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Tarifabschluss bei IAV
IAV regelt die Transformation und Corona

Der neue Tarifvertrag bei IAV gestaltet die Transformation, die aktuelle Situation durch Corona und die Zeit danach. Das Kurzarbeitergeld wird auf 95 Prozent aufgestockt. Mobilarbeit wird flexibler.


Der Ingenieurdienstleister IAV, mit 8 000 Beschäftigten an fünf deutschen Standorten, will attraktiv sein für hochqualifizierte Mitarbeiter. Der Betriebsrat und die IG Metall haben jetzt mit dem Arbeitgeber einen Abschluss erzielt, der Sicherheit und deutlich mehr Flexibilität für die Beschäftigten bringt.

Der Tarifvertrag ist auch eine Antwort auf die derzeitige Situation durch Corona, aber auch für die Zeit danach. Das Kurzarbeitergeld wird vom Unternehmen 15 Tage lang auf 95 Prozent des entgangenen Nettoentgelts aufgestockt. Die bisherige Kernarbeitszeit wird gestrichen und zugleich ein neues, attraktives Sabbatical-Programm eingeführt. Ein Zeitkontingent für ein Sabbatical muss nicht im Voraus angespart, sondern kann im Nachhinein eingearbeitet werden.


Tarifvertrag verzichtet auf Kernarbeitszeit

„Durch Corona bedingt arbeiten jetzt sehr viel mehr Beschäftigte mobil von zu Hause“, berichtet der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Mark Bäcker. Weil sie zu ganz unterschiedlichen Uhrzeiten arbeiten, wird ab sofort auf eine Kernarbeitszeit verzichtet. Gleichzeitig wird der Arbeitszeitkorridor auf die Zeit von 6 bis 20 Uhr von Montag bis Freitag erweitert. Um die Erreichbarkeit zu garantieren, wird ein sogenannter Zuverlässigkeitskorridor von maximal vier Stunden eingeführt. Dieser Korridor wird zwischen dem jeweiligen Beschäftigten und der Teamleitung ausgehandelt. Die vier Stunden des Zuverlässigkeitskorridors können auch hälftig aufgeteilt werden.

 

Tarifabschluss bei IAV: Der Betriebsrat und die IG Metall haben jetzt mit dem Arbeitgeber einen Abschluss erzielt, der Sicherheit und deutlich mehr Flexibilität für die Beschäftigten bringt. (Foto: J. Kollatsch)


Gewachsenes Vertrauen

Die große Flexibilität bei der Arbeitszeit, die im Tarifvertrag vereinbart wurde, führt der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Mark Bäcker auf die Erfahrungen in der Corona-Zeit zurück: „Das Vertrauen der Führungskräfte ist gewachsen, sie sehen, dass die Beschäftigten in der Mobilarbeit zu Hause mindestens genauso produktiv sind wie im Büro“, sagt Bäcker. Die Tarifvertragsparteien wollen 2021 das mobile Arbeiten neu regeln. Darin fließen die Erfahrungen während der Pandemiezeit ein.

„Mit dem Tarifabschluss haben wir bewiesen, dass wir auch in herausfordernden Zeiten an einem Strang ziehen“, so Johannes Katzan von der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. „Uns ist besonders wichtig, die Zeit jetzt zu nutzen, die Beschäftigten in der Transformation zu qualifizieren. Jede und jeder bei IAV soll in die Lage versetzt werden, individuelle Fähigkeiten und Fertigkeiten am richtigen Platz optimal einzubringen. Das Thema Qualifizierung wird im Rahmen des technologischen Wandels mitbestimmt geregelt.“

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