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© Michael Reichel/dpa/pa

Opel: Einigung mit Management

Arbeitsplätze und Werke sicher

30.05.2018 Ι Nach wochenlangen Auseinandersetzungen mit dem Management sind die Opelaner gestern ein Stück weitergekommen. Der Konzern sichert den Beschäftigten Kündigungsschutz zu und Investitionen, die die Zukunft aller Standorte sichern.

Der Gesamtbetriebsrat, der Bochumer Betriebsrat und der IG Metall-Bezirk Mitte haben sich am Dienstag mit der Opel-Geschäftsleitung auf Eckpunkte geeinigt. Danach dürfen höchstens 3700 Stellen abgebaut werden, und zwar ausschließlich auf freiwilliger Basis: über Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen. Diese Größenordnung ist schon jetzt nahezu erreicht.


Bei Opel arbeiten insgesamt rund 19 500 Menschen, an Standorten in Rüsselsheim, Kaiserslautern, Eisenach, Bochum und Dudenhofen. Die verbleibenden Beschäftigten sind bis Sommer 2023 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Außerdem sollen in allen Standorten Investitionen erfolgen, die ihren Bestand und die Beschäftigung sichern.


Grünes Licht für Eisenach

Als erste Maßnahme werden Investitionen in Eisenach für den Grandland X einschließlich einer Hybrid-Variante freigegeben. Die Geschäftsleitung hatte sie in der Vergangenheit zurückgestellt und erklärt, sie erst zu tätigen, wenn die Arbeitnehmer Zugeständnisse beim Einkommen machen. Dafür hatte sie sich von der IG Metall den Vorwurf der Erpressung eingehandelt. Sie und die Betriebsräte hatten den Einkommensverzicht ohne Gegenleistung strikt abgelehnt.


Durch Umstellungen der Produktion nach dem Wechsel vom ehemaligen Opel-Eigentümer General Motors zum französischen Konzern PSA ergeben sich allerdings in Eisenach Produktivitätsvorteile, die Auswirkungen auf den Personalbedarf haben. Das wird in den Eckpunkten berücksichtigt. Sie sehen dazu vor, dass höchstens 450 Arbeitsplätze abgebaut werden. Wer geht, tut das freiwillig.


Details regeln Tarifverträge

Dafür sind die Arbeitnehmer bereit, Zugeständnisse beim Einkommen zu  machen. Das tarifliche Zusatzgeld, das die Opelaner nach dem Tarifvertrag ab Januar 2019 erhalten würden, wird ausgesetzt. Die übrigen Tariferhöhungen sollen ab 2020 verzögert ausgezahlt werden.


Die freiwilligen Abfindungen, die schon mit der Geschäftsleitung vereinbart wurden, gibt der  Gesamtbetriebsrat frei. Damit soll das Abfindungsprogramm beendet werden. Ausgenommen sind die Bereiche Teilelager, Produkt- und Antriebsentwicklung.


Alle weiteren Details werden in Tarifverträgen und Gesamtbetriebsvereinbarungen geregelt.


Opel muss starke Marke bleiben

"Opel muss als starke deutsche Marke erhalten bleiben", sagt Jörg Hofmann, der Erste Vorsitzende der IG Metall. Mit dem am Dienstag erzielten Ergebnisse "ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung aller Standorte gelungen", kommentiert er das Ergebnis. "Nach einer langen Phase der Unsicherheit" bekämen die Beschäftigten "endlich Perspektiven für die Zukunft".


Auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug ist zufrieden. "Wir haben endlich das bekommen, was wir seit Langem fordern", Sicherheit für die Beschäftigten durch den Kündigungsschutz für die nächsten fünf Jahre und Investitionen, die die Zukunft aller deutschen Standorte sichern. "Nun kann wieder etwas Ruhe in den Betrieb einkehren."


Jörg Köhlinger, der Bezirksleiter der IG Metall im Bezirk Mitte, in dem sich die meisten Opel-Standorte befinden, sieht in der Einigung einen "wichtigen Meilenstein". Sie schaffe "die Voraussetzungen, um eine gute künftige Entwicklung des Unternehmens "Opel Automobile" mit Tarifverträgen zu flankieren."

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Werner Bachmeier
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