Kfz-Tarifrunde: IG Metall erzielt weitere Abschlüsse
Die Kfz-Auszubildenden sind die Hauptgewinner

In sechs weiteren Bundesländern gibt es ein Tarifergebnis für die Kfz-Branche: Auf zweimal 2,8 Prozent mehr Geld können sich die Kfz-Handwerker in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und seit letzte Nacht in Berlin, Brandenburg und Sachsen freuen. Für die Auszubildenden gibt ...

26. Juni 201326. 6. 2013


... es ein überproportionales Plus in drei Stufen.

In der Nacht zum Mittwoch haben sich IG Metall und Arbeitgeber in Dresden auf ein Tarifergebnis für die Kfz-Beschäftigten in Berlin, Brandenburg und Sachsen geeinigt. Von dem Abschluss profitieren besonders die Auszubildenden. Er beschert ihnen ein überproportionales Plus, das in drei Stufen ihre Vergütungen an das Westniveau angleicht.

In Sachsen steigen die Vergütungen im ersten Ausbildungsjahr um insgesamt 60 Euro auf 570 Euro, in Brandenburg von 485 Euro auf 570 Euro und in Berlin von 515 Euro auf ebenfalls 570 Euro. In den übrigen Ausbildungsjahren gibt es ein Plus von bis zu insgesamt 85 Euro. Ab August 2015 gibt es in Brandenburg im vierten Ausbildungsjahr 650 Euro, in Berlin 680 Euro und in Sachsen 710 Euro. Damit können die Arbeitgeber im Kfz-Gewerbe im Wettbewerb um junge angehende Fachkräfte mit guten Tarifvergütungen punkten.

Warnstreikende ermöglichten Tarifplus

Die Entgelte steigen in allen drei Bundesländern um zweimal 2,8 Prozent – zuerst ab 1. August diesen Jahres und ein weiteres Mal im Dezember 2014. Die Laufzeit des Tarifvertrages endet am 30. April 2015.

Rund 250 Metallerinnen und Metaller hatten vor Verhandlungsbeginn in Dresden mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber gemacht. Ohne den Einsatz der Warnstreikenden in Berlin, Brandenburg und Sachsen hätte die IG Metall das Ergebnis nicht durchsetzen können. Für ihr Engagement bedankte sich Peter Friedrich ausdrücklich: „Dieser Abschluss war nur Dank der weit über 1000 Beteiligten an den Warnstreiks möglich.“ Von hoher Bedeutung seien die überproportionalen Anhebungen der Ausbildungsvergütungen. „Damit wird das Kfz-Gewerbe wieder ein Stück attraktiver für die jungen Menschen“, betonte der Gewerkschafter, der die Verhandlungen für die drei Länder führte. Von dem Tarifabschluss profitieren rund 37 000 Beschäftigte in 3400 Kfz-Betrieben.

Nur noch das Saarland, Hamburg und Nordrhein-Westfalen fehlen

Auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie zuletzt am Montag in Thüringen konnte die IG Metall Tarifergebnisse mit den Arbeitgebern erzielen. Dort gibt es für die Beschäftigten in Autowerkstätten ebenfalls in diesem und im nächsten Jahr ein Plus von jeweils 2,8 Prozent. Und auch dort erhöhen sich die Vergütungen für die Auszubildenden überdurchschnittlich. An der Küste ab August diesen Jahres um bis zu 25 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern erhöht sich außerdem das Weihnachtsgeld ab nächstes Jahr von 45 auf 50 Prozent. „Nur durch den Druck aus den Betrieben haben wir ein deutliches Plus für die Beschäftigten erreichen können“, erklärte Friedhelm Ahrens, Tarifsekretär der IG Metall Küste.

Mit den aktuellen Abschlüssen hat die IG Metall in fast allen Bundesländern zweimal 2,8 Prozent mehr Geld für die Kfz-Handwerker durchsetzen können. Im Saarland strebt die IG Metall am 5. Juli ein Tarifergebnis an und in Hamburg am 6. August. Sorgenkind bleibt Nordrhein-Westfalen. Dort ließ die Tarifgemeinschaft der Kfz-Arbeitgeber jüngst die Verhandlungen mit der IG Metall platzen. Die IG Metall wird in NRW alle Möglichkeiten nutzen, um Tarifflucht zu verhindern und die Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch zu bewegen.
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