Internationaler Frauentag 8. März
Kämpfen wie die Löwinnen

Frauen wollen Entgeltgleichheit, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten sowie Vereinbarkeit von Arbeit und Leben. Der Weg dahin ist oft mühsam. Deshalb lohnt es sich, Netzwerke aufzubauen und sich organisieren. Wir haben drei Beispiele recherchiert, wie Frauent ihre Ziele aktiv voranbringen.

7. März 20237. 3. 2023


In zahlreichen IG Metall-Betrieben gibt es sehr aktive Frauen, die sich für mehr Gleichstellung und verbesserte Karrierechancen von Frauen im Betrieb einsetzen. Hier gibt es drei Beispiele mit einer kurzen Beschreibung und der Angabe von Ansprechpartnerinnen. 
 

Women at Bosch

Das Netzwerk bei Bosch hat einen schlichten und griffigen Namen. Es heißt „Women at Bosch“. Es wurde 1995 gegründet und ist seitdem im Bosch-Konzern immer weiter gewachsen. Es umfasst 80 Netzwerke in 29 Ländern mit etwa 10.000 Mitglieder. Angefangen hatte es in einigen wenigen Niederlassungen, darunter Bosch-Feuerbach in Stuttgart. Die Betriebsrätin Christiane Nothdurft ist die Sprecherin des Frauennetzwerks bei Bosch-Feuerbach. Allein an diesem Standort werden 700 Frauen, die im Betrieb arbeiten, über dieses Netzwerk erreicht. 25 Frauen gehören zum Kernteam.

„Das Netzwerk sorgt dafür, dass Frauen immer einen Ansprechpartner haben für berufliche aber auch persönliche Anliegen“, sagt Christiane Nothdurft. Sie schildert die ganze Bandbreite, was die aktiven Frauen vor Ort alles bearbeiten und anschieben. „Wir sind die erste Ansprechpartnerin bei Mobbing. Wir helfen uns gegenseitig bei der Vorbereitung von Vorträgen. Wir informieren uns über offene Stellen. Wir kümmern uns auch um das Thema Finanzen und Rente. Wir haben außerdem ein Mentor:innenprogramm.“ Zum Internationalen Frauentag am 8. März wird es eine Veranstaltung geben, die vom Betriebsrat, der Diversityabteilung und vorrangig durch die Frauen von women@bosch-Feuerbach geplant wurde. Die IG Metall stand mit Rat und Tat zur Seite. 

Bei weiterem Informationsbedarf zum Bosch-Frauennetzwerk kannst Du Dich an christiane.nothdurft@de.bosch.com oder an women@bosch.com wenden. 
 

Löwinnen bei MAN Truck&Bus

Das Frauennetzwerk mit dem griffigen Namen „Löwinnen“ bei MAN Truck&Bus gibt es seit sieben Jahren. Es hat übergreifend über die Standorte von MAN Truck&Bus in Deutschland rund 800 Teilnehmerinnen. Ellen Hensel ist eine der sechs Gründerinnen der ersten Stunde. Damals war sie Vertrauensfrau, mittlerweile ist sie auch Mitglied im Betriebsrat. Wie sie auf den Namen „Löwinnen“ kamen? „MAN hat den Löwen auf den Kühlergrill. Da hat es gepasst, dass wir uns die Löwinnen nennen. Wir bekommen dafür auch ganz viel Lob“, sagt Hensel. Die Netzwerkarbeit der „Löwinnen“ läuft nicht nur innerhalb von MAN im VW-Konzern, sondern auch unternehmensübergreifend.

Mit anderen Frauennetzwerken vor allem aus der Automobilbranche hat man das übergreifende Netzwerk „Women in Automotive Industry“ gegründet. Mit zwölf Frauennetzwerken aus Betrieben wie Bosch, Audi, Daimler bilden die „Löwinnen“ den Zusammenschluss „Women in Automotive Industry“. Die Gründung des Übergreifenden Netzwerkes: Women in Automotive Industry ist der jahrelangen Arbeit von Evelyn Nosky zu verdanken, die das befreundete Frauennetzwerk bei Bosch mitgegründet hat. Zusammen besuchen die aktiven Frauen zum Beispiel die Internationale Automobil-Ausstellung IAA und laden Referentinnen und Referenten ein. „Wir wollen Frauen zusammenbringen und von ihnen erfahren, wo sie der Schuh drückt und was besser laufen kann im Betrieb“, sagt Ellen Hensel. „Wir haben verschiedene Arbeitsgruppen und arbeiten eng mit der IG Metall zusammen. Zum Beispiel zum Thema Frauen und Führung oder Familie und Beruf. Wir veranstalten auch Kaminabende mit den Vorständen. Uns geht es darum, dass Frauen im Unternehmen gleiche Aufstiegschancen haben und gleich vergütet werden. Da ist noch viel zu tun.“

Ansprechpartnerin bei den „Löwinnen“ von MAN Truck&Bus ist Ellen.Hensel@man.eu
 

Gleichheit dank ERA bei Kelvion Brazed PHE GmbH

Gleicher Lohn für gleiche Tätigkeit – wenn das in der Arbeitswelt immer eingehalten würde, wären wir der Gleichstellung ein ganzes Stück näher. Die Beschäftigten von Kelvion Brazed PHE GmbH waren nicht tarifgebunden, hatten ungleiche Löhne und Gehälter und haben trotz immer steigender Aufträge im niedrigen Lohnsektor gearbeitet. Der Betrieb mit rund 340 Beschäftigten stellt Wärmetauscher unter anderem für Wärmepumpenanlagen her. Die Nachfrage wird also wahrscheinlich weiterwachsen. Trotz Versprechungen, folgte jedoch keine Anpassung der Entgelte. Mit ihrem Kampf für einen Entgeltrahmentarifvertrag (ERA) konnte die nun gut organisierte Belegschaft endlich etwas ändern.

„Durch die neue Eingruppierung herrscht jetzt mehr Gleichheit zwischen allen Beschäftigten“, sagt Diana Schellenberg, IG Metall-Betriebsrätin bei Kelvion. Der Entgelttarifvertrag sieht eine Anpassung auf das Thüringer Flächenniveau bis 2025 vor. Bis dahin bleibt das Ziel, die gewerkschaftliche Organisation weiter stärken. „ERA hat uns zwar ein ganzes Stück weitergebracht, trotzdem sind immer noch mehr Männer in den besserbezahlten Chefetagen“, beklagt die Betriebsrätin. Doch auch hier stellen sich Verbesserungen ein. Aufgrund des großen Wachstums des Unternehmens wurden jetzt Teamleiterinnen und Teamleiter eingesetzt, also eine neue Stufe der Führungspositionen. „Hier finden sich nun auch mehr Frauen“, so Diana.

Ansprechpartnerin bei Kelvion Brazed PHE GmbH ist diana.schellenberg@kelvion.com oder tom.knedlhanz@igmetall.de, der die ERA-Einführung begleitet hat. 

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