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Jahresrückblick 2016

2016: Das war das Jahr der IG Metall

23.12.2016 Ι Debatte über neue Arbeitszeiten, Tariferfolge, Herausforderungen durch Industrie 4.0 - 2016 hat sich einiges bewegt. Dazu kam noch ein Jubiläum: Die IG Metall ist 125 Jahre alt. Wir ziehen Bilanz: Was hat die Metallerinnen und Metaller beschäftigt? Was wollen sie 2017 anpacken?

125 Jahre - ein ganz besonderes Jubiläum

Die Arbeitswelt gerechter machen, faire Löhne und bessere Arbeitsbedingungen - darum ging es 1891, als Metallarbeiter den Deutschen Metallarbeiterverband in Frankfurt gründeten. Und um diese Ziele geht es der IG Metall auch heute. 2016 stand ganz im Zeichen des Jubiläums. Das hat die IG Metall genutzt und zurück geschaut. In diesen 125 Jahren ist einiges erreicht worden: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Unfall- und Arbeitsschutz, kürzere Arbeitszeiten, mehr Urlaub. Viele dieser Errungenschaften wurden in Gesetzen und Tarifverträgen abgesichert. Unser Portal "125 Jahre IG Metall" bietet einen ausführlichen Überblick.


Tarifrunden bescheren mehr Geld

2,8 Prozent mehr Geld ab Juli 2016 und ab 1. April 2017 weitere zwei Prozent mehr - das ist das Ergebnis der diesjährigen Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Rund 800 000 Mitglieder unterstützten im Frühjahr die Forderung mit Warnstreiks und Aktionen. Höhere Einkommen hat die IG Metall noch in weiteren Branchen durchgesetzt: Bei den Textilen Diensten, in der ostdeutschen Textilindustrie, in der Holz- und Kunststoffindustrie sowie in den Handwerksbranchen Sanitär-, Heizung-, KfZ-, Klimatechnik sowie im Metall- und Schlosserhandwerk. Details zu allen Abschlüssen gibt es hier.

 

Gerecht ist, wenn ein Tarifvertrag gilt

Nicht alle Beschäftigten profitieren von den Tariferfolgen. Nur wer in einem Betrieb mit Tarifvertrag arbeitet und zudem Gewerkschaftsmitglied ist, hat einen Anspruch auf die tariflichen Leistungen. Noch viel zu viele Beschäftigte haben nichts von den Tarifergebnissen. Damit mehr Arbeitnehmer von den Tariferfolgen profitieren, engagiert sich die IG Metall gemeinsam mit Belegschaften und Betriebsräten dafür, ungebundene Unternehmen in die Tarifbindung zu holen. Das ist inzwischen in vielen Unternehmen gelungen. Mehr Geld für die Beschäftigten und mehr Betriebe mit Tarifbindung: Die wichtigsten Ziele hat die IG Metall im Tarifjahr 2016 erreicht.

 

Solidarische Alterssicherung? Ist auf dem Weg

Die gesetzliche Rente muss vor Armut schützen. Aber nicht nur. Sie soll wieder einen deutlich höheren Beitrag zur Sicherung eines angemessenen Lebensstandards leisten. Mit diesen Zielen hat die IG Metall Vorschläge für eine solidarische Alterssicherung vorgelegt. Einiges davon wird mit den Regierungsplänen eingelöst. Die neue Rente bringt eine Ost-West-Angleichung, stärkt die Betriebsrente und wirkt der Altersarmut entgegen. Die Politik hat damit Einiges auf den Weg gebracht, doch die Pläne bleiben weit hinter dem Notwendigen zurück.

 

Mein Leben - meine Zeit. Arbeit neu denken!

Die Arbeitswelt ändert sich rasant. Vor allem durch die schnell fortschreitende Digitalisierung entstehen neue Herausforderungen - sowohl in den Werkhallen als auch in den Büros. Mobilarbeit ist bereits weit verbreitet und weckt bei zahlreichen Arbeitgebern Begehrlichkeiten. Dass man via Laptop von fast jedem Ort aus arbeiten kann, bietet Chancen, beispielsweise für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Doch gleichzeitig versucht so mancher Chef, die Mobilarbeit zu nutzen, um die Beschäftigten nach Feierabend einfach weiterarbeiten zu lassen. Wie können Regelungen gestaltet werden, die Gute Arbeit garantieren und Arbeitszeiten, die planbar und von den Beschäftigten selbst beeinflussbar sind. Dazu hat die IG Metall eine Kampagne gestartet, die 2017 auf der Agenda der IG Metall ganz oben steht.

 

Zukunft des Sozialstaats

Digitalisierung, Globalisierung, zunehmende Ungleichheit und vielfältige Lebensmodelle der Menschen: Der Sozialstaat steht vor Herausforderungen. Die IG Metall will ihn in Betrieben und Tarifverträgen mitgestalten, damit Arbeit und Leben wieder sicher, gerecht und selbstbestimmt sind. Daher hat sie auf ihrem Kongress "Sozialstaat der Zukunft" Ende Oktober über ihre Erwartungen an die Politik beraten. Anfang 2017 wird sie einen breit angelegten Diskussions- und Beteiligungsprozess starten, auf dessen Grundlage konkrete Forderungen zur Bundestagswahl entwickelt werden.

 

Gesetz zu Leiharbeit und Werkverträge

Faire Regeln für die Fremdvergabe von Arbeit - dafür hatten viele Beschäftigte, Betriebsräte und die IG Metall in den Betrieben und in der Öffentlichkeit Druck gemacht. Ende Oktober war es dann soweit: Der Bundestag hat ein Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen verabschiedet. Danach können Leiharbeiter nun höchstens 18 Monate an den gleichen Betrieb ausgeliehen werden und müssen bereits nach 9 Monaten den gleichen Lohn wie die Stammbeschäftigten erhalten, wenn in Tarifverträgen nichts anderes geregelt ist.

 

Auch bei Werkverträgen gibt es gesetzliche Verbesserungen. Betriebsräte haben jetzt ein Informationsrecht. Zudem verhindert das Gesetz, dass Arbeitgeber illegale Werkvertragsarbeit einfach in Leiharbeit umwandeln können. Das Gesetz bringt einige Verbesserungen, doch bei weitem nicht genug. Um den Missbrauch zu verhindern, wird die IG Metall auch in Zukunft gemeinsam mit den Beschäftigten weiter Interessenvertretungen und Tarifverträge in den Werkvertragsfirmen durchsetzen und darüber Verbesserungen für die Betroffenen erreichen.

 

Stahl: Eine Branche unter Druck

Für die deutsche Stahlindustrie war 2016 ein Schicksalsjahr. Durch Billigstahl aus China geriet die Branche zunehmend unter Druck. Um die Stahlarbeitsplätze zu retten, fordern die Beschäftigten und die IG Metall mehr Investitionen und Schutz vor der Dumpingkonkurrenz. Und das mit gutem Recht. Denn nirgendwo sonst wird Stahl umweltfreundlicher produziert. Auf ihren Aktionstagen im April und November forderten die Stahlarbeiter höhere Strafzölle, die auch etwas bewirken können. Das hat die Europäische Union nun aufgenommen und Vorschläge vorgelegt.

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