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Tarifrunde Textil Ost: Abschluss beschert ein gutes Plus

Tarifrunde Textil Ost: Abschluss in der vierten Verhandlung

Geschafft: Textiler erhalten ab April mehr Geld

19.04.2013 Ι In der vierten Runde in Chemnitz konnte die IG Metall mit den Arbeitgebern der ostdeutschen Textil- und Bekleidungsbranche endlich einen Abschluss erzielen. Danach erhalten die 16 000 Beschäftigten im Osten in den nächsten zwei Jahren ein Plus von 5,6 Prozent.
Die eindrucksvollen Warnstreiks der Textiler in den letzten beiden Wochen haben bei den Arbeitgebern ihre Wirkung nicht verfehlt. In der vierten Verhandlungsrunde in Chemnitz lenkten sie endlich ein. "Das ist ein ordentliches Ergebnis, das den Beschäftigten einen fairen Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung sichert", sagte IG Metall-Verhandlungsführer Michael Jung in Chemnitz.

Vor Verhandlungsbeginn hatten Textiler mit schrillen Tönen die vierte Runde mit der passenden "Begleitmusik" angestimmt.

Abschluss sichert fairen Anteil der Beschäftigten

Der Tarifabschluss sieht vor, dass die Löhne und Gehälter der 16 000 Textilbeschäftigten im Osten in den nächsten 24 Monaten um 5,6 Prozent steigen. Im April gibt es 60 Euro mehr. In den folgenden 14 Monaten bekommen die Arbeitnehmer zunächst ein Plus von drei Prozent, dann noch einmal 2,6 Prozent mehr. Die Ausbildungsvergütungen erhöhen sich zusätzlich zum 1. August 2013 im ersten Ausbildungsjahr auf 650 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr auf 700 Euro, im dritten Ausbildungsjahr auf 750 Euro und im vierten Ausbildungsjahr auf 800 Euro.



Das Urlaubsgeld steigt prozentual wie das Entgelt und wird 2014 zusätzlich auf 400 Euro erhöht. Zudem steigt der jährliche Arbeitgeberbeitrag zur betrieblichen Altersversorgung von 230 auf 360 Euro.

Unbefristete Übernahme sichert den Nachwuchs

Auch bei der Altersteilzeit und der unbefristeten Übernahme der Auszubildenden konnten IG Metall und Arbeitgeber einigen: Um den Nachwuchs in der Branche zu sichern, vereinbarten sie einen Tarifvertrag zur unbefristeten Übernahme. Bei erfolgreich bestandener Abschlussprüfung werden Auszubildende im Grundsatz unbefristet übernommen. Zusätzlich appellierten IG Metall und Arbeitgeber an die Betriebe der Textil- und Bekleidungsindustrie, die Zahl der Ausbildungsplätze zu erhöhen.

Ab 1. April 2013 gilt außerdem ein Tarifvertrag zur Förderung einer demografischen Altersteilzeit in der Textilindustrie Ost. Zudem wollen sich die Tarifparteien bis zum 31. Dezember diesen Jahres über einen Tarifvertrag Demografie einigen.

Tarif

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Tarifverträge regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch die Zahl der Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und wie lange Beschäftigte arbeiten müssen. Ohne Tarifverträge sind die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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