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MAN will noch mehr Stellen streichen
Es geht um 9500 Stellen

MAN möchte sein Sparprogramm verschärfen. Die IG Metall wehrt sich dagegen, dass die Beschäftigten für das Missmanagement des Konzerns bestraft werden.


Bis zu 9500 Stellen will MAN streichen. Alle Bereiche wären davon betroffen, keiner ausgenommen. Die Betriebe in Plauen, Wittlich und im österreichischen Steyr sollen ganz geschlossen werden. Auch die Produktion und Entwicklung soll verlegt werden. Das sind die Pläne der MAN-Geschäftsführung, die sie ihren Beschäftigten kurz vor dem Wochenende, verkündeten.

Damit würde MAN nochmal kräftig sein eigentlich geplantes Sparprogramm verschärfen. Schon vor der Coronakrise wollte der LKW- und Bushersteller, der zur VW-Tochter Traton gehört, die Kosten senken. Damals war schon von 6000 Stellen die Rede, die abgebaut werden müssten. Und schon damals gab es Krach: Über das Vorgehen hatte es zwischen dem früheren VW-Nutzfahrzeugvorstand und Traton-Chef Andreas Renschler und der Arbeitnehmerseite heftigen Streit gegeben. Denn nach einer bisher geltenden Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung sind betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 ausgeschlossen. Das Ergebnis des Streits: Renschler musste Anfang Juli seine Posten bei VW räumen, Traton und MAN erhielten neue Chefs.

Doch auch die neuen Vorstände pusten ins selbe Horn. Jetzt sollen es sogar 9500 Stellen sein, wenn es nach ihren Vorstellungen geht. In ihrer Mitteilung an die Beschäftigten sprechen sie von einer „grundlegenden Restrukturierung“: 1,8 Milliarden Euro wollen sie bis 2023 so sparen.


Nicht Corona allein, sondern Missmanagement ist schuld an der MAN-Misere

Gegenwind bekommt der MAN-Vorstand von Jürgen Kerner, Hauptkassierer der IG Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei MAN Truck & Bus. Kerner verdeutlicht: „Eine Neuausrichtung des Unternehmens nur auf Stellenabbau und Standortschließungen fußen zu lassen, ist kurzsichtig. Die IG Metall wird es nicht hinnehmen, dass die Beschäftigten für Corona und für jahrelanges Missmanagement des Vorstands bestraft werden. Für beides können sie nichts. Wir stehen solidarisch und Seite an Seite mit der Belegschaft von MAN.“

Für die IG Metall haben der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen und weitere Investitionen in Standorte und Forschung und Entwicklung Priorität. Denn klar ist: Für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens braucht es qualifizierte Mitarbeiter.


Wie geht es weiter bei MAN?

„Die Standort- und Beschäftigungssicherung, die von MAN-Konzernbetriebsrat und MAN-Vorstand unterschrieben wurde und für alle Standorte der MAN Truck & Bus bis zum 31.12.2030 gilt, muss die Basis für die Verhandlungen sein“, betont Kerner. „Sie wurde gerade für schwierige Zeiten geschlossen. Die IG Metall wird sich dafür einsetzen, alle Standorte zu erhalten und ruft dazu das Unternehmen zu Verhandlungen auf“, so Kerner.

 

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