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Ratgeber Steuererklärung. Illustration: Leonardo Pellegrino

Ratgeber Lohnsteuererklärung

Das gibt's vom Fiskus zurück

07.01.2013 Ι Ob Werbungskosten, Pendlerpauschale, Kinderbetreuungskosten oder haushaltsnahe Dienstleistungen - in vielen Fällen lohnt sich die Einkommenssteuererklärung.

Die Lohnsteuerkarte aus Papier hat in den meisten Firmen ausgedient. Denn die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale gehen zum 01.01.2013 an den Start. Ab diesem Zeitpunkt besteht die Pflicht aller Arbeitgeber, die relevanten Daten für den Lohnsteuerabzug elektronisch abzurufen. Jedoch gewährt die Finanzverwaltung eine Kulanzfrist bis zum 31.12.2013. Bis zur Umstellung gelten die vorhandenen Papierbescheinigungen der Arbeitnehmer noch (Lohnsteuerkarte 2010 oder eine vom Finanzamt ausgestellte Ersatzbescheinigung) mit allen Einträgen fort. Weicht die Steuerklasse oder die Zahl der Kinderfreibeträge auf der Lohnsteuerkarte 2010 oder auf den vom Finanzamt ausgestellten Bescheinigungen für den Lohnsteuerabzug von den Verhältnissen zu Beginn des Kalenderjahres 2013 zugunsten des Arbeitnehmers ab, muss er diese beim Finanzamt ändern lassen.


Freibeträge zur Lohnsteuerermäßigung, etwa für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen, hätten bereits bis Ende 2012 neu beantragt werden müssen. Das haben die wenigsten Steuerpflichtigen getan. Auch bei volljährigen Kindern sind Freibeträge - für Alleinerziehende mit volljährigen Kindern außerdem die Steuerklasse II - neu einzutragen. Gleiches gilt für Ehegatten, die bisher die Steuerklasse IV mit Faktor gewählt hatten. 


Wer seine Steuermerkmale noch nicht kontrolliert hat, sollte jetzt aktiv werden. Wenn Freibeträge noch nicht enthalten sind, dem drohen ansonsten hohe Lohnsteuerabzüge. Zuständig für Anträge zur Einsicht, Korrektur oder Änderung ist das Wohnsitzfinanzamt. Oder über das Internetportal www.elsteronline.de. Zugang erhält, wer sich zuvor im Elster-Portal registriert hat.


Pauschbetrag

Werbungskosten sind Ausgaben, die einem Arbeitnehmer durch den Beruf entstehen. Wer in der Steuererklärung keine höheren Werbungskosten nachweist, bei dem berücksichtigt das Finanzamt automatisch den jährlichen Pauschbetrag von 1000 Euro. Wer höhere Kosten absetzen will,muss die Ausgaben belegen.


Pendler

Zu den wichtigsten Werbungskosten zählen die Fahrten zum Arbeitsplatz. Für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz kann man eine Pauschale von 30 Cent pro Kilometer und Arbeitstag steuerlich geltend machen. Und zwar unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel.

Keine Rolle spielt, wie man zum Arbeitsplatz kommt und ob einem tatsächlich Kosten entstanden sind. Auch wer in einer Fahrgemeinschaft mitfährt, kann die volle Entfernungspauschale ansetzen. Gleiches gilt auch für Ehepaare, die gemeinsam zur Arbeit fahren.

Die Pauschale ist auf 4500 Euro im Jahr begrenzt. Einen höheren Betrag erkennt der Fiskus nur an, wenn man mit dem eigenen Fahrzeug zur Arbeit fährt. Selbst dann, wenn man kein eigenes Auto hat und das der Eltern, Geschwister oder das des Partners nutzt.


Kinder

Eltern können Kosten für die Betreuung ihrer Kinder bis zum 14. Lebensjahr jetzt einfacher absetzen. Um zwei Drittel der Kosten (maximal 4000 Euro) je Kind, steuerlich geltend machen zu können, müssen nicht mehr beide Elternteile berufstätig, in Ausbildung oder krank sein. Selbst wenn ein Elternteil nicht arbeitet, sind die Beträge als Sonderausgaben abziehbar.


Handwerker

Jeder kann 20 Prozent von maximal 6000 Euro pro Jahr fürHandwerkerkosten absetzen. Den Steuerbonus gibt es nur auf die Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten, sie müssen in der Rechnung immer gesondert ausgewiesen sein. Kosten für Material gehören nicht dazu.


Gewerkschafter

Ebenfalls als Werbungskosten absetzbar sind Gewerkschaftsbeiträge. Das gilt auch für steuerpflichtige Rentner, Altersteilzeitler und Vorruheständler. Hierzu hat die Oberfinanzdirektion Frankfurt/Main bereits am 18. September 2002 eine Verfügung erlassen. (S 2212 A- 2 - St II 27)

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Servicegesellschaft bietet Steuerberatung

Eine günstige Steuerberatung für Mitglieder bietet die IG Metall-Servicegesellschaft in Kooperation mit rund 3000 Lohnsteuerberatungsstellen an.

Alle Steuerberater haben die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen fachlichen Zertifikate und sind bei der Aufsichtsbehörde registriert.

Für die Beratung fällt - je nach Einkommen - ein sozial gestaffelter Beitrag zwischen 20 und 260 Euro pro Jahr an. Für IG Metall-Mitglieder entfällt die Aufnahmegebühr.

Auf der Internetseite der IG Metall-Servicegesellschaft gibt es weitere Hinweise.
Dort lässt sich zudem über eine Postleitzahlensuche herausfinden, wo es Berater oder Lohnsteuerhilfevereine
gibt: igmservice.de/postleitzahlfinder

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