Verordnung wird verlängert
Homeoffice: Diese Regeln werden verlängert

Die Bundesregierung will die Sonderregeln fürs Homeoffice verlängern: Bis 30. April sollen Arbeitgeber ihren Beschäftigten Homeoffice anbieten, sofern deren Tätigkeit das erlaubt. Was Beschäftigte dazu wissen müssen.

25. Januar 202125. 1. 2021 |
Aktualisiert am 4. März 20214. 3. 2021


Großraumbüro, Kaffeeküche, oder der Weg zur Arbeit: alles Orte, an denen man sich möglicherweise mit dem Coronavirus anstecken kann.

Um dieses Risiko zu senken hat die Bundesregierung angekündigt, die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung zu verlängern – inklusive der neuen Regeln zum Homeoffice. Die Verordnung soll nun bis 30. April 2021 gelten.

Die Verordnung war am 27. Januar in Kraft getreten und ist derzeit bis zum 15. März 2021 befristet. Betriebsräte haben beim Arbeitsschutz ein Mitbestimmungsrecht.

Wir erklären die wichtigsten Punkte:


Was gilt nun?

Die Bundesregierung verpflichtet die Arbeitgeber, zu prüfen, ob Homeoffice möglich ist. Falls ja, müssen sie den Beschäftigten diese Möglichkeit anbieten – es sei denn, es sprechen „zwingende betriebliche Gründe“ dagegen (siehe unten). Ziel ist, dass möglichst viele Tätigkeiten, die grundsätzlich von zuhause aus erledigt werden können, auch von zuhause erledigt werden.


Was gilt als „zwingender Grund“ gegen Homeoffice?

Ausgenommen sind Tätigkeiten, die aus „zwingenden betriebsbedingten Gründen“ nicht ins Homeoffice verlagert werden können. Als Beispiele nennt das Arbeitsministerium Reparatur und Wartungsaufgaben (zum Beispiel IT-Abteilung) oder Bürotätigkeiten, zu denen auch das Verteilen von Post gehört oder die Bearbeitung von Warenlieferungen. Es ist möglich, dass Beschäftigte für diese zwingenden Tätigkeiten an einzelnen Tagen in den Betrieb kommen. Das kann etwa bedeuten, dass die Post gesammelt, an einem Tag in der Woche sortiert und den Beschäftigten nach Hause gesendet wird.


Was ist, wenn die technische Ausstattung fürs Homeoffice fehlt?

Wenn es in einem Betrieb an nötiger IT-Ausstattung oder Kenntnissen fehlt, gilt das ebenfalls als „zwingender Grund“ gegen das Homeoffice – allerdings nur befristet. Der Betrieb ist dann angehalten, die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.


Wer entscheidet, ob Homeoffice für mich möglich ist?

Da es hier um eine Arbeitsschutzmaßnahme geht, hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht. Verweigert ein Arbeitgeber das Homeoffice, können sich Beschäftigte an den Betriebsrat wenden.


Was tun, wenn mein Arbeitgeber Homeoffice verweigert?

Beschäftigte sollten sich in diesem Fall zunächst an ihren Betriebs- oder Personalrat wenden. Bei mangelndem Gesundheitsschutz haben Beschäftigte außerdem ein Beschwerderecht. Reagiert der Arbeitgeber nicht, können sich Beschäftigten an ihre zuständige Berufsgenossenschaft oder die jeweilige Arbeitsschutzbehörde des Bundeslandes wenden.


Kann mein Arbeitgeber mich zum Homeoffice zwingen?

Beschäftigte sollen das Angebot, im Homeoffice zu arbeiten, „annehmen, soweit sie können“ – so der Appell der Bundesregierung. Gezwungen werden können sie dazu aber nicht. Beschäftigte müssen der (vorübergehenden) Änderung des arbeitsvertraglich festgelegten Arbeitsortes zustimmen.


Wer kontrolliert die neuen Regeln?

Für die Kontrolle der Verordnung sind primär die Arbeitsschutzbehörden der Länder zuständig. Die Berufsgenossenschaften müssen im Rahmen ihrer Kontrolltätigkeit ebenfalls auf deren Einhaltung achten und arbeiten dabei mit den Arbeitsschutzbehörden zusammen.


Wie sollte der Arbeitsplatz im Homeoffice gestaltet sein?

Auch im Homeoffice ist es wichtig, den Arbeitsplatz ergonomisch zu gestalten sowie Pausen- und Ruhezeiten zu beachten. Einen Ratgeber dazu findet ihr hier. Die Unfallversicherung (DGUV) hat für die Beurteilung des Arbeitsplatzes eine Checkliste entwickelt, an der sich Arbeitgeber und Beschäftigte gut orientieren können.


Fragen und Antworten zur neuen Arbeitsschutzverordnung

Fragen und Antworten zum mobilen Arbeiten

Ergonomie im Homeoffice

Initiative „Homeoffice muss fair.“

Ratgeber

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