Über eines sind sich alle einig: Die Rente braucht Reformen. Doch entscheidend ist, dass diese Reformen gerecht und solidarisch sind.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat deshalb eine eigene Rentenkommission einberufen, in der die IG Metall mit ihrer Ersten Vorsitzenden Christiane Benner vertreten ist. Diese Kommission hat nun ihre Empfehlungen für eine Reform der Rente vorgelegt.
Im Mittelpunkt stehen:
- die Sicherung des Lebensstandards im Alter
- eine flächendeckende betriebliche Altersversorgung (bAV)
- bessere Übergänge für alle, die es nicht schaffen, bis zur Regelaltersgrenze voll zu arbeiten
Beschäftigte, die ein Leben lang gearbeitet, Kinder großgezogen oder Angehörige gepflegt haben, müssen im Alter ihren erreichten Lebensstandard halten können. Das ist die Richtschnur für alle Empfehlungen der DGB-Rentenkommission.
Das Ziel der Gewerkschaften: eine Netto-Versorgung von 70 Prozent des Durchschnittsverdiensts des eigenen Arbeitslebens. Die Kommission empfiehlt daher, das Rentenniveau auf mindestens 50 Prozent und perspektivisch auf 53 Prozent anzuheben.
Weitere zentrale Empfehlungen der DGB-Rentenkommission:
Solidarische Finanzierung:
Eine nachhaltige Altersversorgung braucht eine solidarische Finanzierung. Dazu macht die Kommission eine Reihe von Vorschlägen: Hohe Einkommen, große Vermögen und Kapitalerträge sollen stärker zur Finanzierung gemeinsamer Aufgaben herangezogen werden. Um die Alterung der Gesellschaft zu bewältigen, soll der Bund einen Demografiezuschuss aus Steuermitteln einführen. Eine Finanzierung über Kürzungen bei Sozialleistungen oder höhere Verbrauchssteuern lehnt die Kommission ausdrücklich ab.
Betriebsrente für alle:
Alle Arbeitgebenden sollen in die Pflicht genommen werden, ihren Beschäftigten eine betriebliche Altersvorsorge auf tariflicher Basis zu bezahlen. Das Ziel: eine zusätzliche und kapitalgedeckte Versorgung (neben der gesicherten Zusage aus der gesetzlichen Rente), mit der ein Gesamtversorgungsniveau von 70 bis 90 Prozent des letzten Nettoverdienstes erreicht werden kann.
Flexible Übergänge statt höheres Rentenalter:
Die DGB-Kommission lehnt eine Anhebung des Rentenalters entschieden ab. Sie wäre nichts anderes als ein verdecktes Programm zur Rentenkürzung. Denn: Viele Beschäftigte schaffen es bereits heute nicht bis zur Regelaltersgrenze.
Stattdessen fordert die Kommission Brückenlösungen: Öffnung der Altersrente für Schwerbehinderte ab dem 62. Lebensjahr auch für Beschäftigte mit gesundheitlichen Einschränkungen. Einführung einer abschlagsfreien Teilrente für alle, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch Teilzeit arbeiten können. Außerdem mehr Prävention, Rehabilitation und Wiedereingliederung.
Hintergrund: Alle Informationen zur DGB-Rentenkommission gibt es hier.