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Platinenhersteller Liebers in Ingolstadt
Worauf Beschäftigte in Kurzarbeit verzichten müssen

Das Geld für die Miete fehlt, die Renovierung der Wohnung fällt flach, der Kredit muss bedient werden. Für viele Beschäftigte bedeutet Kurzarbeit in der Corona-Krise Einbußen von bis zu 40 Prozent. Auch bei Liebers in Ingolstadt. Immerhin soll die Erhöhung des Kurzarbeitergelds bald kommen.


Kurzarbeit wegen Corona. 70 Prozent der Betriebe im Organisationsbereich der IG Metall sind davon betroffen, mit 1,7 Million Beschäftigten. IG Metall und Betriebsräte haben in 61,6 Prozent dieser Betriebe durchgesetzt, dass der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld der Beschäftigten auf 80, 90 Prozent oder mehr ihres normalen Nettos aufstockt.

Doch 38,4 Prozent der Betriebe zahlen keine Aufstockung. Dort droht Beschäftigten der Absturz herunter auf das gesetzliche Kurzarbeitergeld von 60 Prozent ihres normalen Nettos (mit Kindern 67 Prozent).

Auch der Platinenhersteller Liebers in Ingolstadt zahlt keine Aufzahlung auf das Kurzarbeitergeld. Bei nur vier bis acht Tagen Arbeit im Monat bedeutet das erhebliche Einbußen für die Beschäftigten.

„Der Arbeitgeber sagt, er hat kein Geld“, erklärt Ursula Enzenberger von der IG Metall Ingolstadt. „Klar, mit Platinen kann man keine fetten Gewinne machen. Allerdings gibt es bei uns andere kleine Betriebe, die zahlen. Beim Maschinenbauer Biersack mit 120 Beschäftigten etwa haben wir gerade eine Aufstockung auf immerhin 75 Prozent ausgehandelt, plus einer Corona-Prämie von 200 Euro.“

Erhöhung des Kurzarbeitergelds für viele zu spät

Die Beschäftigten bei Liebers fühlen sich alleingelassen. Nicht so sehr von ihrem Arbeitgeber, sondern vor allem von der Politik.

„60 Prozent. Die sollten sich was schämen“, kritisiert der Betriebsratsvorsitzende Mike Zuber. „Wir sind das wirtschaftlich stärkste Land in Europa, aber beim Kurzarbeitergeld liegen wir ganz hinten. Überall sonst in Westeuropa gibt es 80 Prozent oder mehr.“

Wochenlang hat die IG Metall mit einer Kampagne Druck für mehr Kurzarbeitergeld gemacht. Jetzt hat die Große Koalition endlich beschlossen: Das Kurzarbeitergeld soll steigen – wenn auch erst ab dem vierten Monat in Kurzarbeit. Dann soll es 70 Prozent (77 Prozent mit Kindern) vom Netto geben. Ab dem siebten Monat dann 80 und 87 Prozent.

Für viele Beschäftigte in Betrieben, die eine Aufstockung bezahlen, kommt das gerade recht. Viele Betriebe haben bereits Probleme mit der Liquidität. Die Aufstockung reicht nur drei bis vier Monate weit.

Für Beschäftigte ganz ohne Aufstockung wie bei Liebers in Ingolstadt greift die Erhöhung zu spät. Sie müssen kürzertreten und auf vieles verzichten.

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