Jugend Meine IG Metall Mitglied werden

Metall-Tarifrunde 2020
IG Metall-Vorstand empfiehlt vorgezogene Verhandlungen

Der Vorstand der IG Metall empfiehlt den regionalen Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie, mit den Arbeitgeberverbänden in vorgezogene Tarifverhandlungen über ein „Zukunftspaket“ einzusteigen. Die Beschäftigten brauchen Sicherheit in der Transformation.


Der Vorstand der IG Metall empfiehlt den regionalen Tarifkommissionen der Metall- und Elektroindustrie, zügig mit den regionalen Arbeitgeberverbänden Sondierungsgespräche über ein „Zukunftspaket“ aufzunehmen. Gesamtmetall und die regionalen Arbeitgeberverbände hatten sich zuvor positiv zu dem von der IG Metall vorgeschlagenen Weg geäußert.

„Wir erwarten allerdings, dass die Arbeitgeberverbände ihre Bereitschaft erklären, auf ihre Mitgliedsfirmen einzuwirken, während des Moratoriums auf die einseitige Ankündigung von Personalabbaumaßnahmen, Produktverlagerungen und Standortschließungen zu verzichten“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Dienstag. Die IG Metall hatte angeboten, unter Friedensbedingungen (Friedenspflicht) zu verhandeln, wenn die Arbeitgeber sich bereit erklären, keine Maßnahmen zum Personalabbau, zur Verlagerung von Produkten und zur Schließung von Standorten zu ergreifen.


Zukunftsperspektive für alle Beschäftigten

Ziel der IG Metall ist ein fairer Wandel und die Sicherung guter Arbeit durch Investitionen, Qualifizierung sowie Standort- und Beschäftigungszusagen. Die Arbeitgeber sollen sich in Zukunftspaketen verpflichten, auf Verlangen der IG Metall Verhandlungen zu betrieblichen Zukunftstarifverträgen zu führen. In solchen Zukunftstarifverträgen sollen dann konkrete Investitions- und Produktperspektiven festgelegt werden, Vereinbarungen über Maßnahmen zur Personalentwicklung und entsprechende Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung sowie Vereinbarungen zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Es ist dringend notwendig, in allen Betrieben ein Konzept für die Transformation aufzustellen und mit dem notwendigen Umbau, den Investitionen und der Qualifizierung der Belegschaften für die Jobs von morgen zu beginnen. Die IG Metall tritt für eine Zukunftsperspektive für alle Beschäftigten und Standorte in der Metall- und Elektroindustrie ein. Der Umbau muss so gestaltet werden, dass niemand entlassen wird.

„Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie verlangen Sicherheit im digitalen und ökologischen Wandel. Auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt braucht es nachhaltige Perspektiven für die Menschen – und zwar jetzt!“, sagte Jörg Hofmann.


Kaufkraft muss gestärkt werden

In den anstehenden Tarifverhandlungen erhebt die IG Metall zur Erhöhung der Entgelte keine bezifferte Forderung. Der Vorstand der IG Metall empfiehlt den regionalen Tarifkommissionen bei der Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen weiter den Weg der Stärkung der Kaufkraft der Beschäftigten zu verfolgen. Damit soll auch die Konjunktur gestärkt werden. Der private Konsum wird auch in diesem Jahr der größte Wachstumsfaktor für die Konjunktur sein. Der Forderung einzelner Arbeitgeberverbände nach einem Einfrieren der Entgelte erteilte der IG Metall-Vorstand eine klare Absage.

Für Betriebe mit Unterauslastung einzelner Beschäftigtengruppen will die IG Metall vorrangig eine Reduzierung des Arbeitsvolumens ohne Entgeltabsenkung durchsetzen. Etwa durch die Nutzung von Arbeitszeitkonten, Kurzarbeit mit Aufzahlung und Arbeitszeitabsenkung mit Teillohnausgleich. Es soll zudem den Anspruch auf geförderte Qualifizierung für alle geben. Ziel ist es auch, den Anteil der Beschäftigten, die über Altersteilzeit und andere Modelle des flexiblen Übergangs früher in Rente gehen können, zu erhöhen. Ein Nachhaltigkeits-Bonus für IG Metall-Mitglieder als kontinuierlicher, tarifdynamischer Festbetrag soll ebenfalls vereinbart werden.

Breite Übereinstimmung in den Tarifkommissionen der IG Metall besteht bei der Notwendigkeit, auch für die dual Studierenden tarifvertragliche Regelungen ähnlich der für Auszubildende durchzusetzen. Ein weiteres Thema in der Diskussion ist die betriebliche Altersvorsorge. Eine Mindestforderung ist hier, dass die vom Arbeitgeber eingesparten Sozialversicherungsabgaben bei der Entgeltumwandlung den Beschäftigten zu Gute kommen. In den östlichen Tarifgebieten wird die Forderung diskutiert, die tariflichen Arbeitszeiten an die des Westens anzugleichen.

In den nächsten Wochen wird die IG Metall in den Betrieben und Tarifkommissionen über konkrete Verhandlungsziele diskutieren. Auch die Beschäftigten in den Betrieben sollen ihr Votum abgeben. Am 20. Februar beschließen die Tarifkommissionen ihre Forderungsempfehlung. Am 26. Februar entscheidet der IG Metall-Vorstand endgültig über die Forderung.

Tarifrunden - Metall und Elektro
Neu auf igmetall.de

Newsletter bestellen