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Brückentage 2020
Feiertage für die Urlaubsplanung geschickt nutzen

Wer seinen Urlaub für das Jahr 2020 plant, kann ihn durch Brückentage deutlich verlängern. Wir erklären, wie man die Feiertage besonders schlau nutzt.


Wer möglichst viel aus seinen Urlaubstagen herausholen will, kombiniert sie am besten mit Brückentagen. Im Kalenderjahr 2020 liegen die Feiertage zwar nicht so günstig wie noch 2019 – der Tag der Deutschen Einheit, der Reformationstag und Allerheiligen fallen auf ein Wochenende – dennoch haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einige Möglichkeiten, aus weniger Urlaubstagen mehr freie Zeit zu machen. Wir zeigen, welche Termine in Frage kommen und erklären, was Beschäftigte beachten müssen.


Urlaub abstimmen

Wann und ob der Urlaub gewährt wird, hängt von den Gegebenheiten im Betrieb und den Interessen der Kolleginnen und Kollegen ab. Der Arbeitgeber kann den Urlaubswunsch nur verweigern, wenn dringende betriebliche Belange entgegenstehen oder wenn soziale Gesichtspunkte anderer Vorrang haben, etwa aufgrund schulpflichtiger Kinder. Sie sind an die gesetzlichen Ferien gebunden, andere wollen gern im Sommer Urlaub machen.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich gegenseitig vertreten, sollten sich absprechen. Denn die Erfahrung zeigt, dass häufig schon bei der Planung gestritten wird – gerade wenn die Feiertage günstig liegen. Das Ergebnis: Der Fall wird zur Chefsache. Dabei spielt es keine Rolle, wer im Team den Urlaub zuerst beantragt hat. Wichtig sind individuelle Gründe.

Bei einer Überschneidung wird der Arbeitgeber zunächst prüfen, ob die gleichzeitige Urlaubsgewährung betrieblich möglich ist. Dabei hat er die sozialen Gesichtspunkte der Beschäftigten zu berücksichtigen, etwa wenn die Urlaubsanträge der Kolleginnen und Kollegen in die Schulferien fallen. Dann beißen in der Regel kinderlose Beschäftigte in den sauren Apfel und müssen ihren Urlaub anders planen. Lassen sich die Urlaubswünsche mehrerer Kolleginnen und Kollegen mit schulpflichtigen Kindern betrieblich nicht realisieren, können sonstige soziale Kriterien ausschlaggebend sein, etwa der Urlaub der Partnerin oder des Partners.


Listen und Anträge

In vielen Betrieben gibt es Listen oder Urlaubsanträge. Reichen die Beschäftigten einen abgestimmten Urlaubsplan beim Chef ein, wird er diesen in der Regel genehmigen. In einigen IG Metall-Tarifverträgen ist der Plan für Arbeitgeber sogar bindend.

Genehmigter Urlaub kann vom Chef nicht einfach widerrufen werden. Dafür müsste schon der Zusammenbruch des Betriebs drohen. Das gilt erst recht, wenn der Urlaub bereits angetreten ist. Abgemacht ist abgemacht. Deshalb haben auch Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer keinen Rechtsanspruch, beantragten Urlaub kurzfristig zu verschieben.

Eine nachträgliche Änderung ist nur nach Absprache mit dem Arbeitgeber möglich. Das gilt auch bei Erkrankung. Wer sich ohne Zustimmung selbst beurlaubt, muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Will ein Beschäftigter trotz Ablehnung des Arbeitgebers in Urlaub gehen, muss er eine einstweilige Verfügung beim Arbeitsgericht erwirken.


Betriebsferien

Will der Arbeitgeber den Betrieb, Werkteile oder bestimmte Abteilungen schließen, geht das nur mit Betriebsrat. Stimmt er der Werkschließung zu, muss die ganze Belegschaft während der „Auszeit“ Urlaub nehmen. Betriebsferien können beliebig lang sein, dürfen aber nicht den gesamten Urlaubsanspruch umfassen.


Bundesweite und regionale Brückentage 2020

Brückentage Januar

Der Neujahrstag am 1. Januar ist bundesweit ein gesetzlicher Feiertag und fällt im Jahr 2020 auf einen Mittwoch. Da lohnt es sich, mit zwei Urlaubstagen davor oder danach ein langes Wochenende zu nehmen. Neun freie Tage hintereinander sind mit vier Urlaubstagen drin.

Wer in Bayern, Baden-Württemberg oder Sachsen-Anhalt wohnt, kann seinen Urlaub dann sogar auf sechs bzw. zehn Tage ausweiten: Dort wird am 6. Januar der Tag der Heiligen Drei Könige gefeiert.

Brückentage April

Die Osterfeiertage, Karfreitag am 10. und Ostermontag am 13. April, bieten sich als Brückentage 2020 an – hier kann man aus vier Urlaubstagen zehn arbeitsfreie Tage machen, wenn man sich davor oder danach freinimmt.

Brückentage Mai

Der Tag der Arbeit am ersten Mai fällt auf einen Freitag – Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben automatisch ein verlängertes Wochenende. Wer für die vier Tage davor Urlaub einreicht, hat ganze neun Tage frei.

Christi Himmelfahrt fällt auf Donnerstag, den 21. Mai 2020. Brückentag für ein langes Wochenende ist Freitag, der 22. Mai 2020.

Brückentage Juni

Pfingstmontag ist am 1. Juni. Wer den Rest der Woche Urlaub nimmt, kommt so mit vier Urlaubstagen auf neun freie Tage.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland können sich dank des Fronleichnams im Juni ein verlängertes Wochenende gönnen. Nach dem Feiertag am Donnerstag, 11. Juni, den folgenden Freitag freinehmen und schon hat man aus einem Urlaubstag vier freie Tage gemacht.

Brückentage November

In Sachsen wird am Mittwoch, den 18. November, der Buß- und Bettag begangen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können sich ein extra langes Wochenende gönnen: mit zwei Urlaubstagen vor oder nach dem Mittwoch. Alternativ hat man mit vier Urlaubstagen gleich neun freie Tage am Stück.

Brückentage Dezember

Der Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember fällt auf einen Freitag. Beschäftigte verfügen damit über ein dreitägiges, verlängertes Wochenende oder können mit vier Urlaubstagen auf neun freie Tage kommen.

 

 

 

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