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Autozulieferer BIA in Solingen

Warnstreik: 200 Beschäftigte kämpfen für Tarifvertrag

05.02.2016 Ι Der Automobilzulieferer BIA in Solingen macht gute Gewinne. Doch viele Beschäftigte verdienen nur knapp über Mindestlohn. Trotz massiver Einschüchterungsversuche haben sie nun einen Warnstreik durchgeführt. Ziel: endlich ein Tarifvertrag.

Was der Automobilzulieferer BIA auf seiner Internetseite schreibt, muss für viele der Beschäftigten wie Hohn klingen. Unter der Rubrik "Karriere" schreibt das Solinger Unternehmen: "Arbeiten bei BIA ist ein Gewinn für alle." Tatsächlich macht den Gewinn aber vor allem die Firma.

 

Die Beschäftigten müssen sich mit sehr bescheidenen Löhnen begnügen. Ein Großteil von ihnen verdient weniger als zehn Euro pro Stunde. Das liegt deutlich unter dem branchenüblichen Tariflohn.

 

Die BIA-Beschäftigten wollen die mickrige Bezahlung nicht mehr hinnehmen. Sie kämpfen für einen Tarifvertrag. An diesem Freitagmorgen haben sie ihre Forderung mit einem ersten Warnstreik untermauert.

 

"Unsere Mitglieder im Betrieb sind sauer. Die Stimmung brodelt, also haben wir uns dazu entschieden, gegenüber dem Arbeitgeber ein Zeichen zu setzen", sagte Marko Röhrig, erster Bevollmächtigter der IG Metall Remscheid-Solingen. "Es hat den Kolleginnen und Kollegen gut getan, mal etwas Dampf abzulassen. Und die Unternehmensleitung sollte sehen, dass die Mitglieder es ernst meinen."

 

Im Video: Der Warnstreik der BIA-Beschäftigten

 

Ärger und Einschüchterung

Dass viele BIA-ler Wut im Bauch haben kommt nicht von ungefähr. Im vergangenen Jahr hatten einige von ihnen die örtliche IG Metall kontaktiert. Ziel: Tarifbindung für BIA. Innerhalb kurzer Zeit trat ein großer Teil der Belegschaft in die Gewerkschaft ein. Im Januar wurde BIA - mit 1000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Solingen - zu Tarifverhandlungen aufgefordert,

 

Doch statt mit Gesprächsbereitschaft reagierte die Unternehmensleitung mit Druck und Einschüchterungsversuchen. Das Management ließ im Betrieb Info-Blätter aushängen auf denen das Führungspersonal "vertrauliche Gespräche" zu Fragen "rund um das Thema Gewerkschaft" anbietet. Zudem verschickte das Unternehmen ein Schreiben, in dem die betrieblichen "Feste, Feiern und Wandertage" gelobt werden.

 

Gipfel der Kampagne: Das Unternehmen verteilte massenhaft vorgefertigte Musterschreiben, mit denen Beschäftigte ihren Gewerkschaftsmitgliedschaft kündigen sollten. Diese Behinderung von Gewerkschaftsarbeit verkaufte BIA offiziell als "Formulierungshilfe".

 

Die IG Metall wertet die Muster-Kündigungsschreiben als klaren Verstoß gegen Artikel 9 des Grundgesetzes. Darin wird allen Bürger das Recht garantiert, sich gewerkschaftlich zu organisieren.

 

In der Belegschaft haben die Einschüchterungsversuche viel Missmut verursacht. Beschäftigte zeigten sich "sprachlos". Einer fragte sich: "Im welchem Jahrhundert leben wir?"

 

Für den Solinger IG Metall-Bevollmächtigten Marko Röhrig steht fest: "Wenn BIA weiterhin versucht, Beschäftigte und Gewerkschaft zu gängeln, dann wird es weitere Warnstreiks geben." Es gelte der Grundsatz: "Wer sich mit einzelnen Gewerkschaftern anlegt, legt sich mit der ganzen IG Metall an." 

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