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Norma-Beschäftigte wehren sich gegen Stellenabbau
450 Beschäftigte im Warnstreik bei Norma – IG Metall bereitet Streik vor

Wieder Warnstreik beim Autozulieferer Norma: 450 Beschäftigte aus Gerbershausen und Maintal haben gemeinsam für ihre Zukunft demonstriert. Am Samstag ist die entscheidende Verhandlung. Sollte die Unternehmensleitung nicht einlenken, wird die IG Metall die Urabstimmung über Streik einleiten.


450 Beschäftigte des Autozulieferers Norma haben mit einem gemeinsamen Warnstreik gegen die Schließung des Werks in thüringischen Gerbershausen demonstriert. 250 Beschäftigte des Norma-Werks im hessischen Maintal reisten mit fünf Bussen an. Gemeinsam mit der IG Metall kämpfen sie für die Zukunft ihrer Arbeitsplätze und für einen Sozialtarifvertrag – unter dem Motto „Ob Ost, ob West – gemeinsamer Protest“. Am Samstag ist die entscheidende Verhandlung. Sollte es dann kein Ergebnis geben, wird die IG Metall die Urabstimmung über Streik einleiten.

„Wir erwarten vom Management, dass es Verantwortung übernimmt für die Beschäftigten, die jahrelang dafür gesorgt haben, dass Norma Profite macht“, machte der Bezirksleiter der IG Metall Mitte, Jörg Köhlinger klar.

Norma-Bosse wollen 360 Jobs vernichten

Im Juni hatte die Norma-Unternehmensleitung verkündet, dass sie den Standort Gerbershausen mit 160 Beschäftigten schließen und ins billigere Ausland verlagern will. Zudem sollen am Standort Maintal über 200 Arbeitsplätze abgebaut werden – und die Löhne um bis zu 1000 Euro im Monat sinken. Dabei macht Norma trotz Corona immer noch gute Gewinne.

Die Beschäftigten organisierten sich in der IG Metall und machten mit Warnstreiks Druck.

„Wenn der Arbeitgeber nicht bereit ist, über Standortsicherung zu verhandeln, dann werdet Ihr mit Eurer Gewerkschaft die nötigen Konsequenzen ziehen“, erklärte der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) den protestierenden Norma-Beschäftigten.

Die IG Metall-Mitglieder bei Norma fordern einen Sozialtarifvertrag. Sie wollen mit der Unternehmensleitung Gespräche über einen Zukunftspakt führen, der Produktion und Arbeitsplätze bis 2030 sichert. Ihr Motto: „Zukunft oder Widerstand“.


Arbeitgeber schaltet auf stur

„Wir fordern den Arbeitgeber auf, in diesen Dialog konstruktiv einzusteigen, statt Arbeitsplätze zu vernichten“, erklärt Bernd Spitzbarth, Geschäftsführer der IG Metall Nordhausen, verantwortlich für Norma in Gerbershausen.

In den bisherigen Tarifverhandlungen hielt die Unternehmensleitung stur an ihren Kahlschlag-Plänen fest. Norma beliefert fast alle großen Autohersteller Schlauchschellen für Verbrennermotoren. Sie wären dann ebenfalls von einem Streik bei Norma betroffen.

Am Samstag hat die Norma-Unternehmensleitung letztmalig die Wahl: „Zukunft oder Bandstillstand“. Eine vernünftige Lösung am Verhandlungstisch – oder Streik.

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