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© (Archiv) Thomas Range

Stahl-Beschäftigte von Thyssen-Krupp haben abgestimmt

Über 90 Prozent für Tarifvertrag

05.02.2018 Ι Mit einem Tarifvertrag will die IG Metall die Arbeitsplätze der rund 27 000 Stahlwerker von Thyssen-Krupp langfristig sicher machen. Die IG Metall-Mitglieder unter den Beschäftigten waren in den letzten Wochen aufgerufen, über den Vertrag abzustimmen. Heute wurde ausgezählt. Das Ergebnis: 92,2 Prozent Zustimmung.

Von 13. Januar bis 3. Februar konnten die rund 21 000 IG Metall-Mitglieder in der Stahlsparte von Thyssen-Krupp (TK) über den Tarifvertrag abstimmen, den die IG Metall kurz vor Weihnachten mit der Konzernleitung ausgehandelt hatte. 71,3 Prozent beteiligten sich an der Wahl. Ihr Votum war sehr eindeutig: Fast 15 000 stimmten zu - das waren 92,2 Prozent. Die Resonanz war so positiv, dass die IG Metall in den Stahlwerken während der Abstimmungszeit 550 neue Mitglieder gewann.

 

Der Grund dafür, dass die IG Metall Ende 2017 über einen Tarifvertrag verhandelte, ist der Plan von Thyssen-Krupp, seine Stahltochter mit dem indischen Unternehmen Tata zu fusionieren. Die IG Metall und die betroffenen Beschäftigten haben sich gegen den Zusammenschluss gewandt. Sie befürchteten, dass TK sich damit aus der Verantwortung für seine Stahlsparte stehlen will und dass das Joint Venture Standorte und Tausende Arbeitsplätze gefährdet.

 

Satte Mehrheiten an allen Standorten

Eine solche Entwicklung wollte die IG Metall mit dem Tarifvertrag verhindern. Der Vertrag, den sie nach schwierigen Verhandlungen durchsetzte, garantiert an allen deutschen Stahlstandorten neun Jahre lang sichere Arbeitsplätze. Das heißt: Neun Jahre lang wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Thyssen-Krupp sagt außerdem zu, dass in dieser Zeit alle Standorte gesichert sind und pro Jahr mindestens 400 Millionen Euro jährlich in die Zukunft der Standorte investiert werden.


Die IG Metall hatte im Dezember erklärt, dem Tarifvertrag nur zuzustimmen, wenn sich an allen 13 betroffenen Standorten eine Mehrheit dafür ausspricht. Die Auszählung heute ergab in den einzelnen Werken Zustimmungsquoten zwischen 86,7 und 98,3 Prozent. "Das Ergebnis ist überragend", freut sich Jörg Hofmann, der Erste Vorsitzende der IG Metall. "Die hohe Wahlbeteiligung und das eindeutige Ergebnis zeigen die breite Zustimmung für das Verhandlungsergebnis. Damit kann der Tarifvertrag jetzt gültig werden. Und die Arbeitsplätze der Beschäftigten sind bis 2026 sicher."


Das Tarifergebnis für Thyssen-Krupp Steel Europe zeige, "wie wichtig Tarifverträge sind, um Arbeitsplätze zu sichern und den Beschäftigten eine Zukunftsperspektive zu geben."


Keine Freifahrkarte für eine Fusion

Knut Giesler, der IG Metall-Bezirksleiter von Nordrhein-Westfalen, wo die meisten TK-Stahlwerke sind, betont: Mit ihrem Ja haben die Belegschaften nicht dem Zusammenschluss mit Tata zugestimmt, sondern nur einem Vertrag, der sie schützt, falls es zu einer solchen Fusion kommt. "Die Entscheidung über die Fusion muss der Aufsichtsrat von Thyssen-Krupp treffen. Und es steht noch längst nicht fest, ob die Arbeitnehmerseite zustimmt." Das macht sie auch abhängig von zwei Gutachten, die auf Druck der IG Metall in Auftrag gegeben wurden, um die Wirtschaftlichkeit des Joint Ventures zu überprüfen. 

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Werner Bachmeier
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