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Kraftfahrzeughandwerk: Erste Verhandlungen in NRW und Schleswig-Holstein

Kraftfahrzeughandwerk: Erste Verhandlungen in NRW und Schleswig-Holstein

Entgelt-Verhandlungen ergebnislos vertagt

14.06.2010 Ι In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein haben IG Metall und die neuen Kfz-Tarifgemeinschaften erstmals über die Entgelte verhandelt. In NRW verliefen die Verhandlungen konstruktiv. Dort legten die Kfz-Arbeitgeber ein erstes Angebot vor. Schwieriger gestalten sich die Verhandlungen in Schleswig-Holstein. Im Norden will die Tarifgemeinschaft Tariferhöhungen mit Verschlechterungen bestehender tariflicher Ansprüche kompensieren.

In Nordrhein-Westfalen machte die Kfz-Tarifgemeinschaft bereits in der ersten Tarifverhandlung am 9. Juni ein Angebot. Danach sollen die Einkommen der 80 000 Beschäftigten bis Ende 2012 um 3,5 Prozent in vier Schritten steigen. Die IG Metall will eine Einmalzahlung für dieses Jahr und eine Entgelterhöhung um 3,5 Prozent für nächstes Jahr. Am 21. Juni setzen die Tarifpartner ihre Verhandlung fort.

Kfz-Einkommen in NRW angleichen
IG Metall-Verhandlungsführer Bernd Epping gibt sich zuversichtlich: Es gehe nicht darum, ob die Einkommen erhöht werden, sondern wie und um wieviel. Wichtig sei, dass die Beschäftigten im Kfz-Gewerbe NRW von der Lohnentwicklung in ihrer Branche nicht abgekoppelt werden. In allen westdeutschen Kfz-Tarifbezirken werden die Einkommen bis April 2012 um 4,1 oder 4,3 Prozent erhöht. Ein Problem in Nordrhein-Westfalen sind die unterschiedlich hohen betrieblichen Entgelttabellen. Viele Beschäftigte haben seit 2007 keine Lohnerhöhung mehr gesehen, andere haben 6,5 Prozent mehr Geld erhalten - und zwar in den Betrieben, in denen Haustarifverträge abgeschlossen wurden. Die Tarifparteien sind sich einig, dass die Einkommen angeglichen werden müssen.

Kfz-Arbeitgeber in Schleswig-Holstein wollen Tarifabbau
In Schleswig-Holstein gestalten sich die Verhandlungen schwieriger. Denn was die neue Tarifgemeinschaft des Kfz-Gewerbes in der ersten Verhandlung am 8. Juni der IG Metall vorgelegt hat, grenzt an Zumutungen. Nur neun Betriebe in Schleswig-Holstein sind Mitglied der Tarifgemeinschaft. Das bedeutet: Die IG Metall kann nur für die Beschäftigten dieser Betriebe verhandeln.

Die IG Metall will einen Abschluss der Tarifverträge erreichen, die 2009 durch die Landesinnung und den Landesverband des Kfz-Handwerks Schleswig-Holstein gekündigt wurden. Ein tragfähiger Tarifabschluss umfasst für die IG Metall vor allem, dass Löhne und Gehälter um insgesamt 4,5 Prozent in drei Stufen steigen und die rechtswidrige Lohnstaffelung nach Lebensalter endlich abgeschafft wird. Für Auszubildende will die IG Metall je Ausbildungsjahr 30 Euro mehr. Außerdem: Den Abschluss eines Manteltarifvertrages sowie Verhandlungen über Tarifverträge zur Altersteilzeit, zum Kündigungsschutz, zur Verdienstsicherung älterer Arbeitnehmer und zur Übernahme von Auszubildenden.

Die Arbeitgeber lehnten die Forderungen der IG Metall ab und wollen stattdessen tiefe Einschnitte im Manteltarifvertrag und etwaige Tariferhöhungen durch die Verschlechterung bestehender tariflicher Ansprüche kompensieren. Einen Tarifabbau in der Kfz-Branche Schleswig-Holstein wird es mit der IG Metall nicht geben. Die Tarifparner setzen ihre Verhandlungen am 13. Juli 2010 fort.

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