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Auseinandersetzung mit Google geht weiter
Nächste Schritte für bessere Arbeitsbedingungen bei YouTube

Google zeigte sich für konstruktive Gespräch nicht bereit. So wird FairTube, die Kooperation zwischen IG Metall und der YouTubers Union, nun schärfere Mittel einsetzen.


Jetzt wird es ernst. „Wir starten mit allen angekündigten Maßnahmen“, sagt Jörg Sprave, Gründer der YouTubers Union. So werde schon in wenigen Tagen die Community YouTube und dem Mutterkonzern Google zeigen, wie sauer sie sind und dass sie sich so eine Verhaltensweise nicht bieten lassen. Und damit nicht genug. Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, kündigt zudem rechtliche Schritte gegen Google an: „Wir sind der Auffassung, dass ein Teil der Creator keine Selbstständigen und Soloselbstständigen sind, sondern Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Das werden wir gerichtlich überprüfen lassen“, so Benner.

Aber von vorne: Seit Juli arbeiten die IG Metall und die Internet-Bewegung „YouTubers Union“ zusammen, um die Bedingungen für alle YouTuber zu verbessern, die ein Einkommen mit dem Hochladen von Beiträgen auf der Video-Plattform erzielen beziehungsweise erzielen möchten. Mehrere Tausend Menschen allein in Deutschland verdienen inzwischen haupt- oder nebenberuflich Geld damit, Videos für YouTube zu produzieren und einen Anteil an den Werbeeinnahmen zu bekommen.

Die YouTubers Union ist vom YouTuber Jörg Sprave im März 2018 gegründet worden. Auslöser war, dass YouTube im Frühjahr 2017 auf Druck von Werbekunden seine Regeln bezüglich der Werbeeinblendungen geändert hat. Das hat teilweise zu dramatischen Einkommenseinbußen bei den YouTubern geführt. Die YouTubers Union ist eine Online-Bewegung auf Basis einer Facebook-Gruppe, die inzwischen fast 25.000 Mitglieder hat.

Gemeinsam fordern IG Metall und YouTubers Union:

  • Transparenz aller Kategorien und Entscheidungskriterien, die Auswirkungen auf die Monetarisierung und die Empfehlung von Videos haben
  • Nachvollziehbarkeit von Einzelentscheidungen — zum Beispiel: Welche Stellen in einem Video verstoßen gegen welche Kriterien?
  • Menschliche, qualifizierte und entscheidungsbefugte Ansprechpartner*innen für die YouTuber
  • Einspruchsmöglichkeiten bei Einzelentscheidungen
  • Eine unabhängige Schlichtungsstelle (Beispiel: Ombudsstelle für den Crowdsourcing Code of Conduct)
  • Mitbestimmung für YouTuber, zum Beispiel in Form eines Beirats


Spaltversuch von Google scheiterte

Auf Druck der IG Metall und YouTubers Union erklärte sich Google Ende August zum Gespräch bereit. Doch das für den 22. Oktober angesetzt Treffen fand nicht statt. Da Google die Teilnahme von Jörg Sprave, dem Gründer der YouTubers Union, entschieden ablehnte, sagte die IG Metall das Gespräch ab.

Bereits im Zuge der Vorbereitung des Termins teilte Google überraschend mit, dass Jörg Sprave bei diesem Gespräch nicht erwünscht sei. Mehrere Versuche der IG Metall, ihm doch noch die Teilnahme zu ermöglichen, wurden von Google zurückgewiesen. In einer daraufhin kurzfristig durchgeführten Umfrage auf der Facebook-Gruppe der YouTubers Union sprachen sich deren Mitglieder eindeutig dafür aus, das Gespräch unter diesen Umständen nicht stattfinden zu lassen.

Jetzt wird die IG Metall aktiv. Denn: „Google ist ein digitaler Dinosaurier. Sie haben die Technik aus dem 21. Jahrhundert. Aber die Managementmethoden sind eher aus dem 19. Jahrhundert“, kritisiert Benner.

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