Verordnung verlängert
Homeoffice: Das sind die neuen Regeln

Um die Coronapandemie einzudämmen hat der Bundestag neue Regeln fürs Homeoffice beschlossen. Arbeitgeber müssen Homeoffice anbieten, sofern die Tätigkeit das erlaubt. Und Beschäftigte müssen dieses Angebot annehmen – außer in bestimmten Fällen.

25. Januar 202125. 1. 2021 |
Aktualisiert am 23. April 202123. 4. 2021


Großraumbüro, Kaffeeküche, oder der Weg zur Arbeit: alles Orte, an denen man sich möglicherweise mit dem Coronavirus anstecken kann. Um dieses Risiko zu senken hat der Bundestag eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen.

Darin sind nun auch besondere Regeln zum Homeoffice enthalten. Diese waren bislang in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung geregelt. Das Gesetz enthält neue Regelungen, die über die bisherigen hinausgehen oder diese ergänzen.

Wir erklären die wichtigsten Punkte:


Was gilt nun?

Die Bundesregierung verpflichtet die Arbeitgeber, zu prüfen, ob Homeoffice möglich ist. Falls ja, müssen sie den Beschäftigten diese Möglichkeit anbieten – es sei denn, es sprechen „zwingende betriebsbedingte Gründe“ dagegen (siehe unten). Ziel ist, dass möglichst viele Tätigkeiten, die grundsätzlich von zuhause aus erledigt werden können, auch von zuhause erledigt werden.


Was gilt als „zwingender Grund“ gegen Homeoffice?

Ausgenommen sind Tätigkeiten, die aus „zwingenden betriebsbedingten Gründen“ nicht ins Homeoffice verlagert werden können. Als Beispiele nennt das Arbeitsministerium Reparatur und Wartungsaufgaben (zum Beispiel IT-Abteilung) oder Bürotätigkeiten, zu denen auch das Verteilen von Post gehört oder die Bearbeitung von Warenlieferungen. Es ist möglich, dass Beschäftigte für diese zwingenden Tätigkeiten an einzelnen Tagen in den Betrieb kommen. Das kann etwa bedeuten, dass die Post gesammelt, an einem Tag in der Woche sortiert und den Beschäftigten nach Hause gesendet wird.


Muss ich das Homeoffice-Angebot annehmen?

Grundsätzlich ja. Wörtlich heißt es dazu im neuen Infektionsschutzgesetz: „Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen.“

Bedeutet: Wer das Angebot, im Homeoffice zu arbeiten, ablehnt, muss diese Ablehnung plausibel begründen. Arbeitgeber können eine solche Begründung verlangen. Als mögliche Gründe gegen Homeoffice nennt das Arbeitsministerium zum Beispiel Störungen durch Dritte oder das Fehlen eines geeigneten Arbeitsplatzes. Diese Gründe können Beschäftigte dem Arbeitgeber formlos mitteilen, zum Beispiel per E-Mail.

 

Was ist, wenn die technische Ausstattung fürs Homeoffice fehlt?

Wenn es in einem Betrieb an nötiger IT-Ausstattung oder Kenntnissen fehlt, gilt das ebenfalls als „zwingender Grund“ gegen das Homeoffice – allerdings nur befristet. Der Betrieb ist dann angehalten, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.


Was tun, wenn mein Arbeitgeber Homeoffice verweigert?

Beschäftigte sollten sich in diesem Fall zunächst an ihren Betriebs- oder Personalrat wenden. Bei mangelndem Gesundheitsschutz haben Beschäftigte außerdem ein Beschwerderecht. Reagiert der Arbeitgeber nicht, können sich Beschäftigten an ihre zuständige Berufsgenossenschaft oder die jeweilige Arbeitsschutzbehörde des Bundeslandes wenden.


Wer kontrolliert die neuen Regeln?

Für die Kontrolle sind primär die Arbeitsschutzbehörden der Länder zuständig. Die Berufsgenossenschaften beraten darüber hinaus zu allen Arbeitsschutzfragen rund um das Thema Homeoffice.


Wie sollte der Arbeitsplatz im Homeoffice gestaltet sein?

Auch im Homeoffice ist es wichtig, den Arbeitsplatz ergonomisch zu gestalten sowie Pausen- und Ruhezeiten zu beachten. Einen Ratgeber dazu findet ihr hier. Die Unfallversicherung (DGUV) hat für die Beurteilung des Arbeitsplatzes eine Checkliste entwickelt, an der sich Arbeitgeber und Beschäftigte gut orientieren können.


Fragen und Antworten zur neuen Arbeitsschutzverordnung

Fragen und Antworten zum mobilen Arbeiten

Ergonomie im Homeoffice

Initiative „Homeoffice muss fair.“

Ratgeber

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