Tarifrunden im Handwerk
IG Metall erzielt Tarifabschlüsse im Handwerk

Mehr Geld, trotz Corona-Krise. Auch im Handwerk hat die IG Metall in den vergangenen Wochen in regionalen Tarifverhandlungen in mehreren Bundesländern Tarifergebnisse erzielt. Oft profitieren Auszubildende besonders.

10. Mai 202110. 5. 2021 |
Aktualisiert am 20. Mai 202120. 5. 2021


Die Tarifbewegung 2021 geht weiter. In den vergangenen Wochen hat die IG Metall auch im Handwerk Tarifabschlüsse in mehreren Branchen und Bundesländern erzielt.
 

Galvaniseur-Handwerk

550 Euro „Corona-Prämie“ netto gibt es mit der Maiabrechnung für Galvanisieure, Graveure und Metallbildner. Auszubildende erhalten 275 Euro. Dieses Verhandlungsergebnis hat die IG Metall bundesweit ausgehandelt. Im Herbst werden die Tarifverhandlungen über prozentuale Erhöhungen wieder aufgenommen.

„Für die Überbrückungszeit von sieben Monaten ist die Höhe von 550 Euro netto für die Beschäftigten ein faires Tarifergebnis“, erklärt Ralf Kutzner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall für den Bereich Handwerk. „Das zeigt, wie wichtig auch in Zeiten der Krise die Tarifbindung im Handwerk ist.“

 

Elektrohandwerk

Im Elektrohandwerk Baden-Württemberg steigen die Löhne und Gehälter im Juni um 2,6 Prozent, ein Jahr später gibt es dann weitere 2 Prozent mehr. Dazu kommt eine steuerfreie Corona-Beihilfe von 125 Euro, für Auszubildende 75 Euro – und ein Extra-Plus:  überproportionale Erhöhungen um 40 Euro im Monat ab Juni 2021 und um 50 Euro ab Juni 2022 – sowie eine zwölfmonatige Übernahmegarantie für die Auszubildenden, die im Sommer ihre Ausbildung beginnen.

Die Laufzeit der Entgelttarifverträge ist bis zum 31. Mai 2023.

Auch im Elektrohandwerk Nordrhein-Westfalen laufen gerade Verhandlungen.


Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk

3,75 Prozent mehr Geld gibt es ab Juni im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk Schleswig-Holstein. Der Ecklohn steigt dann auf 16,60 Euro in der Stunde. Die Laufzeit: bis 31. August 2022. Dann kann die IG Metall wieder Entgelterhöhungen aushandeln. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich ab August 2021 um 25 Euro im Monat.

Im SHK-Handwerk Niedersachsen gibt es im Mai 300 Euro Corona-Prämie, 100 Euro für Auszubildende. Im September steigen die Löhne und Gehälter um 2,3 Prozent. Der Ecklohn liegt dann bei 20,09 Euro. Die Laufzeit: bis 30. September 2022. Die Vergütungen der Auszubildenden steigen überproportional – um 2,4 Prozent bis 2,9 Prozent im ersten Ausbildungsjahr. Damit erhöht sich die Ausbildungsvergütung im vierten Ausbildungsjahr auf 1005 Euro im Monat.


Metallhandwerk

Im Juni steigen die Löhne und Gehälter im Metallhandwerk Hamburg um 1,9 Prozent. Dadurch steigt das Eckenentgelt auf 2909,50 Euro im Monat oder 19,11 Euro in der Stunde. Im August 2022 gibt es dann weitere 3,2 Prozent mehr. Die Ausbildungsvergütungen steigen entsprechend auf bis zu 986 Euro im Monat. Der Entgelttarif läuft am 31. März 2023 aus, der Ausbildungstarif am 31. Juli 2023. Dann kann die IG Metall erneut Erhöhungen aushandeln.

Im Metallhandwerk Rheinland-Rheinhessen gibt es eine Corona-Prämie von 500 Euro. Die Entgelttarife laufen am 28. Februar aus. Dann sind wieder Entgelterhöhungen drin.


Haus- und Versorgungstechnik (ITGA)

In der Haus- und Versorgungstechnik Niedersachsen steigen die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen jetzt im Mai um 2,1 Prozent. Die Laufzeit: 12 Monate, bis zum 28. Februar 2022.

Die Auslösesätze für Auswärtstätigkeiten werden erhöht, um bis zu 49 Prozent. Ab 70 Kilometern etwa gibt es nun 54 Euro - 17,70 Euro mehr.

Auch in der Heizungsindustrie Hamburg laufen Tarifverhandlungen. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld. Nächste Tarifverhandlung: 20. Mai 2021.

Die Tarifabschlüsse sind aufgrund der sehr unterschiedlichen Strukturen in den einzelnen Branchen und Regionen nicht direkt vergleichbar.

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