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Führungswechsel bei Thyssen-Krupp
IG Metall fordert Klarheit über Zukunft des Konzerns

Nach dem Ausscheiden des bisherigen Vorstandsvorsitzenden von Thyssen-Krupp, Heinrich Hiesinger, fordern IG Metall und Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, dass die künftige Führungsspitze schnell eine Strategie vorlegt, wie sie den Erhalt und die Zukunft des Konzerns sichert.


„Wir erwarten von der Konzernspitze, dass sie Fairness gegenüber den Beschäftigten bewahrt und ihrer sozialen Verantwortung und dem Schutzbedürfnis der Beschäftigten Rechnung trägt“, mahnt Metaller Markus Grolms, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Konzerns, an. Wilhelm Segerath, Konzernbetriebsratsvorsitzender von Thyssen-Krupp, der dem Aufsichtsrat ebenfalls als Arbeitnehmervertreter angehört, warnte „vor der Zerschlagung und dem Ausverkauf des Konzerns“. Diese müsse unbedingt verhindert werden.

Nach der Fusion der Stahlsparte mit dem indischen Unternehmen Tata besteht der Mischkonzern Thyssen-Krupp aus den Geschäftsfeldern Aufzüge und Rolltreppen, Anlagenbau, Komponenten für die Autoindustrie und Handel mit Stahl, Werk- und Rohstoffen. Hauptanteilseigner ist neben der Krupp-Stiftung die schwedische Investmentgesellschaft Cevian Capital, die bekannt dafür ist, Unternehmen zu kaufen, in einzelne Sparten zu zerlegen und sie weiterzuverkaufen. Vor kurzem hat auch der US-Hedgefonds Elliott Anteile (von drei Prozent) erworben.


Stiftung in der Verantwortung

„Wir erwarten vor allem von der Krupp-Stiftung und Armin Laschet, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden“, sagt Knut Giesler, der Leiter des IG Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen. NRW-Ministerpräsident Laschet ist Mitglied im Kuratorium der Stiftung. „Die Stiftung muss für Klarheit und für die Stabilität des Konzerns sorgen“, fordert Giesler. Schließlich gehe es um den größten Industriekonzern Nordrhein-Westfalens. Er forderte die Stiftungsmitglieder auf, mit der IG Metall in den Dialog um die Zukunft des Konzerns zu treten. 

Vergangenen Freitag hatte der TK-Aufsichtsrat der Auflösung des Vertrags mit dem bisherigen Vorstandschef Hiesinger zugestimmt. Die Trennung erfolgte „im gegenseitigen Einvernehmen“. Für uns und die Beschäftigten kam die Ankündigung von Hiesinger, seine Position aufzugeben, völlig überraschend. Sie bedauerte seine Entscheidung. „Auch wenn wir in der Sache oft unterschiedlicher Meinung waren – Herr Hiesinger ist ein integrer Mensch“, würdigte Detlef Wetzel, der ehemalige IG Metall-Vorsitzende den Ex-Vorstandschef. Wetzel ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der jetzt mit Tata fusionierten Stahlsparte. Hiesingers Arbeit an der Spitze des Konzerns verdiene Respekt und Anerkennung.


Entscheidung Ende der Woche

Der Manager hatte seinen Rücktritt wenige Tage, nachdem das Joint Venture mit Tata beschlossen worden war, bekannt gegeben. Die Fusion selbst ist mit dem Weggang von Hiesinger nicht in Frage gestellt. Das gilt auch für die Arbeitsplatzgarantien für die Stahl-Beschäftigten, die der Konzern vor dem Zusammenschluss tarifvertraglich zugesichert hat.

Spätestens diese Woche Freitag soll entschieden werden, wer den Thyssen-Krupp-Konzern künftig führen soll.

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