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GM kappt Streikenden die Krankenversicherung
Herzloses Vorgehen schweißt Automobilarbeiter umso mehr zusammen

Das Vorgehen des Autohersteller General Motors gegen zehntausende Beschäftigte, die in den USA streiken, ist beispiellos. Der Konzern zahlt nicht mehr für ihre Gesundheitsversorgung und stürzt damit ganze Familien plötzlich in existentielle Nöte.


Es ist der erste Arbeitskampf beim Automobilhersteller General Motors seit 2007. Nachdem die Tarifverhandlungen für mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen gescheitert sind und der Tarifvertrag ausgelaufen war, haben Beschäftigte an 70 Standorten seit Sonntagnacht ihre Arbeit niedergelegt. Fast 50.000 Beschäftigte von General Motors befinden sich in den USA seitdem im Streik. Sie wollen vor allem mehr Jobsicherheit, faire Löhne und eine bezahlbare Krankenversicherung durchsetzen.


Beschäftigte und Angehörige ohne Krankenversicherung

Der Arbeitgeber, der US-amerikanische Konzern General Motors, reagierte auf die Arbeitsniederlegungen mit bisher nicht dagewesener Härte. Gewerkschaftsvertreter verurteilen das Vorgehen von GM als „herzlos und skrupellos“. Ohne jegliche Vorwarnung stoppte GM unmittelbar am Montag die Zahlungen für die Krankenversicherung der streikenden Beschäftigten.

(Foto: UAW)

Viele Mitglieder erfuhren erst davon, dass sie nicht versichert sind, als sie zu einer Behandlung gingen oder ihre Medikamente abholen wollten. Besonders krass trifft die Situation Beschäftigte und deren Angehörige, die etwa auf regelmäßige Insulingaben und Krebsbehandlungen angewiesen sind. In dieser Notlage ist der Fonds der US-amerikanischen Automobilgewerkschaft UAW eingesprungen. Die UAW übernimmt die Krankenversicherung für seine streikenden Mitglieder.


Streikende von der Polizei festgenommen

Der Konflikt spitzt sich weiter zu. Am Mittwoch versuchten einige streikende Gewerkschaftsmitglieder im Werk in Spring Hill (Tennessee) den Transport von Autos aus dem Werk zu blockieren. Wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung wurden sie festgenommen, darunter auch der Präsident des Gewerkschaftsbüros vor Ort, Tim Stannard.

Die Beschäftigten schweißt das harsche Vorgehen des Konzerns umso mehr zusammen. „Wir sind geeint und wir sind organisiert. Wir kämpfen solidarisch für eine umfassende Vereinbarung über gute Löhne, eine bezahlbare Gesundheitsversorgung, Arbeitsplatzsicherheit, einen fairen Anteil am Konzerngewinn und Verbesserungen für die Leiharbeiter“, sagte ein UAW-Sprecher.

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