffbau Unsicherheiten.


Maschinen- und Anlagebau

Der Maschinen- und Anlagenbau ist mit mehr als einer Million Beschäftigten (Stand: 2018) die beschäftigungsstärkste Branche der deutschen Industrie und ein Innovationstreiber in Sachen Industrie 4.0. Die Branche bildet die Basis für den Erfolg anderer Industrien und stellt in der Wertschöpfungskette vieler Industriezweige – wie der Stahl- und Automobilindustrie – ein wichtiges Glied dar. Deshalb sind ohne den Maschinenbau und seine Anlagen die großen industriellen Zukunftsprojekte nicht zu bewältigen. Wichtige Teilbranchen des Maschinenbaus sind die Automatisierungstechnik, Baumaschinen, Elektrowerkzeuge und der Energieanlagen- und Kraftwerksbau.


Elektroindustrie

In der Elektroindustrie werden die gesamte Elektronik, die Medizintechnik, die Weiße Ware (elektrische Haushaltsgeräte) und die IT-Industrie zusammengefasst. Die Elektroindustrie ist stark exportorientiert und eine der ältesten Branchen der IG Metall. Die Digitalisierung von Prozessen spielt hier eine große Rolle.


Stahlindustrie

Zur Stahlindustrie gehören zusätzlich die Teilbranchen Aluminiumindustrie, die Gießereiindustrie und die Schmiedebranche. Der Branche gehören derzeit über 70 000 Beschäftigte an (Stand: 2018). Alle Bereiche sind kostenintensiv und energieaufwändig. Was die Branche stets umtreibt, ist die Frage nach der Ressourceneffizienz und die Reduktion der CO2-Emissionen. Umwelt-, Klima- und Energiepolitik werden auch in den kommenden Jahren die entscheidenden Transformationsthemen für die Branche sein. Weitere Herausforderungen stellen Umstrukturierungen innerhalb der Branche sowie die aktuelle globale Handelspolitik dar.


Holz und Kunststoff

Der Bereich Holz und Kunststoff setzt sich aus verschiedenen Branchen mit den jeweiligen Unterbranchen zusammen. Die Möbelindustrie und die Holzindustrie bilden hierbei die größten Bereiche. Dies könnte sich allerdings ändern, da der Bereich der Kunststoff verarbeitenden Industrie in der IG Metall immer stärker wächst. Grund hierfür sind neue Materialien und verbesserte Herstellungsverfahren. In der Gesamtbranche erwirtschaften mehr als 182 000 Beschäftigte einen Umsatz von 41,7 Milliarden Euro. Während die Holzindustrie und der Baubedarf aus Kunststoff von der stabilen Konjunktur und dem Boom in der Bauwirtschaft profitierten, entwickelte sich die Möbelindustrie sehr unterschiedlich.


Textile Branchen

In den Textilen Branchen sind die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Textilen Dienstleistungen vereint. Die Textil- und Bekleidungsindustrie zählt derzeit über 80 000 Beschäftigte (Stand 2018). Zu den Textilen Dienstleistungen zählen zum Beispiel Wäschereien. Die Branche ist seit jeher durch eine eher geringe Tarifbindung und niedrige Löhne geprägt. Der Markt wird stark von Discountern unter Druck gesetzt. Viele Unternehmen geben diesen Druck an die Beschäftigten weiter. Die IG Metall hat in den letzten Jahren jedoch viele Verbesserungen erzielt: zahlreiche Betriebe sind in die Tarifbindung zurückgekehrt und es wurde ein Zeugnis für Sozialverträglichkeit eingeführt. Damit kann die Einhaltung von gesetzlichen Mindeststandards überprüft werden.


Handwerk

Zum Wirtschaftszweig Handwerk gehören 92 Branchen im Organisationsbereich der IG Metall. Die Schwerpunktbranchen sind das Kfz-Handwerk, das Elektrohandwerk, das Sanitär-Heizung-Klima-Handwerk, das Metallhandwerk, das Tischler-/Schreinerhandwerk sowie verschiedene Gesundheitshandwerke. Von den 5 Millionen Beschäftigten im Handwerk gehören 2,1 Millionen zum Organisationsbereich der IG Metall. Das Handwerk ist vor allem durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt, durchlebt derzeit aber einen Strukturwandel hin zu großen „Handwerkskonzernen“. Die Transformation der Arbeitswelt wird auch das Arbeiten im Handwerk verändern, aus diesem Grund braucht es starke betriebliche Mitbestimmung und gut organisierte Belegschaften.

 


arbeiten genannten Branchen zu:


Industrienahe Dienstleistungen

Bei der Fertigung von Industrieprodukten laufen viele verschiedene Arbeitsprozesse zusammen. Neben der eigentlichen Produktion müssen Maschinen gereinigt und instandgehalten, Rohre und Leitungen verlegt, Einzelteile bestellt und transportiert werden. Diese Arbeiten werden zunehmend an spezialisierte Industrie-Service-Dienstleister vergeben ― immer öfter im Full-Service-Paket. Die Konzentration auf das Kerngeschäft ist ein wesentliches Argument der Industrieunternehmen für die Ausgliederung von Arbeitsaufgaben bis hin zu ganzen Produktionsbereichen an Industrieserviceunternehmen.

Facility Service Unternehmen planen und betreuen Gebäude und Anlagen. Sie übernehmen Wartung und Instandhaltung der Gebäudetechnik, die Bewachung, den Kantinenbetrieb und vieles mehr. Jeder zehnte Erwerbstätige in Deutschland ist bereits im Facility Service beschäftigt.


Kontraktlogistik

Die Kontraktlogistik ist ein Dienstleistungsmodell, das mehrere Dienstleistungen miteinander kombiniert und in der Automobilindustrie und dem Fahrzeugbau sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie weit verbreitet ist. Die Kontraktlogistikdienstleistungen umfassen kundenbezogene Speditionstätigkeiten wie Transport, Lagerhaltung und Umschlag und umfassen weitere logistische und fertigungsnahe Dienstleistungen der Metall- und Elektroindustrie.


Leiharbeit

Das Verleihen von Menschen an Dritte – sogenannte Arbeitnehmerüberlassung – ist fester Bestandteil unserer Arbeitswelt geworden. Beschäftigte der Personaldienstleistungsunternehmen werden von ihren Arbeitsgebern auf Zeit u.a. an Unternehmen der Metall-, Holz und Kunststoff- oder Textilindustrie vermittelt bzw. ausgeliehen. Die Personaldienstleistungsunternehmen sehen in der Leih- und Zeitarbeit mittlerweile eine eigenständige Branche. Mehr als eine Millionen Menschen arbeiten in Leiharbeit ― mit geringen Chancen, auf einen dauerhaften Arbeitsplatz in ihrem Einsatzbetrieb zu wechseln.

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