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Jahresrückblick 2013. Foto: Panthermedia

Jahresrückblick 2013

Was 2013 die IG Metall bewegte

20.12.2013 Ι Eine neue Führungsspitze für die IG Metall, eine neue Regierung für Deutschland und neue Tarifverträge, die den Beschäftigten real mehr Geld bringen. Das waren 2013 für die IG Metall wichtige Ereignisse. Außerdem hat die Gewerkschaft die "Revolution Bildung" ausgerufen und eine Beschäftigtenbefragung durchgeführt, an der sich über eine halbe Million Menschen beteiligten.

Bereits im Frühjahr ging es im Organisationsbereich der IG Metall rund. Die Gewerkschaft führte ab Mitte März Tarifverhandlungen für rund 4,5 Millionen Arbeitnehmer in den verschiedensten Branchen. Es ging um mehr Geld in der Holz- und Kunststoffindustrie, der Metall- und Elektroindustrie, für die Stahlarbeiter sowie die Beschäftigten in der Textil und Bekleidungsindustrie. Verhandelt wurde auch im KFZ-Handwerk und für die Beschäftigten bei VW.


Neue Tarifverträge für 4,5 Millionen Beschäftigte

In erster Linie ging es um höhere Löhne und Gehälter. Aber nicht nur. Die Forderungspakete und auch die Abschlüsse waren unterschiedlich. In der Stahlindustrie hat die IG Metall auch über Altersteilzeit verhandelt und in der ostdeutschen Textilindustrie ging es außerdem um die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Um ein Demografiepaket geht es in der westdeutschen Textilindustrie. Durchgesetzt ist das noch nicht. Von Anfang an war klar: Geschenkt wird den Beschäftigten nichts. Dass gute Abschlüsse durchgesetzt wurden, ist auch ein Verdienst der vielen Mitglieder, die mit Warnstreiks und Aktionen für die richtige Begleitmusik sorgten.

Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie erhalten seit 1. Juli diesen Jahres 3,4 Prozent mehr Geld und ab 1. Mai 2014 weitere 2,2 Prozent. In gleicher Höhe steigen die Gehälter der VW-ler. Auch die Entgelte in der Eisen- und Stahlindustrie sowie der Holz- und Kunststoffbranche stiegen - um drei Prozent. Die Beschäftigten in der Textil- und Bekleidungsbranche erhalten in zwei Stufen mehr Geld. Tarifverträge erzielte die IG Metall auch im KFZ-Bereich - nur nicht in Nordrhein-Westfalen. Dort stellen sich die Arbeitgeber noch immer quer. Schwierig gestalten sich auch die Verhandlungen um ein Demografiepaket in der Textil- und Bekleidungsbranche. Aber die IG Metall wird in beiden Branchen nicht lockerlassen. Einen neuen Tarifvertrag gibt es für Leiharbeitnehmer. Sie erhalten ab 1. Januar 2014 in drei Stufen insgesamt 9,6 Prozent mehr im Westen und 12,8 Prozent mehr im Osten. 


Beschäftigtenbefragung

Die Demokratie im Betrieb stärken und die Beschäftigten beteiligen - das war und ist für die IG Metall eine wichtiges Anliegen. Daher hat sie im Frühjahr die Menschen direkt gefragt - nach ihren Forderungen an die Politik, ihren Erfahrungen im Betrieb und ihren Erwartungen an die eigene berufliche Zukunft.  Mitgemacht haben mehr als eine halbe Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus über 8400 Betrieben. Zwei Drittel gehörten der IG Metall an, alle anderen waren kein Gewerkschaftsmitglied. Die Befragung war ein Angebot an die Arbeitnehmer, sich direkt zu Wort zu melden. Die Ergebnisse der Befragung greift die IG Metall bei ihrer Arbeit in den Betrieben auf und machte sie zur Grundlage ihrer Forderungen an die Politik im Bundestagswahlkampf 2013.


Bundestagswahl

Ob im nächsten Bundestag Politik für die Menschen gemacht wird - das liegt nun in der Hand von Union und SPD. Sie haben sich auf eine Große Koalition verständigt. Der Koalitionsvertrag ist 185 Seiten lang und er enthält einige Überraschungen auch für Arbeitnehmer bereit. Noch ist keines der Vorhaben in trockenen Tüchern. Was die künftige Regierung wie und wann in Sachen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, Energiewende, Gleichstellung oder Bildung angeht - das will die IG Metall kritisch begleiten und sie wird Schwarz-Rot an ihren Taten messen. Der Koalitionsvertrag ist die Grundlage für eine Politik im Interesse der Beschäftigten. "Gute Lebenschancen, mehr Sicherheit und Gerechtigkeit für Arbeitnehmer sind zu jeder Zeit unser Ziel. Daran messen wir jede Regierung", sagte Detlef Wetzel, Erster Vorsitzender der IG Metall.


Revolution Bildung

Bildung ist die wichtigste Starthilfe für junge Menschen ins Arbeitsleben. Auch für die Unternehmen ist Bildung ein entscheidender Faktor beim Wettbewerb um Nachwuchs. Trotzdem bieten die Firmen immer weniger Ausbildungsplätze an und die Ausbildungsbilanz fällt Jahr für Jahr schlechter aus. Diejenigen unter den Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz finden, haben dann aber gute Chancen im späteren Berufsleben. Denn das deutsche System der dualen Ausbildung ist weltweit anerkannt. Zudem mischen hier die Experten der IG Metall in vielen Bereichen mit.

Doch mit einer zukunftsorientierten beruflichen Bildung kann nur ein Teil der Forderungen nach einer gerechten Bildung eingelöst werden. Dazu gehört ein gerechtes Bildungssystem, dass in der Grundschule ansetzt und die Menschen lebenslang begleitet. Ziel der Kampagne "Revolution Bildung" ist eine bessere und gerechtere Bildung für alle, kostenlos und mit genügend Zeit.


Neue Führung bei der IG Metall am Start

Die IG Metall startet mit einer verjüngten Führungsspitze ins neue Jahr. Ende November wählten rund 500 Delegierte auf dem 6. Außerordentlichen Gewerkschaftstag eine neue Führungsspitze um die Vorsitzenden Detlef Wetzel und Jörg Hofmann. Zwei Tage lang diskutierten die Delegierten in Frankfurt unter dem Motto "Kurswechsel: Gemeinsam für ein gutes Leben" die Richtung der Gewerkschaft für die kommenden Jahre. Außerdem sprachen sich die Delegierten in ihrer "Frankfurter Erklärung" für eine demokratische und solidarische Gesellschaft aus, die auf Teilhabe, Fairness und sozialer Integration beruht. Auf dieser Grundlage wird die IG Metall auch 2014 weiterarbeiten.


Was sich in den Betrieben tut

Einiges an Aufgaben nehmen wir mit ins Neue Jahr und das liegt an der aktuellen Situation in den Unternehmen. Die Arbeits- und Gesundheitsbelastungen steigen. Nicht wenige Beschäftigte klagen über Stress. Burnout und psychische Belastungen nehmen immer stärker zu. Die IG Metall hat daher schon im Januar 2013 die Bundesregierung aufgefordert, arbeitsbedingtem Stress und Burnout mit einer Anti-Stress-Verordnung entschlossen entgegenzuwirken. Diese Forderung ist bislang nicht eingelöst.

Auch die Forderungen nach einer neuen Ordnung auf dem Arbeitsmarkt ist aktueller denn je. Dass die neue Bundesregierung hier einiges auf den Weg bringen will, begrüßt die IG Metall. Sie wird sehr genau prüfen, was die Neuerungen den Leiharbeitern, den Beschäftigten aus Werkverträgen und der jungen Generation im Alltag bringt. Die von der Regierung geplante Neuerung für Leiharbeiter sind ganz klar Verbesserungen für die Betroffenen. "Aber mir reicht das noch nicht", erklärt Wetzel. "Die Parteien müssen doch die Interessen aller Beschäftigtengruppen ernstnehmen. Bei der Leiharbeit tun sie das jetzt. Wir brauchen aber auch deutlich mehr Mitbestimmung für Betriebsräte bei Werkverträgen". Auch bei der jetzigen Alterssicherungspolitik muss nachgerüstet werden. Die Menschen brauchen endlich Alternativen zur starren Rente mit 67.


Energiewende und Europa

Beim Thema Energiewende hat sich in diesem Jahr wenig bewegt. Nun will Schwarz-Rot bis Ostern einen Reformvorschlag für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erarbeiten. Das begrüßt die IG Metall. "Ein Scheitern der Energiewende ist das größte Risiko für Wirtschaft, Wachstum und Wohlstand", befürchtet Wetzel. Wenn der Investitionsstau aufgelöst ist, könnte das die Energiewende einen entscheidenden Schritt nach vorne bringen. Auch beim Thema Europa hängt viel davon ab, was die neue Regierung tut und ob es ihr gelingt, die deutsche Wirtschaft zu stabilisieren. Deutschland als größte europäische Volkswirtschaft kann für die Europäische Union ein Wachstumsmotor sein und die Krisenländer stützten. Diese Chance sollte genutzt werden.

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