Tarifrunde Holz und Kunststoff 2021
Warnstreiks in der Holz- und Kunststoffindustrie

Die Warnstreiks und Aktionen in der Holz- und Kunststoffindustrie rollen. In Baden-Württemberg hat die IG Metall eine Aktionswoche gestartet. Auch in den anderen Tarifgebieten, wo noch bis 13. Oktober die Friedenspflicht gilt, laufen Aktionen. Die Verhandlungen gehen am Freitag in die zweite Runde.


Die Warnstreiks in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie rollen. In Baden-Württemberg hat die IG Metall eine Aktionswoche gestartet. Auch in den anderen Tarifgebieten laufen Tarifaktionen. Allerdings gilt dort noch bis zum 13. Oktober die Friedenspflicht. Ab dann plant die IG Metall auch dort Warnstreiks.

Bereits letzte Woche haben in Baden-Württemberg über 2500 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Im Laufe dieser Woche sind zahlreiche weitere Warnstreiks geplant. Insgesamt haben sich bislang fast 3000 Beschäftigte bundesweit an Aktionen der IG Metall beteiligt.
 

Warnstreik Holz und Kunststoff beim Hohenloher Spezialmöbelwerk Schaffitzel

Warnstreik-Demo der Beschäftigten des Hohenloher Spezialmöbelwerks Schaffitzel / Baden-Württemberg. (Foto: IG Metall)
 

Beschäftigte und IG Metall erhöhen den Druck, nachdem die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde ein aus Sicht der IG Metall „unterirdisches“ Angebot gemacht haben: sechs Monate ohne Tariferhöhung, dann 1,2 Prozent mehr Geld ab März 2022 und weitere 1,3 Prozent ab März 2023. Dies würde angesichts der Inflation bedeuten, dass die realen Einkommen der Holz- und Kunststoff-Beschäftigten sogar sinken.
 

IG Metall fordert 4,5 Prozent mehr Geld

Die IG Metall hingegen fordert 4,5 Prozent mehr Geld, ohne Wartezeit. Die Holz- und Kunststoffindustrie boomt und hat ihre Umsätze in der Corona-Pandemie sogar noch steigern können.

Die Auftragsbücher sind voll, die Beschäftigten machen Überstunden. Und die Arbeit ist oft körperlich hart. Viele der oft älteren Beschäftigte können die Arbeit nicht bis zur Rente durchhalten.

Daher fordert die IG Metall mehr Möglichkeiten zur Entlastung – vor allem eine Aufstockung des tariflichen Demografiefonds von derzeit 300 auf 750 Euro je Beschäftigten im Jahr. Daraus wird unter anderem die Altersteilzeit zum früheren Altersübergang finanziert. Bislang reicht der Fonds in den meisten Betrieben nur für ein bis zwei Kolleginnen und Kollegen im Jahr.

Doch das wollen die Arbeitgeber nicht. Sie bieten dazu: gar nichts.
 

Aktive Mittagspause bei Hüppe in Bad Zwischenahn / Niedersachsen

Aktive Mittagspause beim Duschkabinenhersteller Hüppe in Bad Zwischenahn / Niedersachsen. (Foto: IG Metall)


Die Tarifverhandlungen gehen am Freitag in Niedersachsen/Bremen in die zweite Runde.

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