Steigende Energiepreise treiben Inflation
Schluss mit der künstlichen Stromverteuerung

Die Energiepreise steigen rasant. Das gefährdet den Industriestandort Deutschland und belastet Bürgerinnen und Bürger. Wie die Politik gegen die Verteuerung vorgehen muss, weiß die IG Metall.


Die Inflation ist zurück. Zuletzt lag die Teuerungsrate bei über vier Prozent. Besonders die Energiepreise legten in den vergangenen Monaten deutlich zu und trieben die Inflation nach oben. Das belastet Betriebe sowie Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem mit mittleren und niedrigen Einkommen. Sollte die Politik nicht bald reagieren, wird sich die Situation deutlich verschärfen. Denn Strom, vor allem grüner Strom, wird immer gefragter und bald ein rares Gut.

Warum? Im Zuge des Klimaschutzes werden viele Bereiche künftig auf grünen Strom umstellen müssen. Beispiel Verkehrswende: Bereits ab 2035 dürfen nach Vorgabe der EU nur noch klimaneutrale Autos zugelassen werden. Statt mit Benzin fahren die Pkw auf Europas Straßen so sukzessive mit Strom. Allein hierdurch wird die Nachfrage extrem steigen. So prognostiziert Agora Energiewende, eine Beratungsgesellschaft die die Bundesregierung berät, einen Bruttostromverbrauch bis 2045 in Deutschland, der fast doppelt so hoch ist wie heute. Doch bislang ignoriert die Politik das. Sie geht von unrealistisch niedrigen Strombedarfen in der Zukunft aus. Die Crux an der Sache: Die Bundesregierung steuert den Ausbau der erneuerbaren Energien. Was also passiert, wenn die Nachfrage deutlich stärker wächst, als das Angebot von grünem Strom, kann jeder Hobbyökonom beantworten: Die Preise werden weiter steigen.


Realistische Bedarfsrechnung ist erster Schritt

Das möchte die IG Metall tunlichst verhindern, denn steigende Preise treffen nicht nur die privaten Verbraucher oft empfindlich, auch der Industriestandort Deutschland ist in Gefahr: Im globalen Wettbewerb sind heimische Betriebe durch die hohen Strompreise benachteiligt.

Wolfgang Lemb, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, fordert daher: „Angesichts der Kostenexplosion im Energiesektor muss die neue Bundesregierung eine klare Aussage des Energiebedarfs der Zukunft machen. Wir brauchen für die Bürgerinnen und Bürger Sicherheit und Verläßlichkeit bei der Strompreisberechnung. Die IG Metall fordert eine realistische Berechnung des Strombedarf zunächst bis 2030. Daran müssen sich dann die jährlichen Zubauziele der Erneuerbaren Energien orientieren“, so Lemb. Aktuell sind sie viel zu niedrig. So verdeutlicht Lemb: „Wir brauchen mehr Windparks an Land und auf der See und müssen die finanzielle Beteiligung von Kommunen an Windparks erleichtern.“


EEG-Umlage abschaffen

Dass Betriebe sowie Verbraucherinnen und Verbraucher so viel für Strom bezahlen müssen, liegt aber nur zum Teil an der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage. Den größten Teil des Strompreises machen Steuern aus: Umsatzsteuer, Stromsteuer, EEG-Umlage – die eigentliche Energiebeschaffung, der Vertrieb und die Marge machen so nur rund ein Fünftel des zum Schluss gezahlten Preises aus. Das kann so nicht weitergehen. Die IG Metall fordert die Politik auf, eine Umschichtung der Preisgestaltung vorzunehmen: Staatliche Preisbestandteile wie EEG-Umlage und Stromsteuer müssten abgeschafft und künftig  aus Steuermitteln finanziert werden. Bei steigenden CO2-Preisen muss es schnellstens eine Entlastung für sozial Schwächere und Pendlerinnen und Pendler geben. Energieintensiven Industrien brauchen einen garantierten Industriestrompreis.

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