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Guter Rat: Tipps für Verliebte am Arbeitsplatz. Illustration: Gerald Moll

Guter Rat: Tipps für Verliebte am Arbeitsplatz

Wenn es am Arbeitsplatz funkt

09.02.2016 Ι Ob in der Werkhalle, im Büro oder in der Kantine: Amors Pfeil kann einen allerorts treffen - auch am Arbeitsplatz. Die Verliebten sollten trotzdem auf ein professionelles Miteinander achten.
Verknallte Kolleginnen und Kollegen - so nehmen Liebesbeziehungen am Arbeitsplatz ihren Anfang. Einer Umfrage zufolge haben etwa 35 Prozent der Beschäftigten während ihres Arbeitslebens ein romantisches Treffen mit einem Kollegen oder einer Kollegin. Und 29 Prozent davon wiederum heiraten.

Wenn es am Arbeitsplatz funkt. Illustration: Gerald MollDer Betrieb zählt zur erfolgversprechendsten Partnerbörse. Doch warum verliebt es sich am Arbeitsplatz eher, als im normalen Alltag? Wer rund zehn Stunden im Betrieb ist, lange Anfahrtswege hat oder in Schicht arbeitet, hat kaum eine andere Chance, als seine Liebste oder seinen Liebsten im Betrieb kennenzulernen. Trotzdem hält ein Großteil der Frischverliebten ihre Liaison zunächst geheim. Beziehungen am Arbeitsplatz werden heute eher akzeptiert. Sie können sogar für ein gutes Betriebsklima sorgen, weil sich beispielsweise der interne Kommunikationsfluss verbessert. Trotzdem sind Beziehungen am Arbeitsplatz auch umstritten.

Verbot per Vertrag
Vor einigen Jahren machte die amerikanische Handelskette Wal-Mart Schlagzeilen, als sie allen in Deutschland tätigen Beschäftigten mitteilte, dass Liebesbeziehungen im Betrieb verboten seien. Ganz gleich, ob Rendezvous oder Partnerschaft: Wer eine Beziehung bei Wal-Mart einging und dies der Geschäftsleitung nicht mitteilte, dem drohte die Kündigung. Das Liebesverbot scheiterte letztlich vor dem Arbeitsgericht.

In den USA sind solche Vertragsklauseln durchaus üblich. So gab es bei dem Softwareunternehmen IBM bis vor einigen Jahren eine Betriebsvereinbarung, die Beziehungen zwischen leitenden und normalen Angestellten strikt untersagte. Der Grund: Unternehmen befürchten, dass Vorgesetzte ihre Position ausnutzen, indem sie die Liebste oder den Liebsten gegenüber anderen Mitarbeitern bevorzugen. Das sorgt schnell für Tumulte in der Abteilung und vergiftet das Arbeitsklima.

Arbeit nicht vernachlässigen
Wer glaubt, dass nur in den USA arbeitsrechtliche Maßnahmen gegen Liebesbeziehungen im Job möglich sind, der irrt. Natürlich kann es Beschäftigten nicht verboten werden, sich am Arbeitsplatz zu verlieben. Dennoch können Konsequenzen drohen: Wer blind vor Liebe nicht mehr an der Werkbank steht, sondern sich knutschend im Lager tummelt, der vernachlässigt seine Arbeit und verletzt arbeitsvertragliche Pflichten. Eine Abmahnung riskieren dann beide. Und im schlimmsten Fall sogar die fristlose Kündigung - auch wenn sie gut begründet sein muss.

Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollten Arbeitskollegen die Frischverliebten auf diese Situation aufmerksam machen. Denn oft merken Verliebte gar nicht, dass das ewige Gesäusel die anderen in der Abteilung stört. Schweigen genervte Arbeitskollegen aber, hoffen sie oft, dass der Vorgesetzte das Paar zur Vernunft bringt. Das darf er - beispielsweise über eine Versetzung.

Offenheit ist der beste Schutz
Merken Paare, dass es sich um mehr als ein Strohfeuer handelt, heißt es Klartext reden. Sie sollten zumindest im unmittelbaren Arbeitsumfeld die Beziehung bekannt machen. Denn: Rund 80 Prozent der verheimlichten Affären kommen ohnehin ans Licht. Heikel wird es, wenn einer oder beide Beteiligten in einer festen Partnerschaft oder verheiratet sind. Gerade dann ist Offenheit ein guter Schutz gegen Anfeindungen. Vor allem, wenn es Lästermäuler oder Intriganten in der Abteilung gibt, sollte man es nicht auf einen Loyalitätskonflikt ankommen lassen.

Rosenkrieg vermeiden
Endet eine Beziehung, gilt wie am Anfang der Romanze: Klartext reden und für Transparenz sorgen. Ex-Paare sollten sachlich bleiben und private Fehden vor dem Werkstor lassen. Bei schmerzlichen Trennungen hilft in letzter Konsequenz wohl nur ein Stellenwechsel.

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Regeln für Verliebte
  • Vorsicht in sozialen Netzwerken, wie Facebook, Wer-kennt-Wen und Co: Bevor man Bilder und Statusmel- dungen über die neue Beziehung veröffentlicht, lieber erst die Kollegin- nen und Kollegen sowie den Vorgesetzten persönlich informieren.

  • Auch wenn es vielen Paaren oft schwerfällt: Vor allem betriebliche Interna sind zu Hause tabu.

  • Die Arbeit hat Priorität. Wer zuviel turtelt, schafft Neid. Ein kollegiales und freundschaftliches Miteinander ist aber okay.

  • Keine intimen Details ausplaudern. Ob er ein Hecht oder sie eine stille Verführerin im Bett ist, geht niemanden im Betrieb etwas an.

  • Ein One-Night-Stand unter Kolleginnen und Kollegen endet selten vor dem Traualtar. Dauert das Strohfeuer nur 24 Stunden, bleibt es besser geheim.
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