Kampf um Tarifbindung bei Sauter Feinmechanik
Für gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung

Ein schwäbisches Familienunternehmen kündigt plötzlich die Tarifbindung – eine Entscheidung des neuen, von außen eingekauften Geschäftsführers. Der gibt den harten Hund, verweigert Gespräche und legt es offensichtlich auf einen Konflikt an. Die Belegschaft lässt sich das nicht bieten.


Seit dem 1. Februar ist die Belegschaft der Firma Sauter Feinmechanik im Arbeitskampf. Ihr Ziel: die Rückkehr des Betriebs in die Tarifbindung. So wollen die Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung bei dem Maschinenbauer aus Metzingen für die Zukunft sichern.

„Wir waren immer ein solides und attraktives Familienunternehmen“, sagt die Betriebsratsvorsitzende Manuela Dankesreiter. Dann erhielt das Unternehmen einen neuen Geschäftsführer. Der verkündete als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt aus dem Arbeitgeberverband. Dies hatte zur Folge, dass die Tarifbindung bei Sauter zum Ende des Jahres 2017 auslief.

„Mit der Tarifflucht wurde uns der Teppich unter den Füßen weggezogen“, sagt Manuela Dankesreiter. Bei der Belegschaft löste der Schritt Entsetzen aus ― und eine Besinnung auf die eigene Stärke: gemeinsam und solidarisch für die eigenen Rechte einzustehen.
 

Wer den Metallerinnen und Metallern bei Sauter solidarische Grüße senden möchte: hier geht’s zu ihrer Facebook-Seite.


Die Kolleginnen und Kollegen traten massenhaft in die IG Metall ein und kämpfen jetzt für die Tarifbindung ihres Unternehmens. Dabei bekommen die 340 Beschäftigten viel Unterstützung aus der Region. Beim ersten Warnstreik trafen sich etwa 1000 Metallerinnen und Metaller zur Solidaritätskundgebung vor dem Werkstor.

Die IG Metall forderte Sauter seither wiederholt zu Verhandlungen für einen Haustarifvertrag auf. Der Arbeitgeber schaltete auf Stur und verweigerte zunächst jegliches Gespräch mit der Gewerkschaft. Doch davon ließen sich die Beschäftigten nicht verunsichern. Im Gegenteil: Die Zahl der IG Metall-Mitglieder stieg weiter ― und mit ihr die Entschlossenheit der Belegschaft, es nicht bei Worten und Warnstreiks zu belassen: Bei der alsbald eingeleiteten Urabstimmung votierten 92,7 Prozent der IG Metall-Mitglieder im Betrieb dafür, die Arbeit niederzulegen. Das sind deutlich mehr als die 75 Prozent, die für einen Erzwingungsstreik vorgeschrieben sind.

Seitdem steht die Produktion bei Sauter immer wieder tageweise still. Derweil setzt die Geschäftsführung auf Verzögerungstaktik „Ganz offensichtlich will der Arbeitgeber immer noch keine ernsthaften Verhandlungen um einen Tarifvertrag führen“, sagt Michael Bidmon, Verhandlungsführer der IG Metall. Für ihn ist damit klar: „Der Streik geht auf das Konto der Geschäftsführung. Unser Ziel ist eine gute Zukunft für Sauter und die Beschäftigten, wofür die Tarifbindung Voraussetzung ist.“


Tarifverträge machen den Unterschied. Kein Tarifvertrag bedeutet in der Regel: weniger Einkommen, längere Arbeitszeiten, weniger Urlaub, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld und auch sonst keine verbindlichen Standards. Tarifverträge ziehen kollektive Mindeststandards gegen Lohndumping, schaffen Perspektive und Transparenz. Mehr dazu hier.

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