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Versicherungen für Auszubildende

Was brauchst du, was nicht?

Versicherungen können vor finanzieller Not schützen. Aber man kann auch zuviel Geld für zu viele Policen ausgeben. Welche Versicherungen sind wirklich notwendig, worauf sollte man beim Abschluss achten und auf was kann man getrost verzichten? Hier einige Tipps.

Du kannst nicht alles versichern. Dafür sind die Lebensrisiken zu groß, und dafür kosten Versicherungen zu viel. Gerade junge Leute sind meist knapp bei Kasse. Mit einem Versicherungsvertrag solltest du nur für solche Krisen vorsorgen, die für dich oder andere existenzbedrohend wären.

Ein Muss: Haftpflichtschutz
Jeder haftet für Schäden, die er verursacht, und zwar unbegrenzt. Das gilt natürlich auch, wenn du andere Menschen verletzt. Die private Haftpflichtversicherung ist deshalb die wichtigste Versicherung überhaupt. Die Deckungssumme sollte mindestens drei oder fünf Millionen Euro betragen, noch besser sind Verträge mit unbegrenzter Deckungssumme. Das kann, muss aber gar nicht teuer sein. Ein Vergleich verschiedener Angebote lohnt also.

Als junger Erwachsener kannst den Haftpflichtschutz bis zum Ende deiner ersten Berufsausbildung trotzdem meist zurückstellen, so lange du unverheiratet bist. Bis dahin bist du nämlich in der Privathaftpflichtversicherung deiner Eltern mitversichert - vorausgesetzt, deine Eltern haben eine solche Versicherung. Zum Ende deiner Ausbildung solltest du als Berufsanfänger umgehend eine eigene private Haftpflichtversicherung abschließen. Für spezielle Haftungsrisiken sind zusätzlich spezielle Verträge nötig. Als Hundebesitzer brauchst du zum Beispiel eine Tierhalterhaftpflichtversicherung, um für Schäden vorzusorgen, die dein Haustier verursacht.

Autoversicherung: Auf den Wert deines Wagens kommt es an
Beim Autofahren hast du keine Wahl: Ein Wagen wird in Deutschland nur zugelassen, wenn der Halter eine Kfz-Haftpflichtversicherung vorweisen kann. Für Fahranfänger ist die Autohaftpflichtversicherung sehr teuer, weil sie statistisch betrachtet mehr Unfälle verursachen.

Machen deine Eltern mit, solltest du als Fahranfänger dein Auto zunächst über den Vater oder die Mutter versichern. Das ist preiswerter. Nach einigen Jahren Fahrpraxis empfiehlt sich dann ein eigener Vertrag. Denn nur mit eigenem Vertrag kannst du davon profitieren, wenn du länger unfallfrei fährst, dafür gibt es nämlich einen steigenden Schadenfreiheitsrabatt, der die Versicherungskosten langfristig senkt.

Selbst unansehnliche Rostlauben werden manchmal gestohlen. Aber eine Diebstahlversicherung, die Bestandteil einer Teilkaskoversicherung ist, kostet eine ganze Menge, besonders bei älteren Autos. Wenn dir das Geld nicht locker in der Tasche sitzt, solltest du deshalb genau nachrechnen, bevor du zusätzlich zur Kfz-Haftpflichtversicherung eine Teilkaskoversicherung vereinbarst. Oft ist mit drei Jahresprämien schon der Restwert des Autos erreicht. Eine Vollkaskoversicherung ist nur für Neuwagen empfehlenswert.

Krankheit
Existenzbedrohend sind keinesfalls nur Schäden, die man anderen zufügen kann. Schutzwürdig sind besonders deine Gesundheit und deine Arbeitskraft. Mit deiner ersten Vergütung bist du als Azubi in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Bis 325 Euro Monatslohn trägt der Arbeitgeber deine vollen Sozialabgaben: Erwerbslosen-, Renten-, Pflege- und eben auch die Krankenversicherung. Erst wenn deine Ausbildungsvergütung darüber liegt, wirst du vom ersten Euro an zum Beitragszahler.

In welcher Krankenkasse du Mitglied wirst, entscheidest du selbst. Auch wenn der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit in Kraft treten des Gesundheitsfonds vereinheitlicht wurde (Seit Juli 2009: 14,9 Prozent), lohnt es sich, zu vergleichen. Manche Kassen erheben Zusatzbeiträge, die der Versicherte allein aufbringen muss.

Auf jeden Fall versichern: Berufsunfähigkeit
Zu den sehr wichtigen Versicherungen zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung. Ihre Bedeutung hat noch einmal zugenommen, seitdem die gesetzlichen Leistungen bei Berufsunfähigkeit für alle ab 1961 Geborenen gestrichen worden sind. Nur noch bei vollständiger Erwerbsunfähigkeit - also wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht einmal mehr drei Stunden täglich irgendeiner Arbeit nachgehen kannst - zahlt die gesetzliche Rentenversicherung noch eine Erwerbsminderungsrente.

Aber auch diese Rente reicht auf keinen Fall für einen einigermaßen ausreichenden Lebensstandard aus. Azubis haben vom ersten Tag der Ausbildung an gesetzlichen Versicherungsschutz bei Erwerbsminderung wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit und ab dem zweiten Pflichtbeitragsjahr auch bei Freizeitunfällen und Krankheiten.

Du musst niemanden versorgen?
Bei der Vorsorge für deine Berufsunfähigkeitsrisiko solltest du nach einer guten und gleichzeitig preisgünstigen selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung Ausschau halten. Wenn du Kinder hast, solltest du die Berufsunfähigkeitsversicherung dagegen ruhig mit einer Risikolebensversicherung kombinieren, weil du hier zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kannst: Berufsunfähigkeitsschutz für dich selbst und finanzielle Absicherung deiner Familie im Falle deines Todes.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung solltest du so früh wie möglich abschließen, weil gesundheitliche Probleme in jungen Jahren die Ausnahme sind. Bereits über 30-jährige haben es oft schon schwer, einen Vertrag zu bekommen, weil die Versicherungsunternehmen sie wegen Sportverletzungen oder ersten Rückenbeschwerden als gesundheitliche Risiken einstufen und deshalb ablehnen.

Als Auszubildender ist es besonders wichtig, einen Vertrag mit einer Nachversicherungsmöglichkeit zu wählen. Dann kannst du die anfangs noch vergleichsweise niedrig vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente später ohne Gesundheitsprüfung erhöhen, wenn dein Lebensstandard steigt und du eine Familie versorgen musst.

Viele Unternehmen versichern Auszubildende in den ersten Lehrjahren nur gegen Erwerbsunfähigkeit. Der Schutz sollte sich aber spätestens im letzten Ausbildungsjahr auf deine Berufsunfähigkeit ausdehnen, weil nur sie deine berufliche Qualifikation berücksichtigt. Auf diesen Punkt solltest du beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung besonders achten. Eine Unfallversicherung ist unnötig, wenn ausreichender Invaliditätschutz über eine Berufsunfähigkeitsversicherung besteht. Hier ausführliche Tipps für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Unser Versorgungswerk MetallRente bietet mit der MetallRente.BU optimalen Schutz für den Ernstfall. Auszubildende haben bereits ab Ausbildungsbeginn Anspruch auf vollwertigen Berufsunfähigkeitsschutz und die Beiträge sind zudem auch noch konkurrenzlos günstig.

Für den Urlaub: Auslandsreisekrankenversicherung
Zusätzlich zur Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse solltest du für den Urlaub im Ausland eine private Auslandsreisekrankenversicherung abschließen. Denn im Ausland bist du durch deine gesetzliche Krankenversicherung nur in Europa geschützt, außerhalb gar nicht. Einen medizinisch notwendigen Rücktransport, der sehr teuer wäre, bezahlen die Krankenkassen gar nicht, nicht einmal innerhalb Europas.

Möglicherweise haben deine Eltern eine Auslandsreisekrankenversicherung, die dich noch eine Weile einschließt. Vor einer Auslandsreise sollte das nachgeprüft werden. Ansonsten ist eine Auslandsreisekrankenversicherung nicht teuer. Empfehlenswert sind Jahresverträge, die sämtliche Auslandsreisen in einem Jahr einbeziehen. Mit Einzelverträgen pro Reise lassen sich selten Kosten sparen.

Eigener Haushalt? Hausrat versichern!
Der Abschluss einer Hausratversicherung ist für junge Leute nicht vorrangig. Sofern du noch bei deinen Eltern wohnst, sind deine Sachen ohnehin über deren Versicherungsvertrag mitversichert. Das gilt auch noch so lange du nur vorübergehend woanders wohnt, beispielsweise am Wochenende immer nach Hause fährt. Erst wenn du endgültig ausziehst und gleich noch eine Familie gründest, kann eine Hausratversicherung sinnvoll werden. Auch hier solltest du vor Vertragsschluss mehrere Angebote vergleichen. Denn bei gleichem Leistungspaket gibt es in dieser Sparte Preisunterschiede bis 100 Prozent und mehr.

Rechtsschutzversicherung
Schäden, die in einer Rechtsschutzversicherung versichert sind, führen kaum zum finanziellen Ruin. Mit dem Bewusstsein, dass ein anderer für den Anwalt und mögliche Gerichtskosten zahlt, traut man sich natürlich leichter, sich auf ein langwieriges Gerichtsverfahren einzulassen. Oft geht das aber auch preiswerter, zum Beispiel über einen Mieterverein, wenn es nur darum geht, mietrechtliche Streitigkeiten zu klären. Und wenn du Mitglied einer Gewerkschaft bist, hast du automatisch bei Problemen mit deinem Arbeitgeber und mit Sozialversicherungen Rechtsschutz. Außerdem haben deine Eltern vielleicht eine Rechtschutzversicherung, die dich bis zur Vollendung deines 25. Lebensjahres einschließt.

Altersvorsorge: vorher gründlich informieren
Versicherungen können auch der Vermögensbildung dienen, zum Beispiel Kapitallebens- oder private Rentenversicherungen. Angebote beider Vertragsarten solltest du gleichrangig mit anderen Geldanlagen betrachten und vergleichen. Der Vorteil des Versicherungssparens sind vor allem steuerliche Vergünstigungen.

Doch von diesen Steuervorteilen profitieren nur Gutverdiener wirklich. Als Azubi zahlst du sowieso kaum Steuern. Wenn du trotz deiner geringen Einkünfte noch Geld zurücklegen kannst, werden die Zinserträge daraus keinesfalls den Sparerfreibetrag ausschöpfen, bis zu dem Zinserträge steuerfrei bleiben.

Kapitallebens- und private Rentenversicherungen sind unflexible Produkte, und als Kunde bist du häufig sehr lange vertraglich gebunden. Musst du vor Ablauf des Vertrags an dein Geld ran, wirst du mit einem oft sehr niedrigen Rückkaufswert abgespeist. Wenn du dennoch auf solche Verträge setzen willst, solltest du unbedingt einen Angebotsvergleich machen, bevor du einen Vertrag unterschreibst. Achte dabei stark auf die garantierten Leistungen, denn eine zusätzliche Rendite aus der so genannten Überschussbeteiligung ist nur unverbindlich, kann also auch viel geringer ausfallen, als im Angebot hochgerechnet.

MetallRente
Als Gewerkschaftsmitglied hast du noch eine weitere Möglichkeit: Die IG Metall hat in vielen Branchen Tarifverträge zur Altersvorsorge abgeschlossen. Du kannst Teile deines Einkommens umwandeln. Der Arbeitgeber muss Angebote machen, wie das Geld angelegt wird. Zusammen mit den Arbeitgebern hat die IG Metall das Versorgungswerk "MetallRente" gegründet, das dein Geld attraktiver als eine private Versicherung anlegt. Frag´ im Betrieb nach, wie das dort geregelt ist. Weiterer Vorteil: Die Altersvorsorge wird vom Staat gefördert.

Links und Zusatzinformationen
Auf einen Blick
Versicherungen für Auszubildende

In unserer Übersicht haben wir kurz und knapp verschiedene Versicherungen aufgelistet und sie nach ihrer Wichtigkeit für Auszubildende sortiert.