Tarifrunde Holz und Kunststoff 2021
IG Metall weitet Warnstreiks aus

Keine Annäherung bei den Tarifverhandlungen Holz und Kunststoff. Die Arbeitgeber beharren auf Reallohnverlust und ignorieren die Belastungen der Beschäftigten. Die IG Metall startet eine weitere Warnstreikwelle in Baden-Württemberg. Nächste Woche sind auch im Norden Warnstreiks möglich.


Auch in Baden-Württemberg hat die Tarifverhandlung für die Holz- und Kunststoffindustrie keine Annäherung gebracht. Die IG Metall Baden-Württemberg startet eine zweite Warnstreikwelle. Den Auftakt machen am heutigen Mittwoch Beschäftigte der Firma Ruf Betten in Rastatt.

„Den Arbeitgebern genügt es offenbar nicht, den Unmut der Beschäftigten zu sehen und zu hören, sondern sie müssen ihn auch deutlich spüren“, erklärt Yvonne Möller, Verhandlungsführerin der IG Metall. „Obwohl mehrere Tausend Beschäftigte bei einer aktuellen Befragung Belastungen angegeben haben, weigern sich die Unternehmen dafür Entlastungen zu gewähren. Die Quittung werden sie in den nächsten Tagen mit weiteren Protesten bekommen.“
 

Bislang 5200 Beschäftigte im Warnstreik

Die IG Metall fordert 4,5 Prozent mehr Geld für 12 Monate, eine Erhöhung des Demografiefonds zur Gestaltung des demografischen Wandels, aus dem unter anderem die Altersteilzeit finanziert wird – sowie eine zusätzliche Belastungskomponente. Dies haben bisher rund 5200 Beschäftigte durch ihre Beteiligung an Warnstreiks und Aktionen unterstützt.

4500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beteiligten sich an der Umfrage zum Thema Belastungen. Die Ergebnisse – Beschwerden in Rücken, Armen und Schultern oder Kopfschmerzen aufgrund der Leistungsverdichtung – hat die IG Metall der Gegenseite bei der gestrigen zweiten Verhandlung für Baden-Württemberg in Neckarsulm auf Plakaten präsentiert. Ein aus IG Metall-Sicht mehr als unzureichendes Angebot der Arbeitgeber aus der ersten Verhandlung – sechs Nullmonate, dann erst im März 2022 eine Lohnerhöhung um 1,2 Prozent, sowie nichts zu Demografie und Belastungen – wurde nicht nachgebessert.

Grafik: Holz- und Kunststoffindustrie boomt


Die IG Metall schlägt vor, den Demografie-Tarifvertrag wieder in Kraft zu setzen und den vorhandenen Demografie-Fonds von derzeit 300 Euro um weitere 450 Euro pro Jahr und Beschäftigten aufzustocken. Weiterhin fordert IG Metall Baden-Württemberg eine zusätzliche Sonderzahlung, um besondere Belastungen in der Branche auszugleichen.
 

Nächste Woche Warnstreiks auch im Westen und Norden

Die nächste Verhandlung in Baden-Württemberg ist für den 19. Oktober geplant, bis dahin gehen die Warnstreiks weiter.

Auch im Tarifgebiet Westfalen-Lippe startet die IG Metall Mitte nächster Woche in die Warnstreiks. Das hat die Tarifkommission aus gewählten Vertretern aus den Betrieben am Mittwoch beschlossen. Anders als in Baden-Württemberg ist gilt hier noch Friedenspflicht bis zum 13. Oktober, 24 Uhr, so dass ab dem 14. Oktober hier Warnstreiks möglich sind.

„Wir werden nun den Druck erhöhen“, macht der Verhandlungsführer der IG Metall NRW, Christian Iwanowski, klar. „Die Arbeitgeber müssen sich bewegen und vor allem die Blockadehaltung beim Thema Demografie aufgeben.“

Auch in anderen Tarifgebieten, etwa in Niedersachsen und Bremen, laufen die Planungen für Warnstreiks.

Bislang haben sich über 14 000 Beschäftigte bundesweit an Aktionen der IG Metall in der Holz- und Kunststoffindustrie beteiligt.

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