Neue Bürostrukturen bei Airbus
Bedarfsgerechte Arbeitswelten schaffen

Bei Airbus in Hamburg haben die vorhandenen Bürostrukturen nicht mehr modernen Anforderungen genügt. Der Betriebsrat hat deshalb zusammen mit dem Arbeitgeber ein Lernprojekt auf die Beine gestellt, das den Übergang von klassischen Bürowelten zu einer bedarfsgerechten Arbeitsumgebung gestaltet.

24. Juni 202624. 6. 2026


Der Leidensdruck war groß. Er entstand daraus, dass bei Airbus in Hamburg die vorhandenen Bürostrukturen die Anforderungen an Kollaboration und Flexibilität nicht mehr erfüllten – und gleichzeitig die Präsenzzeit vor Ort an Attraktivität verlor. „Die klassischen Bürowelten passten längst nicht mehr zur flexiblen Realität“, sagt Betriebsrat Malte Delventhal. „Gleichzeitig zwang uns der limitierte Platz am Standort Hamburg dazu, über neue Flächenkonzepte nachzudenken, um langfristiges Wachstum und Beschäftigung zu sichern. Wir mussten etwas tun.“

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Gemeinsam gute Arbeitsplätze gestaltet: Der Betriebsrat von Airbus Hamburg.

Sie haben etwas getan. Sie haben ein paritätisches Lernprojekt mit dem Arbeitgeber auf die Beine gestellt, das den Übergang von klassischen Bürowelten zu einer bedarfsgerechten, hybriden Arbeitsumgebung gestaltet. Sie haben ein Projekt zur Entwicklung, Testung und Begleitung von Methoden, Prozessen und Werkzeugen für ein neues Arbeitsumfeld und hybrides Arbeiten geschaffen, das ihnen jetzt dabei hilft, die Zukunft am Standort zu gestalten.


Vorurteile durch Fakten ersetzen

Das alles war kein leichter Weg. „Da das Thema Desksharing im Gremium und in der Belegschaft stark polarisierte, haben wir uns für eine wissenschaftliche Begleitung durch das Fraunhofer IAO entschieden“, sagt Betriebsrat Frank Arndt. „Und dann ging es los.“

Über zwölf Monate hinweg haben rund 280 Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichsten Airbus-Bereichen am Projekt teilgenommen. „Mithilfe von Zeitreihenbefragungen und methodischen Evaluationen haben wir mobiles Arbeiten unter Realbedingungen getestet“, sagt Betriebsrat und Projektteilnehmer Stefan Poppendieck. Ziel war es, Vorurteile durch Fakten zu ersetzen und eine Position zu entwickeln, die nicht das Gestern verteidigt, sondern die Arbeitswelt von morgen aktiv gestaltet.


Sozialpartnerschaft auf Augenhöhe

Das ist gelungen.

„Wir haben den Betriebsrat vom „Bedenkenträger“ zum „Mitgestalter“ transformiert, indem wir den Fokus auf optimale Arbeitsmöglichkeiten, Selbstorganisation und Gesundheit legten“, sagt Malte Delventhal. Das Ergebnis ist eine fundierte Grundlage für künftige Betriebsvereinbarungen, die sowohl Flexibilität als auch Standortattraktivität sichert. Frank Arndt betont: „Das Projekt hat die Mitbestimmungskultur am Standort grundlegend transformiert: Weg von ideologischen Kampagnen, hin zu einer faktenbasierten Sozialpartnerschaft auf Augenhöhe.“

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