Auschwtz-Überlebende Esther Bejarano ist tot
Wir trauern um Esther Bejarano - unsere Mitstreiterin gegen Faschismus und Hass

Wir trauern um Esther Bejarano. Als Rednerin und Musikerin trat sie auf zahlreichen Veranstaltungen der IG Metall auf und erinnerte uns an die Schrecken der Nazidiktatur und des Holocaust. Esther Bejarano hat immer betont, wie wichtig Gewerkschaften für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind.


Esther Bejerano – Auschwitz-Überlebende, Musikerin und Antifaschistin – ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Bejarano überlebte, weil sie im Mädchenorchester des Lagers Akkordeon spielte. Sie ging nach dem Krieg zunächst nach Israel, zog dann aber 1960 zurück Deutschland und lebte in Hamburg. Nachdem sie dort selbst neuen Antisemitismus erlebte, beschloss sie, sich gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu engagieren. Bejerano gründete das Auschwitz-Komitee, das Zeitzeugen-Gespräche in Schulen und Bildungsreisen in Konzentrationslager organisiert. Sie war Ehrenpräsidentin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten.


Zusammen mit ihrer Tochter Edna und ihrem Sohn Joram gründete sie eine Band und sang jüdische und antifaschistische Lieder.  Zuletzt tourten sie mit der Kölner Hip-Hop-Band Microphone Mafia um den türkischen Rapper Kutlu Yurtseven durch Deutschland.


Sehr häufig trat Bejarano auch auf Veranstaltungen der IG Metall auf, bei Gesprächen, Lesungen und Konzerten in den Geschäftsstellen vor Ort und in den Bildungszentren. Als Zeitzeugin verstand sie es vor allem auch, mit der Jugend über die Nazidiktatur und den Holocaust ins Gespräch zu kommen – und begleitete junge Gewerkschafter*innen bei Fahrten nach Auschwitz. Ihre Botschaft an die jungen Menschen: „Ihr tragt keine Schuld für das, was passiert ist, aber ihr macht euch schuldig, wenn es euch nicht interessiert.“

Neu auf igmetall.de

Newsletter bestellen