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Stahl-Tarifrunde 2019
Jetzt auch im Saarland: 3,7 Prozent mehr Geld und freie Tage

Nach dem Osten hat nun die Stahlindustrie im Saarland das Tarifergebnis aus Düsseldorf übernommen: 3,7 mehr Geld, 100 Euro Einmalzahlung – und ab 2020 eine zusätzliche Vergütung von 1000 Euro jährlich, die auch in bis zu fünf freie Tage umgewandelt werden kann.


Ab Juni erhalten nun auch Beschäftigte in der saarländischen Stahlindustrie 3,7 Prozent mehr Geld. Für die Monate April und Mai gibt es eine Einmalzahlung von 100 Euro. Ab 2020 erhalten alle Beschäftigten eine zusätzliche tarifliche Vergütung in Höhe von 1000 Euro pro Jahr, die wahlweise in freie Tage umgewandelt werden kann.

Auf dieses Verhandlungsergebnis haben sich die Bezirksleitung Mitte der IG Metall und Arbeitgeber - der Verband der Saarhütten - in der Nacht vom 28. auf den 29. März geeinigt. [Nun hat auch die gewählte Tarifkommission der IG Metall in der saarländischen Stahlindustrie dem Ergebnis zugestimmt.] Damit hat die saarländische Stahlindustrie im Wesentlichen das Mitte März in Düsseldorf erzielte Tarifergebnis für die nordwestdeutsche Stahlindustrie übernommen, wie bereits vor einigen Tagen auch die ostdeutsche Stahlindustrie.


Extra-Plus für Auszubildende

Auch im Saarland profitieren Auszubildende überproportional vom Tarifabschluss: Die Ausbildungsvergütungen werden, je nach Ausbildungsjahr ab April um 60,- bis 90,- pro Monat erhöht, ab Juni 2020 um noch einmal 60,- bis 90,- Euro.


Wahlweise 1000 Euro oder bis zu fünf freie Tage

Die neue zusätzliche tarifliche Vergütung in Höhe von 1000 Euro pro Jahr wird jeweils zum 31. Juli ausgezahlt. Sie steigt mit den zukünftigen Tariferhöhungen. Die Beschäftigten können diese Vergütung in freie Tage umwandeln. Bis zu fünf freie Tage im Jahr sind möglich. Die tatsächliche Anzahl der umwandelbaren freien Tage bestimmt sich nach der Gesamtzahl der Anträge pro Betrieb. Bei vielen Anträgen reduzieren sich die freien Tage für den Einzelnen. Können nicht alle gewünschten freien Tage realisiert werden, werden diese ausgezahlt.

„Nach dem Abschluss vor einem Jahr in der Metall- und Elektroindustrie ist uns in einer weiteren wichtigen Branche ein Durchbruch für mehr Arbeitszeitsouveränität gelungen“, erklärt Jörg Köhlinger, Verhandlungsführer und Bezirksleiter des IG Metall-Bezirks Mitte. „Die Beschäftigten haben auch hier mehr Selbstbestimmung, mehr Entlastung und mehr Freiräume für das Private gefordert, das hat in der modernen Arbeitswelt große Bedeutung."

Möglich wurde der Kompromiss durch den enormen Druck der Beschäftigten. Nachdem in anderen Tarifbezirken viele Warnstreiks die Forderungen der IG Metall unterstützt hatten, konnte dies im Saarland vermieden werden. „Aber auch hier wären die Beschäftigten dazu bereit gewesen“, betont Köhlinger. „Das wissen die Arbeitgeber.“

Die neuen Tarifverträge für die saarländische Stahlindustrie sind erstmals zum 31. Mai 2021 kündbar.

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